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Studenten auf den SpurEn des dichters : Amerikaner in Theodor Storms Puppenstube

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

14 College-Studenten aus dem US-Bundesstaat Michigan, die daheim in Grand Rapids im Deutsch-Unterricht auch den Dichter Theodor Storm behandeln, hatten in dessen Geburtsstadt Husum ihren Spaß.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Auf ihrer Erlebnistour durch Husum war es für die Studenten des Calvin College ein besonderes Highlight, ins Theodor-Storm-Haus geführt zu werden. Professor Coral Roberts, der sie auf ihrer Reise begleitete, hatte bereits am College in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan dafür gesorgt, dass Storm für seine Schüler kein Unbekannter ist. „Der Schimmelreiter ist im Unterricht ein Muss“, sagte er. Tim, Nontje und Niklas, Gymnasiasten der Hermann-Tast-Schule, zeigten der Besuchergruppe im Rahmen des Projektes „Schüler führen Schüler“ das Museum – und hatten dabei viel Spaß. So verglichen Anneke Knot (19), Jerry Grieser (20) und die zwölf weiteren Studenten des College, die sich knapp eine Woche in Husum aufhielten, zum Beispiel das Storm-Haus mit einer Puppenstube.

Die amerikanischen Gäste waren voll des Lobes über ihr Gastland. „Alles ist hier so perfekt für uns organisiert worden“, sagten sie übereinstimmend. Oder: „Alles ist hier so ordentlich und korrekt.“ Zuruf aus der hinteren Reihe: „Ganz zu schweigen von den vielen Brotsorten. Hier könnte ich immer nur essen!“ Daraufhin gab es Gelächter – nicht nur aus den hinteren Reihen.

Anneke Knot erzählte: „Ich konnte wählen zwischen Spanisch und Deutsch als Fremdsprache. Ich habe mich für Deutsch entschieden – und das aus gutem Grund“, sagte sie strahlend. „Es hatte nicht zuletzt mit der ,interessanten Deutschlehrerin‘ am College zu tun. Der Unterricht wurde von ihr derart spannend und abwechslungsreich gestaltet, dass es von da ab zu meinem Lieblingsfach wurde. Ich war ganz wild darauf, daran teilzunehmen.“ Und weiter begründet die 19-Jährige ihre Entscheidung: „Die Welt wird täglich kleiner – mindestens eine Fremdsprache gilt als gutes Rüstzeug auf einer Karriereleiter.“

Bei vielen der Schüler ist Neugierde auf eine andere Kultur Triebfeder, sich gerade für Deutsch zu entscheiden. Und Jerry Grieser, der stolz von seinen deutschen Vorfahren erzählt, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Eine Fremdsprache ist in unserem Land ein deutlicher Karrierevorteil. Meine Wahl fiel dabei auf die deutsche Sprache – und das hat ebenfalls etwas mit der immer weiter fortschreitenden Globalisierung zu tun. Und damit, dass diese Sprache eine der wichtigsten Wirtschaftsprachen der Welt ist.“ Nach seiner Beobachtung seien internationale Unternehmen in seiner Heimat sehr darauf bedacht, Mitarbeiter mit Sprachkompetenz zu bekommen. Sprachvielfalt habe außerdem den Vorteil, sich in anderen Ländern und Kulturkreisen mühelos verständigen zu können. Aber auch im privaten Bereich gäbe es Pluspunkte für eine fremde Sprache bei Auslandsaufenthalten und Urlauben sowie bei literarischen Ausflügen. Nicht zuletzt sei sie eine Bereicherung, wenn es darum gehe, internationale Freundschaften pflegen zu können.

Nach dem bunten Reigen der Besichtigungen, Empfang beim Bürgermeister, Besuch des Nissenhauses, Schulprojekte und vielem mehr, bereitet sich die Gruppe auf weitere interessante Stationen in Lübeck, Wittenberg, Freiburg im Breisgau und Basel in der Schweiz vor. Am
21. Januar fliegen sie wieder zurück – nach Michigan, knapp unterhalb der kanadischen Grenze.

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