Langenhorn : Amtsgebäude wird neues Ärztehaus

Einst Sitz des damaligen Amtes Stollberg, dann der Firma Geo Gesellschaft für Energie und Oekologie: Jetzt soll aus dem noch zu Verwaltungszeiten aufwendig umgebauten Gebäude ein Ärztehaus werden.
Einst Sitz des damaligen Amtes Stollberg, dann der Firma Geo Gesellschaft für Energie und Oekologie: Jetzt soll aus dem noch zu Verwaltungszeiten aufwendig umgebauten Gebäude ein Ärztehaus werden.

Praxen, Apotheke, Physio- und Massageräume: Der ehemalige Verwaltungssitz im Redlingsweg soll medizinische Anlaufstelle werden.

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21. Dezember 2017, 14:00 Uhr

Langenhorn | Die Gemeinde Langenhorn will einen Beitrag zur Daseinsvorsorge der Bürger und damit zur weiteren Attraktivitätssteigerung leisten. Es soll ein Ärztehaus mit zwei Arztpraxen, einer Apotheke sowie Physio- und Massagepraxis eingerichtet werden. „Das ehemalige Amtsgebäude des früheren Amtes Stollberg im Redlingsweg und bis zum Jahresende noch Sitz der Firma Geo wird ein Investor erwerben“, sagte Langenhorns Bürgermeister Horst Petersen in jüngster Gemeinderatssitzung. Auch die Gespräche mit den beiden Ärzten seien positiv verlaufen.

Die Gemeindevertreter hatten bereits nicht öffentlich beschlossen, für die Praxiseinrichtung einen Investitionszuschuss von 100.000 Euro zu leisten sowie für einen Zeitraum von zehn Jahren eine jährliche Zuweisung von 12.000 Euro. Die Beträge werden in den Haushalt 2018 eingestellt.

Durch die derzeitigen beengten Verhältnisse in der bestehenden Arztpraxis würde sich schon deshalb eine Verbesserung ergeben, erklärte der Bürgermeister. Es sei später auch leichter, Nachfolger zu finden, vor allem jüngere Ärzte, die nicht unbedingt in ein Haus investieren wollen. Eine Pacht erleichtere mit Sicherheit ihre Niederlassung. „Mit dem Ärztehaus wird ein weiterer Baustein für die Zukunftssicherung entstehen“, so Petersen. Langenhorn weise dann eine optimale Infrastruktur auf. Kindertagesstätten, Schule, Einzelhandels- und gut funktionierende Gewerbebetriebe seien der Beweis.

Jeweils einstimmig verabschiedete das Gremium den Nachtragshaushalt 2017 sowie Haushaltssatzung und -plan für 2018 nebst Stellenplan. Das Zahlenwerk stellte der stellvertretende Finanzausschuss-Vorsitzende Sven Kloos vor. „Wider Erwarten können wir eine sehr positive finanzielle Entwicklung aufweisen, insbesondere sind die Gewerbesteuereinnahmen gestiegen, derzeit schließen sie mit dem Rekordergebnis von 2,4 Millionen Euro ab“, sagte er. „Rein rechtlich wäre ein Nachtrag nicht erforderlich, aber wir halten das für eine geordnete Haushaltsführung.“

Ursprünglich war im Ergebnisplan 2017 ein Fehlbedarf von 361.200 Euro vorgesehen. Durch einen Zuwachs der Erträge habe sich ein Überschuss von 27.900 Euro ergeben. Im Finanzplan ging man von einem Finanzmittelfehlbedarf von 636.800 Euro aus. Nach Absummierung im Nachtrag ergibt sich ein Finanzmittelbedarf von 359.500 Euro. Die liquiden Mittel betragen Ende des Jahres 3,5 Millionen Euro.

Die wesentlichen Ansätze und Veränderungen im Haushaltsplan 2018 seien die Erhöhung der Grundsteuern A und B von jeweils 325 auf 331 Prozent. Das sei dem Finanzausgleichsgesetz des Landes geschuldet. Als Bedarfshilfeempfängerin bestehe Handlungsbedarf. Dennoch liege Langenhorn damit immer noch unter dem Amtsdurchschnitt von 355 Prozent.

Positiv sei auch die Absenkung der Zusatzgebühr für Schmutzwasser von bisher 1,10 Euro pro Kubikmeter auf 70 Cent. Sowohl die Kreis-, als auch die Amts- und Schulverbandsumlagen werden steigen. Die Schulkostenbeiträge liegen bei insgesamt 652.400 Euro, die Kindertagesstätten kosten 584.500 Euro, und das Friedhofsdefizit von 72.300 Euro wird übernommen. Erfreulich sei ein zu erwartender Gewinnanteil aus Aktionpaketen der Schleswig-Holstein Netz AG mit 54.900 Euro.

Die größten Investitionen seien die Teilerschließung und Erweiterung des Gewerbegebietes Hohe Koppel mit 200.000 Euro, Teilerschließung B-Gebiet 21 über 300.000 Euro, Ausbau und Instandhaltung der Infrastruktur, wie Schwarzdeckenmaßnahmen, Sanierung Banketten, Gräben, Knicks, Wege und Gehwege insgesamt 280.000 Euro, Gemeinde-Anteile für die Erneuerung der technischen Sicherung der Bahnübergänge Beekensweg, Holmweg, Loheide mit 64.000 Euro, Erneuerung und Reparatur der Beleuchtung Alter Marktplatz 15.000 Euro, Anschaffung einer mobilen Schneckenpresse zum Entwässern des Klärschlamms mit 95.000 Euro, oder Neuanschaffung und Reparatur von Spielgeräten auf den Kinderspielplätzen mit rund 14.000 Euro. Der Schuldenstand beträgt Anfang 2018 rund 2,4 Millionen Euro, per Jahresende soll er 2,2 Millionen Euro betragen. „Es ist weiterhin eine sparsame Haushaltsführung angesagt“, betonte Kloos.

Haushalt in Zahlen

Ergebnisplan: Erträge: 5,2 Millionen Euro, Aufwendungen: 5,3 Millionen Euro, geplanter Jahresfehlbetrag: 149.500 Euro;

Finanzplan: Einzahlungen Verwaltungstätigkeit: 4,8 Millionen Euro, Auszahlungen Verwaltungstätigkeit: 4,9 Millionen Euro, Saldo: - 63.700 Euro;

Einzahlungen Investitions- und Finanzierungstätigkeit: 264.000 Euro, Auszahlungen

1 Millionen Euro; Saldo daraus – 828.200 Euro,

Finanzmittelfehlbedarf 891.900 Euro;

Stellenplan: 2,83 Stellen;

Grundsteuer A: 331 Prozent, geplante Einnahmen: 73.100 Euro (2017: 71.100 Euro),

Grundsteuer B: 331 Prozent, Einnahmen: 374.200 Euro (2017: 367.500 Euro),

Gewerbesteuer: 380 Prozent, Einnahmen: 1,9 Millionen Euro (2017: 2,1 Millionen Euro),

Gemeindeanteil Einkommenssteuer: 1,1 Millionen Euro (2017: 952.200 Euro),

Gemeindeanteil Umsatzsteuer: 181.000 Euro (2017: 116.100 Euro),

Zweitwohnungssteuer: 10.100 Euro (2017: 10.500 Euro),

Hundesteuer: 9.800 Euro (2017: 10.000 Euro),

Leistungen Familienausgleich: 100.900 Euro (2017: 82.900 Euro),

Schlüsselzuweisungen: 333.500 Euro (2017: 416.500 Euro),

Gewerbesteuerumlage: 357.000 Euro (2017: 397.000 Euro),

Kreisumlage: 1,3 Millionen Euro (2017: 1,2 Millionen Euro),

Amtsumlage: 716 000 Euro (2017: 677.400 Euro);

Einwohner: 3.100.



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