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Mehr Arbeit und mehr Mitspracherecht : Amt steuert den Wegebau

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Amtsverwaltung Nordsee-Treene soll ein neues Konzept umgesetzt werden. Künftig wollen die Mitarbeiter selbst Pläne für den Bau und die Sanierung von Wegen erstellen. Dadurch erhoffen sich alle eine schnellere Umsetzung und mehr Einfluss. Bisher wird alles über den Kreis geregelt.

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erstellt am 19.Feb.2014 | 17:30 Uhr

Aufatmen können die Bürgermeister der 27 Gemeinden im Amt Nordsee-Treene. Das leidige Thema Wegebau- und -reparatur scheint nach jahrelangen Querelen in ihrem Sinn gelöst worden zu sein. Nach einer Gesprächsrunde des Amtsvorstehers und der extra eingerichteten Bürgermeister-Arbeitsgruppe mit Landrat Dieter Harrsen, bewertet Ralf Heßmann das Ergebnis der Zusammenkunft als sehr fruchtbar. „Der Kreis zeigte sich kooperativ und es war ein sehr offenes Gespräch“, betont der Amtsvorsteher auf Nachfrage.

Klärungsbedarf bestand, denn schon seit Jahren beklagen sich einige Gemeinden darüber, dass der Wegeausbau und die -reparatur zwar in ihrem Auftrag vom Kreis koordiniert und ausgeschrieben wird, sie aber eigentlich kaum Einflussmöglichkeiten auf die Arbeiten haben. Besonders klagten einige Bürgermeister, dass die Arbeiten viel zu spät im Jahr angelaufen sind und zudem niemand die Qualität der Bauarbeiten kontrolliert hat.

Das soll nun anders werden. Im Amt Nordsee-Treene wird künftig nicht mehr ein Mitarbeiter des Kreises die notwendigen Arbeiten in den einzelnen Gemeinden ermitteln. Vielmehr wird künftig ein Techniker des Amtes gemeinsam mit den Verantwortlichen der jeweiligen Kommune einen Bedarfsplan erstellen. Dies, so Heßmann, könne zeitlich wesentlich früher als bisher erledigt werden, denn dem Kreis hätten lediglich drei Mitarbeiter zur Verfügung gestanden. Die Folge: Auch die Ausschreibung könne dann wesentlich zeitiger erfolgen. Das bedeutet dann, dass die Bautrupps künftig zu einer optimalen Zeit beginnen können und nicht, wie in der Vergangenheit heftig kritisiert, erst in der für Straßenbauarbeiten ungünstigen feuchten und kühlen Jahreszeit beginnen. Eine weitere wesentliche Änderung: Es soll eine Kontrolle durch die Auftraggeber, die Gemeinden, geben. Gemeinsam mit dem Amtstechniker sollen die Verantwortlichen der Kommunen nämlich die Arbeiten abnehmen, erläutert Heßmann die Pläne.

Bevor es allerdings soweit ist, müssen weitere Gespräche geführt werden. Auch müssten die Gemeinden die noch bestehenden Verträge mit dem Kreis kündigen und neue abschließen. Vorgesehen sei nämlich, dass der Kreis auch weiterhin die Ausschreibung und Submission übernimmt. Dadurch könnten wegen des größeren Gesamtvolumens durchaus auch größere Unternehmen Interesse an den Arbeiten zeigen. Dies könnte zu langfristigen Planungen und vermutlich auch zu einem günstigeren Preis führen.

Noch ist nach Heßmanns Worten aber nicht geklärt, wie die finanzielle Zusammenarbeit der Gemeinden mit dem Amt und dem Kreis aussehen werde, schließlich übernehme ja ein Amtsangestellter Aufgaben, die bislang Mitarbeiter des Kreises ausgeführt hätten. Die Arbeitsgruppe des Amtes Nordsee-Treene geht allerdings davon aus, dass dafür keine volle, sondern eine halbe Stelle ausreichen dürfte.

Das neue Konzept kann, wenn alle Verhandlungen optimal verlaufen, frühestens im kommenden Jahr greifen, erläutert Amtsvorsteher Ralf Heßmann. Optimistisch ist er, dass das auch funktionieren werde, zumal sich in der Bürgermeisterrunde des Amtes, die nach den Gesprächen über das neue Konzept informiert wurde, kein Widerstand zeigte. Ob das Modell des Amtes Nordsee-Treene auch auf andere Ämter im Kreis übertragen werden könnte, könne er im Detail nicht beurteilen, aber denkbar sei dies schon.

 

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