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Im Feuerschein : An der Biike rücken alle zusammen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr als 60 Feuerzeichen werden am Sonntagabend (21. Februar) in Nordfriesland entzündet. Dazu werden Tausende Besucher erwartet. Der traditionelle Biike-Empfang am Vormittag beschäftigt sich mit nordfriesischen Mythen.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Menschenmassen auf Sylt, Volksfeste auf den anderen Inseln und in größeren Orten, eher familiäre Runden auf den Halligen und in kleinen Dörfern: An mehr als 60 Biike-Plätzen entlang der nordfriesischen Küste kommen am Sonntag Tausende Menschen von nah und fern zusammen, wenn die traditionellen friesischen Feuerzeichen entzündet werden. „Unsere Biike ist ein Treffpunkt für alle: Friesen, Gäste, Alt oder Jung, immer hier wohnend oder neu dazugekommen, in diesem Sinne Rüm hart – klaar kiming“, lädt die Vorsitzende des Frasche Rädj  /  Friesenrat Sektion Nord, Ilse Johanna Christiansen, ein.

In ihrer modernen Form mit festem Termin am 21. Februar hat sich die Biike seit dem 19. Jahrhundert zunächst von Sylt aus über die anderen Inseln und Halligen und in den vergangenen Jahrzehnten auch auf dem nordfriesischen Festland verbreitet. Der Feuer-Brauch geht nach Angaben des Nordfriisk Instituut in Bredstedt ursprünglich auf einen Fackeltanz zurück, der zur Fastnacht getanzt wurde. Dementsprechend wanderte der Tag des Festes durch den Kalender.

Heute ist zuweilen auch vom „friesischen Nationalfest“ die Rede. Und natürlich hat die Biike für engagierte Friesen nach wie vor eine besondere Bedeutung. Dabei ist das Biikebrennen in Nordfriesland Jahr für Jahr Anlass zu Geselligkeit, zum Innehalten sowie zu kritischen Anmerkungen zu gesellschaftlichen und politischen (Fehl)Entwicklungen. Während einige der traditionellen Feuer touristische Großereignisse sind, haben die meisten der kleineren abendlichen Biikefeiern ihren eher dörflichen Charme behalten.

Bereits um 11 Uhr am Sonntag (21.) beginnt der Biike-Empfang des Friesenrates im Kultur- und Veranstaltungszentrum Altes Heizwerk in Bredstedt. Dazu erwartet Vorsitzende Ilse Johanna Christiansen bis zu 160 Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Kultur, darunter die zweite stellvertretende Kreispräsidentin Margarethe Ehler. Inhaltlich geht es – passend zum immer noch von Legenden umrankten Biikefest – um das Thema „Mythen in Nordfriesland“. Die Festrede bei dem von Stefan Hartmann von Syltfunk moderierten Empfang hält der renommierte Schriftsteller Frank Trende. Für Musik sorgen Norma Schulz (Föhr  /  Hamburg) und Thora Kahl aus Risum-Lindholm.

Im Gegensatz zu den vielen örtlichen Biike-Rednern sind Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus und Landrat Dieter Harrsen in diesem Jahr einmal nicht in offizieller Mission unterwegs. Maurus hat sich aber den Besuch bei der Biike in Tinnum auf Sylt in seinem Terminkalender vorgemerkt. Mit Spannung wird unterdessen die Biike-Rede in Lindholm (Üülje Browäi) erwartet. Diese hält Dr. Karin Haug. Sie ist seit Juli vergangenen Jahres die gemeinsame Vertreterin der Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie der Plattdeutschen beim ZDF-Fernsehrat.

Schon am Freitag, 19. Februar, feiern in Risum die Schul- und Kindergartenkinder aus der Region von 9.30 bis 11.30 Uhr gemeinsam ihre eigene „Bjarnebiike“. Ausrichter der Mini-Biike mit Gesang und friesischen Theaterstücken ist die Risem Schölj  /  Risum Skole. Auch die Fahrgäste der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) werden auf das Biikebrennen eingestimmt. Am Sonnabend (20.) wollen Teams des Friesenrates zwischen Heide und Westerland mit dem Zug pendeln und über das von der deutschen Unesco-Kommission als „Immaterielles Weltkulturerbe“ eingestufte Biikebrennen informieren. Mit von der Partie wird ein NOB-Team sein, das für Biikefans einen sogenannten Zapfen-Zünder aus getrockneten Fichtenzapfen mit leicht brennbarer Mantelschicht bereithält. „Die Zapfen-Zünder sind ideal zum Verfeuern beim Biikebrennen und sollen ganz praktisch auf das für die Region wichtige Traditionsfest hinweisen“, sagt Kay Goetze, NOB-Leiter für Marketing und Vertrieb.

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