zur Navigation springen

Interesse am Ehrenamt : An der Pflichtwehr vorbeigeschrammt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Werbekampagne bringt der Freiwilligen Stadtwehr Friedrichstadt 16 neue Mitglieder. Die ersten der Neuen haben bereits mit ihrer Ausbildung begonnen. Bürgermeister und Wehrführer sind sehr zufrieden.

„Ich bin total begeistert, das habe ich nicht für möglich gehalten“, freut sich Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt. Der Freiwilligen Stadtfeuerwehr, der wegen einer zu geringen Personalstärke die Umwandlung in eine Pflichtfeuerwehr drohte, traten mittlerweile 16 neue Aktive bei. „Damit liegen wir zwar immer noch unter dem Soll von 53, aber wir schlittern wohl an einer Pflichtwehr vorbei“, sagt Vogt. Auch Wehrführer Birger Thomsen ist begeistert. „Damit hätte ich niemals gerechnet, denn wir bemühen uns ja schon seit einigen Jahren um neue Leute, bislang ist das aber im nennenswerten Umfang nie geglückt. Jetzt blicke ich allerdings doch optimistisch in die Zukunft.“

Dennoch sind der Wehrführer, der Bürgermeister und eine Vertreterin des Ordnungsamtes gestern nach Burg/Dithmarschen gefahren, um mit dem dortigen Bürgermeister und dem Wehrführer über das Thema Pflichtfeuerwehr zu beraten. Schließlich gibt es in der Gemeinde eine solche Truppe.

Einige der neuen Mitglieder der Stadtfeuerwehr sind bereits dabei, die Truppmann-Ausbildung zu absolvieren. „Wenn alles klappt, dann können die ersten acht bereits Ende November, Anfang Dezember, mit zu den Einsätzen fahren“, sagt Thomsen.

Probleme mit der Ausstattung der Neuen gibt es nicht. Jeder Neuling wird komplett eingekleidet. „Das kostet die Stadt pro Person immerhin rund 1200 Euro“, so Birger Thomsen. „Allerdings ist da noch nicht die Ausgehuniform berücksichtigt. Wir verzichten jetzt ersteinmal darauf. Wichtiger ist die Einsatzkleidung.“ Maß genommen wurde bereits für die Kleidung, bestellt ist sie auch.

Vorsichtig optimistisch sagen Thomsen und Vogt übereinstimmend, dass sie damit rechnen, dass sich bis Ende des Jahres noch mehr Bürger melden, „denn es wurde erkannt, dass die Feuerwehr wirklich kein Spaßverein, sondern eine lebenswichtige Angelegenheit ist“.

Besonders freut es den Wehrführer auch, dass sich Menschen gemeldet haben, die aus den verschiedensten Gründen nicht am aktiven Dienst teilnehmen können. „Eine Frau will jetzt bei uns mitarbeiten, aber nicht eintreten“, berichtet er. „Sie ist total fit am Computer und will unsere Webseite betreuen und neu gestalten. Das ist doch toll, denn bislang haben wir da sehr viel Zeit investieren müssen.“

Der Stadt Friedrichstadt drohte die Einführung einer Pflichtfeuerwehr, da es nur noch 29 Aktive gab. Die Sollstärke laut dem Feuerwehrbedarfsplan für die Stadt liegt aber bei 53. Daher schrieb die Stadt rund 800 Bürger im Alter zwischen 20 und 50 Jahren an. In dem Brief wurden sie über die Lage aufgeklärt und aufgefordert, der Wehr beizutreten.

Wer sich über die Arbeit der Friedrichstädter Feuerwehr genauer informieren will, der ist eingeladen, sich an den Montagen 17. November, 1. und 12. Dezember bei der Feuerwache Am Eiland einzufinden. Dort finden an den Abenden jeweils ab 19.30 Uhr Übungen statt. „Wir finden immer Zeit zu einem Gespräch mit Interessenten“, sagt der Wehrführer.

Von dem Können der Truppe konnten sich die Friedrichstädter am vergangenen Wochenende überzeugen. Sonnabendmittag heulten die Sirenen in der Stadt. Binnen weniger Minuten war die Wehr unterwegs in das Gewerbegebiet im Westen der Stadt. Dort im ehemaligen Schleswag-Gebäude war ein Brand ausgebrochen, die Innenräume total verqualmt – zudem mussten Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Erst während des Einsatzes stellte sich heraus, dass es sich um eine Übung, die gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Koldenbüttel abgehalten wurde, handelte.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 05:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen