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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2017 | 14:36 Uhr

Viöl : Amtsverwaltung mit Polizeischutz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die drei Beamten der Polizeistation Viöl sind in den neuen Anbau im Westerende gezogen. Die Sprechzeiten für die Bürger sind wie gehabt am Montag- und Mittwochnachmittag.

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Das Angebot des Amtes Viöl an das Kieler Innenministerium hat sich nicht so sehr von dem der Stadt Friedrichstadt an die Kieler Behörde unterschieden. In beiden Orten ging es jeweils darum, die Polizeistation in das zentrale Verwaltungsgebäude zu verlegen. In beiden Fällen sträubte sich das Ministerium, beziehungsweise das Gebäudemanagement des Landes (GMSH), diese Wünsche zu erfüllen. Im Holländerstädtchen wurde der Umzug in das Rathaus am Marktplatz aus einem angemieteten Gebäude abgelehnt. Mehr Glück hatten die Viöler. Denn trotz eines klaren Neins im Jahr 2014, als die ersten Gespräche über einen möglichen Umzug in den geplanten neuen Anbau an das Amtsgebäude aufgenommen wurden, hat die Polizei dort mittlerweile ihr neues zentrales Domizil bezogen.

Noch sieht alles etwas provisorisch aus, sagt Kay Jacobsen, der dort mit Stationsleiter Olaf Karstens und Stefan Sahlmann den Dienst versieht. Der Dorfpolizist, wie er sich selbst gern bezeichnet, ist dabei nicht nur Vertreter des Staates, „wir sind auch Ansprechpartner für die Bürger, vor allem für Senioren und Kinder“. So gehört unter anderem zu seinem Aufgabenfeld auch der so genannte Fußgänger-Führerschein. Diese Arbeit mit den Kleinen aus den Kindergärten im Amt Viöl bereitet ihm viel Spaß. Vor allem auch, weil er mit den Lütten nach Husum fährt, denn in den Dörfern im Amtsbereich gibt es oftmals nicht einmal einen Zebrastreifen, geschweige denn eine Fußgängerampel. Und so wird in Husum ordentlich geübt.

Anfang der vergangenen Woche ist die Polizei Viöl umgezogen. Am Dienstag hat sie ihre Arbeit im neuen Anbau des Amtsgebäudes aufgenommen. Dort stehen ihr rund 80 Quadratmeter zur Verfügung. Neben zwei reinen Büros gibt es auch noch einen extra Raum für Ausrüstung sowie einen Aufenthaltsraum für Besprechungen. Die Adresse lautet jetzt Westerende 41, die seit 1988 als Wache dienende Dreizimmer-Wohnung im Westerende 16 wurde aufgegeben.

Viöl ist die einzige Polizeidienststelle an der Bundesstraße 200. Die Station wurde sogar von zwei auf drei Beamte aufgestockt. Durch die Nähe zur Amtsverwaltung erhoffen sich die Polizeibeamten ein deutliches Plus an Präsenz und Kontakten zu den Bürgern und Mitarbeitern der Verwaltung. Mit dem Umzug haben sich nicht nur die Anschrift, sondern auch die Erreichbarkeit geändert. Die Polizeistation ist unter der Telefonnummer 04843/2044990 und unter Fax 04843/20449919 zu erreichen. Unverändert bleiben die Zeiten, an denen verlässlich ein Beamter auf der Dienststelle anzutreffen ist, montags und mittwochs jeweils von 14 bis 16 Uhr.

Auch der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Viöl, Gerd Carstensen, ist froh, dass die Polizei in das Amtshaus eingezogen ist. „Denn viele Dinge, gerade mit dem Ordnungsamt, lassen sich so viel schneller und unkomplizierter abklären“, sagt er.

Eingebunden sind die Viöler Polizisten in den Dienstplan ihrer Husumer Kollegen, mit denen sie auch häufig gemeinsam auf Streife sind. „Allerdings werden die Pläne so ausgearbeitet, dass zu den genannten Öffnungszeiten eigentlich immer jemand von uns vor Ort ist“, unterstreicht Jacobsen. Früher habe er auf die Nachfrage, was er denn dienstlich alles so machen müsse, immer scherzhaft geantwortet: „Kühe von der Straße treiben.“ Und das komme tatsächlich auch vor. Wenn Jacobsen die Einsätze in Kategorien einteilt, dann dürften etwa 40 Prozent auf Verkehrsunfälle, weitere 40 Prozent auf andere Delikte, wie unter anderem auch Körperverletzungen und Sachbeschädigungen entfallen. Der Rest wird mit der Aufnahme von Anzeigen, Büroarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, etwa mit Senioren und Kindern, ausgefüllt – und natürlich auch hin und wieder mit der Tätigkeit als Cowboy. Der Zuständigkeitsbereich der Wache Viöl ist nahezu deckungsgleich mit dem Verwaltungsbezirk des Amtes Viöl. Allerdings wird die Gemeinde Schwesing von Husum aus betreut. Und jährlich werden grob geschätzt nahezu 60.000 Kilometer auf Streifenfahrten zurückgelegt.

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