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Ehrenamt und Integration : Amt Nordsee-Treene sucht Kümmerer für Flüchtlinge

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ehrenamtliche Helfer sollen Frauen und Männern beim Einleben helfen. Sie sollen bei Sprachproblemen und Kulturbarrieren unterstützen oder auch Kontakte knüpfen.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2014 | 14:00 Uhr

„Wir geben richtig Gas, wir sind mit Blick auf andere so genannte Funktionsräume schon recht weit“, sagt nicht ohne einen gewissen Stolz Ralf Heßmann, Amtsvorsteher des Amtes Nordsee-Treene, nach der jüngsten Zusammenkunft zum Thema Flüchtlinge. Mit den Städten Friedrichstadt und Husum sowie den Ämtern Viöl und Nordsee-Treene soll das Problem angegangen werden. Nicht klein, klein, sondern es soll eine gemeinsame Strategie entwickelt werden. „Wir müssen nicht jedes Mal das Rad neu erfinden“, so der Amtsvorsteher und verweist darauf, dass erste konkrete Maßnahmen angeregt worden seien. Man habe sich entschlossen, ehrenamtlichen Kümmerern eine kleine Entschädigung zu zahlen, damit zumindest das Ehrenamt nicht auch noch ein Zuschussgeschäft wird. Reich könne damit niemand werden, auch nicht seinen Unterhalt bestreiten, aber zumindest seine Benzinkosten.

Der Funktionsraum setzt dabei ganz auf die Ehrenamtlichkeit. „Wir suchen Kümmerer“, sagt Heßmann, „Menschen, die sich um die Flüchtlinge bemühen, sie quasi an die Hand nehmen.“ Und das ist auch nötig, denn diese kommen vielfach aus einem ganz fremden Kulturkreis. Neben dem Sprachproblem stoßen sie auch auf eine ganz andere Mentalität. Daher sei es ganz wichtig, sie auch bei alltäglichen Dingen zu unterstützen, etwa bei so banalen Dingen wie dem richtigen Heizen. Denn vielfach würden die Flüchtlingen aus wärmeren Regionen die Temperatur einfach über die Fenster regulieren.

Eine hauptamtliche Kraft soll zudem bei der Diakonie in Husum angestellt werden, die wiederum auch Ansprechpartner der Kümmerer in vielen Bereichen sein soll.

Häufig, so schildert Ralf Heßmann aus seinen eigenen Erfahrungen als Bürgermeister der Gemeinde Hattstedt, würden die Flüchtlinge viel schneller integriert, wenn sie Kontakt mit der Bevölkerung hätten. „Das wollen wir dadurch erreichen, dass wir sie möglichst dezentral unterbringen und so von vornherein eine Ghettoisierung vermeiden“, sagt er. In seiner Gemeinde beispielsweise habe er vier Betroffene im örtlichen Sportverein angemeldet, drei beteiligen sich mittlerweile am Ligabetrieb. „Das ist Integration, dort lernen sie viel schneller die Sprache, einige plattdeutsche Brocken sind es auch schon.“

Die gegenwärtige Situation sei zudem eine ganz andere als noch vor wenigen Jahren. Diesmal fliehen die Menschen vor Kriegen in ihrer Heimat. Sie sind vielfach stark traumatisiert und bedürfen der besonderen Zuneigung. Das treffe ganz besonders auf die Kinder zu, um die sich gesondert gekümmert werden soll. Die Mitglieder des Funktionsraumes wollen unter anderem, auch in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Sprachkurse anbieten, nicht zentral, sondern – wie bei der Unterbringung – dezentral. Wer sich um Flüchtlinge kümmert, sie mit dem Alltag in Deutschland vertraut machen und sie beraten möchte, der sollte sich an das Ordnungsamt des Amtes Viöl unter Telefon 04843/2090 oder das Amt Nordsee-Treene unter Telefon 04841/9920 wenden.

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