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Polizei im Amtshaus : Anbau kostet 1,8 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Amtsverwaltung Viöl soll erweitert werden. Der Anbau, in den auch die Polizei einziehen soll, wird rund 1,8 Millionen Euro kosten. Diskussion im Amtsausschuss gab es über den im Gebäude vorgesehenen Saal.

Hauptthema im jüngsten Amtsausschuss war der schon seit langem geplante Um- und Anbau des Amtssitzes in Viöl. Bis auf zwei Bürgermeister stimmte das Gremium dem vorliegenden Investitionsvorhaben „Amtsverwaltungsgebäude 2020“ zu. Realisiert werden soll es ab 2016, die Finanzierung wird auf 20 Jahre angelegt.

Der Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) Gerd Carstensen fasste zusammen, denn seit Beginn der Planungen im Jahr 2003 sind mittlerweile mehr als zwölf Jahre vergangen. „Die Gründung der Sozialzentren im Zuge der Hartz IV-Gesetzgebung, die Verwaltungsstruktur-Reform, die Schulreform, die Einführung der Doppik, irgendetwas kam immer dazwischen“, so Carstensen. 2013 schließlich war das Gebäude voll belegt. Raumreserven gibt es seitdem keine mehr. Gleichzeitig aber kommt immer mehr Arbeit auf das Amt zu: Wohngeld, Fahrzeugzulassung sowie die räumliche Aufnahme der Tourist-Info. Ein Ende sei noch nicht in Sicht, mahnte der LVB mit Blick auf die laufende Verlagerung vieler Aufgaben zwischen Land, Kreisen, Ämtern und Gemeinden.

Rund 86 Quadratmeter werden in Viöl für die Verwaltung zusätzlich gebraucht. Dazu sind im Altbau einige Umbauten, ein Durchbruch und die Neuverkabelung der EDV nötig. Hinzu kommen Räume für die Polizeistation, die in den Anbau mit einziehen soll, ein Trauzimmer und ein Saal an der Rückseite, auf dem zu diesem Zweck bereits erworbenen Grundstück (800 Quadratmeter) der benachbarten Volksbank. Die anfangs auf 1,9 Millionen Euro festgelegte Kostenschätzung wurde auf 1,7 Millionen reduziert, die letzte Abstimmung für den Mietvertrag mit der Polizei findet Mitte September statt.

Einige Planungsdetails sind im Amtsausschuss unstrittig, etwa hinsichtlich der Barrierefreiheit. Der Treppenschrägaufzug im Altbau sei eine Zumutung für Menschen mit Behinderung, und schrottreif dazu, führte Carstensen aus. Dass Traugesellschaften an offenen Bürotüren vorbei in den ersten Stock gehen müssen und die Zeremonie in einer Ecke des nüchternen Sitzungssaals vollzogen wird, sei absolut nicht mehr zeitgemäß. Eine Rampe für Rollstühle und Kinderwagen müsse künftig sowohl für den bisherigen als auch für den neuen Eingang am Anbau vorhanden sein. Ob es dort allerdings zusätzlich zum ebenerdigen Trauzimmer auch noch einen Saal geben muss, darüber war man sich nicht so ganz einig. „Dieses Geld könnte man einsparen“, meinte etwa Ahrenviöls Bürgermeisterin Edith Carstensen, die bis zur Umsetzung des Bauvorhabens ohnehin noch eine Kostenexplosion befürchtet. Und die würde vor allem die Kassen kleinerer Gemeinden zu sehr belasten. Die Gesamtsumme für das Bauvorhaben hatte Hauke Hassold vom Husumer Architekturbüro Johannsen und Fuchs zuvor mit „1,7 Millionen Euro plus/minus 10 bis 15 Prozent“ beschrieben. Edith Carstensen mochte den vorliegenden Plänen daher ebenso wenig zustimmen wie ihr Amtskollege Volker Carstensen aus Ahrenviölfeld.

Haselunds Bürgermeister Jan Thormählen sah das anders: „Wir dürfen beim Neubau jetzt nicht zu viele Kompromisse machen, sonst müssen wir nachher wieder mühsam ranflicken“, meinte er. Amtsvorsteher Thomas Hansen stimmte ihm zu: „Für eine leistungsstarke und zukunftsfähige Verwaltung ist der Anbau in dieser Form wichtig“, sagte er.

Anschließend standen weitere Punkte zur Beschlussfassung an. Einvernehmlich wurde festgelegt, dass das in Brook (Gemeinde Haselund) bestehende Projekt „Pferdegestütztes Mentaltraining für Führungskräfte, Familien und psychisch Kranke“ mit Mitteln aus dem Regionalfonds unterstützt werden soll. Außerdem übernimmt das Amt die Trägerschaft für das Projekt „Toller Service! Voll regional!“, mit dem eine Stärkung der Anbieter regionaler Produkte durch eine Vernetzung mit dem Tourismus erreicht werden soll. Darunter ist zum Beispiel das Angebot zu verstehen, dass Gäste in ihrer Ferienwohnung bei Anreise einen mit Produkten aus der Region gefüllten Kühlschrank vorfinden.

Zum Schluss wies Martin Hurst vom Ordnungsamt noch auf die Flüchtlingsproblematik hin. „Vor vier Jahren mussten wir noch vier Personen pro Jahr aufnehmen, in diesem Jahr sind wir schon bei 74“, sagte er. 21 Asyluchende und Flüchtlinge müsse er noch in diesem Jahr unterbringen. Hurst bittet, dass sich die Bürger bei ihm melden, die Wohnraum zur Verfügung stellen können.

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