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Brandserie an der Eider : Angst vor dem Feuerteufel in Süderstapel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sechs Feuer in fünf Wochen sorgen in Süderstapel für Angst. Geht in der Gemeinde ein Feuerteufel um? Die Polizei ermittelt. Selbst der Wehrführer schließt seinen Arbeitsplatz mit einem unguten Gefühl ab.

Die ersten Brände wurde in der Bevölkerung noch als missglückte Lagerfeuer am Waldrand wahrgenommen, spätestens seit in der vergangenen Woche mitten im Dorf ein Wohnwagen in Flammen aufging, herrscht in Süderstapel Alarmstimmung. Es war das sechste Feuer innerhalb von fünf Wochen. Und diesmal waren Wohngebäude und auch Menschen bedroht Die Schleswiger Kriminalpolizei ermittelt – obwohl es noch keine offizielle Bestätigung dafür gibt, dass ein Brandstifter am Werk war. Bis das Landeskriminalamt zu einem eindeutigen Ergebnis kommt, gehen die Beamten nach Bauchgefühl und Indizien vor, wie es ein Polizeisprecher formulierte.

Im Dorf bestehen keine Zweifel daran, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt. „Es ist nicht unsere Aufgabe, den möglichen Täter zu ermitteln, sagt Wehrführer Björn Baumann, „aber genau das ist natürlich das beherrschende Thema im Dorf. Die Leute sind verunsichert.“ Selbst der Wehrführer, der beruflich einen Versandhandel für Schuhe und Bekleidung in Süderstapel betreibt, fühlt sich nicht mehr ganz sicher. „Wenn ich abends die Halle verlasse, frage ich mich tatsächlich, ob ich wirklich ruhig nach Hause gehen kann. Man fühlt sich schon bedroht.“ So empfindet auch Erika Teetz, die unmittelbar neben der jüngsten Brandstelle wohnt: „Ich bekomme da richtig Angst, man weiß doch nicht, ob man nicht der Nächste ist, bei dem es brennt.“

Angefangen hatte alles vergleichsweise harmlos. Anfang Oktober gab es drei Brände am Waldrand, die die Feuerwehr quasi im Vorbeigehen löschen könnte, am 9. Oktober war es Sperrmüll im Dorf und vier Tage später gingen 500 Heuball in Flammen auf. Schon damals hegte die Feuerwehr den Verdacht, es könne sich um Brandstifter handeln. Gut zwei Wochen später, am 3. November, brannte an der ehemaligen Gaststätte „Zur Post“ ein Wohnwagen. Dass das Gebäuden nicht zerstört wurden, führt Baumann allein auf die Tatsache zurück, dass ein Spaziergänger das Feuer rechtzeitig entdeckt und gemeldet hatte. Damit war aller Süderstapelern allerdings auch klar: Der Brandstifter ist im Dorf angekommen – verbunden mit der Frage: Wo brennt es beim nächsten mal? „Wir werden zurzeit häufig um Rat gefragt und es gibt auch eine Reihe von Vorschlägen, wie man dem Täter das Handwerk legen könnte“, berichtet Baumann, der aber zur Gelassenheit mahnt. „Es kann bei aller Betroffenheit und Verunsicherung natürlich nicht sein, dass hier Aktionen auf die Beine gestellt werden, die nicht mit dem Gesetz vereinbar sind“, sagt der Wehrführer. Zusammen mit Bürgermeister Alexander Schmitz-Neuber bemühe er sich, die Empörung und die Angst in vernünftige Bahnen zu lenken. „Es kann ja nicht angehen, dass die Leute mit Flinte auf der Straße stehen, Es geht vielmehr darum, dass jeder ein wenig aufmerksamer wird, seine Umgebung beobachtet und einfach die Polizei benachrichtigt, wenn ihm etwas Verdächtiges auffällt.“ Der Bürgermeister ruft deshalb zur Geschlossenheit auf: „Ich bin zutiefst besorgt und hoffe auf schnelle Aufklärung. Aber wenn wir Bürger Augen und Ohren offen halten, sollte das möglich sein.“

Aber die Idylle des Dorfes ist schon jetzt empfindlich gestört. Der Gedanke, dass das Leben in der abgelegenen Gemeinde an der Eiderschleife sicher sei, ist Vergangenheit. Dass die abgelegene Lage nicht vor Bedrohungen schützt, daran erinnert zurzeit wie ein Mahnmal das schwarze Wrack des verbrannten Wohnwagens.

 

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erstellt am 08.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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