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Zukunftsprojekt für NF-Institut : Anbau soll zum Jubiläum fertig sein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gute Nachrichten aus der Landeshauptstadt für die Friesen: Die Fördermittel für das Nordfriisk Instituut in Bredstedt werden bis 2017 von 230.000 auf 438.000 Euro erhöht. Und im Sommer beginnen die Arbeiten an einem Erweiterungsbau, der Platz bietet für eine Ausstellung, die Bibliothek und Archivalien.

Nach einer langen finanziellen Durststrecke herrscht endlich wieder so etwas wie Aufbruchstimmung im Nordfriisk Instituut: Das Land stockt seine Fördergelder für die Bredstedter Einrichtung in diesem und in den nächsten Jahren schrittweise auf. Und im Frühsommer starten die Arbeiten für den Erweiterungsbau der zentralen friesischen Forschungs- und Dokumentationsstelle. Das Kernstück wird eine Multimedia-Ausstellung, in der Sprache, Kultur und Geschichte der Friesen zeitgemäß und spannend präsentiert werden sollen. Fertiggestellt und eingeweiht werden soll der Anbau nun erst im neuen Jahr – passend zum 50-jährigen Bestehen des Instituts.

„Das ist sehr schön. Wir haben künftig neue Möglichkeiten, und wir freuen uns darauf“, sagt Professor Dr. Thomas Steensen. Erleichtert ist der Direktor des Nordfriesischen Instituts vor allem darüber, dass die Einrichtung zumindest für die nächsten vier Jahre auf gesicherter finanzieller Grundlage arbeiten kann. „Endlich“, fügt er hinzu – denn in den vergangenen Jahren musste jeder Euro zweimal umgedreht werden.

Erhielt das Institut bislang aus Kiel jährlich 230.000 Euro an Fördermitteln, so sind es gemäß einer sogenannten Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land in diesem Jahr schon 290.000, was nach Aussagen von Steensen gerade einmal reicht, um das strukturelle Defizit des Hauses auszugleichen. Von 2015 bis zum Jahr 2017 steigt der Landeszuschuss dann allerdings schrittweise bis auf 438.000 Euro. Spätestens dann könnte auch personell leicht aufgestockt werden, denn bislang hat die Einrichtung gerade einmal eine halbe Stelle für die so wichtige Spracharbeit. „Das sind auch dann noch keine paradiesischen Zustände“, stellt Thomas Steensen klar. Damit seien gerade die personellen Grundbedürfnisse erfüllt. Aber: „Jetzt haben wir eine Perspektive, und sind all jenen dankbar, die mitgeholfen haben, dass es so kommt.“

Die Kosten für den Erweiterungsbau werden sich voraussichtlich auf gut 1,2 Millionen Euro belaufen. Diese teilen sich der Bund, das Land, die Europäische Union und die Stadt Bredstedt als Bauherrin. Neben der rund 1300 Quadratmeter großen Präsentationsfläche, die auch für Veranstaltungen oder Workshops mitgenutzt werden kann, entsteht zusätzlich im Keller ein 100 Quadratmeter großer, klimatisierter Archivraum. Dort sollen die historischen „Schätze“ des Nordfriisk Instituut künftig sicher untergebracht sein – Bücher, Manuskripte, Exponate und andere Archivalien. Seit Jahren hatte sich die Platzsituation von Bibliothek und Archiv immer mehr zugespitzt.

Die für Besucher, aber auch für Schulklassen und andere Gruppen zugängliche Ausstellung wird unter dem Leitmotiv „Nordfriesland – Land der Friesen, Land der Vielfalt“ stehen. Dabei soll bereits bestehenden Museen ausdrücklich keine Konkurrenz gemacht werden. Vielmehr geht es darum, die europaweit singuläre kulturelle und sprachliche Bedeutung des Friesischen anschaulich zu machen und Informationen über Kultur und Landschaft auf moderne Weise zu vermitteln.

Obwohl das in deutlich bescheideneren Dimensionen als etwa im Tönninger Multimar-Wattforum geschehen wird, ist sich Professor Steensen sicher: „Das wird nicht nur eine Bereicherung sein für die friesische Szene und die Stadt Bredstedt, sondern auch weit darüber hinaus.“ Und: „Damit hoffen wir auch noch mehr junge Menschen ansprechen zu können“, sagt der Leiter der Einrichtung.

Studenten hat das Haus als sogenanntes An-Institut der Universität Flensburg – an der Steensen lehrt – schon heute häufiger zu Gast. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr aber auch den Schulen. Damit nordfriesische Themen im Schulunterricht angemessen berücksichtigt werden, sind geschichtlich-landeskundliche Materialen erarbeitet worden zu Themen der Grenz- und Küstenregion. Befördert wird dieser Aspekt der Institutsarbeit – zehn Mitarbeiter auf gerade einmal 6,69, zum Teil befristeten Planstellen – durch das neue Schulgesetz. In diesem sind auch der Schutz und die Förderung der friesischen Kultur ausdrücklich aufgeführt.

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