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Appell im Amtsausschuss : Amtsvorsteher wirbt für Sozialkaufhaus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ralf Heßmann appellierte im Amtsausschuss Nordsee-Treene, die „Bunte Vielfalt“ in Mildstedt zu nutzen. Gleichzeitig versucht er, weitere Hilfsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu finden.

„Nutzen sie das neue Sozialkaufhaus ,Bunte Vielfalt‘ in Mildstedt, machen sie es in ihren Gemeinden bekannt, sorgen sie dafür, dass die Flüchtlinge auch dorthin kommen können“, appellierte Amtsvorsteher Ralf Heßmann zu Beginn der Sitzung des Amtsausschusses Nordsee-Treene im Gasthof Rathje in Witzwort an das Gremium. Gleichzeitig bat er die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes, gemeinsam Hilfsmöglichkeiten für traumatisierte Menschen zu finden. „Die Flüchtlinge, darunter sehr viele Frauen und Kinder, leiden nicht nur materiell, die Seelen sind schwer verletzt.“ Zuvor allerdings gedachte die Runde dem verstorbenene ehemaligen Kreispräsidenten Helmut Wree und „Häuptlings schwarze Socke“, dem Ehren-Jugendfeuerwehrwart des Kreises, Marius Ruschke.

Begonnen hatte die Zusammenkunft mit einem Vortrag von Burkhard Jansen vom Kreis Nordfriesland. Der Leiter des Fachbereiches Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur referierte über die Auswirkungen des Oberverwaltungsgerichts-Urteils zu den Regionalplänen hinsichtlich der Windeignungsflächen. Dabei unterstrich Jansen, dass das Urteil bislang ausschließlich die Planungsräume I und III betreffe, jedoch wisse er, dass auch der Raum IV (Nordfriesland) identische Fehler aufweise, doch da sei noch kein Urteil gefällt worden. Er beruhigte die Bürgermeister, dass nach seinen Informationen die Landesregierung ein neues Gesetz vorbereite, das den befürchtetetn Wildwuchs von Windkraftanlagen dennoch nicht zulassen werde. Detlef Honnens, Bürgermeister von Koldenbüttel, betonte allerdings, dass seine Gemeinde dennoch weiter beabsichtige, einen Bürgerwindpark zu errichten. Denn bislang sei dort der Bau von Windkraftanlagen wegen des „charakteristischen Landschaftsbildes“ nicht genehmgt worden. Jansen sagte darauf, dass bereits in Planung befindliche Anlagen wohl sicherlich Bestandsschutz erhalten werden. Doch ganz genau wisse es bislang noch niemand.

„8000 Euro für ein Menschenkleben, das ist doch lächerlich, darüber brauchen wir gar nicht nachdenken“ stellte Seeths Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks fest. Schließlich ging es um die Entscheidung, die Freiwillige Feuerwehr Ostenfeld mit einem neuartigen Hydraulik-Rettungsgerät auszustatten. Die Rettungsschere kostete 4900, der Spreizer 6600 und ein Druckzylinder 4500 Euro. Da aus der Feuerwehrsteuer 50 Prozent Zuschuss fließen werden, bleiben für das Amt gut 8000 Euro. Da bereits vor Jahren festgelegt wurde, dass es im Amtsbereich drei Unfall-Schwerpunktfeuerwehren geben soll, und Ostenfeld dazu gehört, gab es keine Diskussionen darüber. Der Feuerwehrausschuss soll lediglich noch genau abstimmen, was mit den bisherigen Rettungsscheren der Wehr geschehen soll. Die Ostenfelder Wehr ist unter anderem für Verkehrsunfälle zuständig.

In diesem Jahr werden zum 25. Mal die Lammtage gefeiert. Begonnen hatte die festliche Vermarktung als Nordstrander Lammtage. Seit 20 Jahren sind es nun die nordfriesischen Lammtage. Das Jubiläumsfest kehrt an den Ursprungsort zurück, daher bat Nordstrands Bürgermeister Werner Paulsen um einen Zuschuss von 2500 Euro aus der Amtskasse. Schließlich wurden 2000 Euro bewilligt.

Die Einführung eines Ratsinformationssystems wurde vorerst vertagt. Die Mitglieder des Ausschusses sollen jeweils einen Tablett-PC erhalten, und können so alle wichtigen Informationen aus dem System der Amtsverwaltung abrufen. Allerdings gibt es noch große technische Schwierigkeiten, bestellt wurden allerdings schon einmal Kopplungsvarianten, die eine Lieferzeit von 18 Monaten haben. So dass nach der Lösung der Software-Probleme keine erneute Wartezeit auftritt.

Bürgermeister Karl-Jochen Maas aus der Südermarsch legte dann den Jahresabschlussbericht vor. Der Jahresüberschuss belief sich auf 115  800 Euro, der dem Jahresfehlbetrag zugeschrieben wurde. Maas stellte fest, dass das Prüfungsgremium erstmals alle Beleg am Computer überprüfen konnte, das Blättern in zahllosen Ordnern sei entfallen. Allerdings hätten auch zwei Fachleute erst nach einer Stunde das System fehlerfrei zum Laufen bringen können: „Doch dann war es sehr angenehm.“ Aufgefallen sei ihm, dass viel Geld für den Tierschutz ausgegeben werde. Beispielsweise seien in Winnert sechs Chinchillas in Obhut genommen worden. Zwei Tiere seien nach Flensburg, zwei nach Hamburg und zwei nach Husum gebracht worden. „Das hat unsere Kasse 650 Euro gekostet. Mit dem Geld hätten wir eine ganze Flüchtlingsfamilie versorgen können“, kritisierte Maas.

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erstellt am 26.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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