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Markt-Treffs auf den Halligen : Amt Pellworm investiert in Wohnraum und Tourismus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sieben Millionen Euro bewilligt der Amtsausschuss für Modernisierungen auf Pellworm und den Halligen. Unter anderem sind ein neuer Kindergarten und zwei Markt-Treffs geplant.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 19:04 Uhr

„Die gesteckten Ziele für 2015 wurden nicht erreicht“, erklärte Pellworms Amtsvorsteher Matthias Piepgras in der letzten Sitzung des Jahres. Dazu hatte sich der Amtsausschuss im Husumer Rathaus eingefunden. Mit der Stadtverwaltung besteht eine Verwaltungsgemeinschaft. Und um diese ging es jetzt. Kritisch merkte Piepgras an, dass die Strukturen verbessert werden sollten. Jedoch sei immer noch vieles unklar, wie eigene Erfahrungen und eine Rückfrage bei den Mitarbeitern, die für das Amt tätig sind, ergaben. Für alle sei noch deutlich Luft nach oben. Klar sei allerdings für alle Mitglieder des Amtsausschusses, dass sie die politischen Vorgaben leisten, und die Stadt Husum diese als Verwaltungsbehörde umsetzt. Im Februar wird daher eine Arbeitssitzung einberufen, um die neuen Strukturen zu verdeutlichen, damit Absprachen zwischen der Verwaltung und den Gemeinden des Amtes Pellworm transparenter werden, und um direkte Ansprechpartner zu benennen. „Für mich ist es derzeit die mangelnde Kommunikation , die wir verbessern müssen“, sagte Grödes Bürgermeister Volker Mommsen. Der stellvertretende Amtsvorsteher, Jürgen Feddersen, ergänzte, dass ihm die derzeitigen Strukturen auch nicht genügen würden. Allerdings ist Pellworms Bürgermeister guter Dinge, weil ihm von der Landesregierung die finanziellen Mittel bewilligt wurden, einen Projektmanager für die Arbeit auf Pellworm einzustellen. „Wir wollen für alle eine zufrieden stellende Situation schaffen“, waren sich Piepgras und Feddersen einig.

Nicht nur das: Im Haushalt 2016 wurden sieben Millionen Euro für Baumaßnahmen auf Pellworm und den Halligen eingestellt. Der Kämmerer der Stadt Husum, Dirk Pohlmann, betonte, dass für die Umsetzung zusätzliches Personal oder externe Unternehmen respektive Büros beauftragt werden sollten. Diese Personalkosten müsse der Amtsausschuss vorab im Haushalt 2016 verbuchen, damit nicht schon im Januar ein Nachtragshaushalt erstellt werden müsste. Einstimmig beschlossen die Mitglieder, dies sowie zusätzlich 100.000 Euro für Ingenieurs- und Planungsbüros. „Alles, was in Anspruch genommen wird, muss auch bezahlt werden“, bemerkte der Amtsvorsteher auch mit Blick auf die Verwaltungskosten, die an die Stadt Husum zu erstatten sind. Auf Pellworm stehen folgende Modernisierungen und Neubauten an: Brückenbau, Heizung in der Schule, Neubau des Kindergartens sowie Abriss des alten, Ankauf eines Grundstücks für eine Pflegestation und der Anschluss an das Breitbandnetz. Auf der Hallig Langeneß, zu der auch Oland gehört, sollen neben dem Straßenbau, eine Grundsanierung der Toiletten und des Bads auf Oland umgesetzt werden, außerdem der Umbau von Hilligenlei zu Wohnraum, der Neubau eines Markt-Treffs und ebenfalls der Anschluss an das Breitbandnetz sowie Maßnahmen am Schulgebäude, am Kapitän-Tadsen-Museum, an der Drainage auf der Ketelswarft, ferner ein Plattenweg zur Badestelle Oland und eine Planung für Ferien-Wohnraum auf Oland. Auf Hooge soll ebenfalls ein Markt-Treff entstehen, für den analog zu Langeneß eine Planung, eine Warft und ein Neubau vorgesehen sind. Auf Gröde sind ein Gemeindehaus und die -straßen in Planung. Zunächst soll das Haus entstehen und ein Teilabschnitt der Straßen.

Des Weiteren berichtete der Insel-Bürgermeister über die Breitbandversorgung auf Pellworm. „Wir haben nicht so gute Anschlüsse wie angenommen“, gestand Feddersen. Daher seien bereits 700.000 Euro für das Breitbandnetz in den Haushalt eingestellt worden. Eine Förderung von bis zu 70 Prozent durch das Land sei möglich. „Jedes einzelne Haus auf Pellworm werden wir aber nicht erreichen“, war dem Bürgermeister klar. Hilfe bekommt er bei der Planung von der neuen Leiterin der Biosphäre Halligen, Sabine Müller. Sie unterstützt die Insel Pellworm bei der Umsetzung der Breitbandversorgung. Denn: Bislang war im Amtsausschuss nicht transparent genug dargestellt, dass auch dafür die Stadt Husum Hilfe anbietet. Eine gemeinsame Umsetzung bei ähnlichen Vorgaben auf Langeneß sind für alle Beteiligten daher bereits ein wertvoller Schritt. Der Kämmerer und Lena Clausen von der Stadt Husum sowie Sabine Müller haben sich zusammengesetzt, um Arbeitsansätze zu besprechen und festzulegen. Derzeit liegen bereits Leerrohre für das Breitbandnetz auf Langeneß. Volker Mommsen informierte abschließend, dass Gröde nun sehr gut mit schnellem Internet versorgt wird.

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