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Anbau am Kindergarten : Amt wusste nichts vom Baubeginn

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Bauamt Nordsee-Treene wusste nichts vom Baubeginn am Kindergarten in Rantrum. Auch das Baugebiet Nr. 8 wird bereits erschlossen, obwohl der Gemeinderat erst am Dienstag, 9. Juni, darüber entscheiden will.

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erstellt am 03.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Irritiert zeigte sich gestern der Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, Ralf Heßmann, darüber, dass in der Gemeinde Rantrum mit dem Errichten des Anbaus am Kindergarten gestartet worden ist, obwohl die Gemeindevertretung eigentlich erst am Dienstag, 9. Juni, die Ausschreibungsunterlagen bewerten soll, um schließlich einen Auftrag zu erteilen.

Heßmann unterstreicht, dass weder er noch das Amt von dem Baubeginn gewusst haben. Auch seien weder die Pläne noch die Unterlagen mit dem Bauamt abgesprochen gewesen. Als ungewöhnlich bezeichnet er den Fall, denn schließlich habe er als Amtsvorsteher verschiedentlich darauf hingewiesen, dass alle Sachfragen mit den zuständigen Fachleuten in der Verwaltung erörtert werden sollten. Bislang, so Heßmann, sei ihm auch nicht bekannt, dass eine Baugenehmigung für den Kindergartenanbau erteilt worden sei. Er müsse sich vor seine Mitarbeiter stellen, denn in der Öffentlichkeit könne leicht der Eindruck entstehen, das Amt arbeite an der Gemeindevertretung vorbei und erteile Aufträge, ohne den Beschluss des gemeindlichen Gremiums abzuwarten.

Den Grund für die ebenfalls begonnenen Erschließungsarbeiten im Baugebiet 8, Abschnitt drei, vermutete der Amtsvorsteher im Zeitdruck. Die Pläne seien seinen Mitarbeitern durchaus bekannt, die Ausschreibung erfolgt und es gebe auch einen Vorschlag des Bauamtes für einen Auftragnehmer. Das sei gängige Praxis. Üblicherweise würde die Empfehlung des Bauamtes dann vom Gemeinderat angenommen, denn schließlich hätten die Fachleute in der Verwaltung die Unterlagen geprüft. Warum aber auch die Erschließung vor dem endgültigen Okay durch den Gemeinderat begonnen wurde, glaubt Heßmann zu kennen. Ursprünglich war nämlich die Zusammenkunft dieses Gremiums auf Dienstag, 19. Mai, datiert. Doch wurde die Sitzung kurzerhand abgesetzt. Die nächste musste ebenfalls abgesagt werden, da formal nicht korrekt zu der Zusammenkunft eingeladen worden war. Im Rantrumer Ortsteil Ipernstedt hatte die Einladung nicht ausgehangen.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat Rantrum hatte in einem offenen Schreiben an die Kommunalaufsicht des Kreises Nordfriesland, das Innenministerium in Kiel und unsere Zeitung darauf hingewiesen, dass die demokratischen Spielregeln nicht eingehalten worden seien, denn vor der Zustimmung durch den Gemeinderat, seien die Arbeiten bereits begonnen, also der Auftrag eigenmächtig erteilt worden.

Nach Einschätzung des Amtsvorstehers ist die Atmosphäre im Gemeinderat von Rantrum vergiftet. Es gab dort bereits zwei Mediationsversuche. Seiner Einschätzung nach hätten die Angelegenheiten auch in einem offenen Gespräch geregelt werden können. Heßmann jedenfalls bietet seine Dienste als Vermittler sowohl der CDU als auch der SPD an. Denn Rantrum sei eine attraktive Gemeinde und biete ihren Bürgern viel, da müsse es nicht immer zum lähmenden Streit im Gemeinderat kommen. „Den Parteienstreit können wir gern den Leuten in Berlin überlassen, daran brauchen wir uns nun wirklich kein Beispiel zu nehmen.“

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