Wohnungsbau in Husum : Am Trommelberg geht’s weiter

So soll das Ensemble an der alten Pestalozzischule (l.) einmal aussehen.
So soll das Ensemble an der alten Pestalozzischule (l.) einmal aussehen.

Nach der Sommerpause soll Baurecht geschaffen werden – und der Investor kann die „Husumer Höfe“ errichten.

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21. Juli 2018, 08:30 Uhr

Husum | Nachdem der Erweiterungsbau auf dem Trommelberg-Gelände an der ehemaligen Pestalozzischule den Beifall des Umwelt- und Planungsausschusses bekommen hat (wir berichteten), sollen die Pläne des Investors für die andere Hälfte des Areals bald in die heiße Phase gehen. „Wenn das Bauleitverfahren durch ist, kann der Bauantrag gestellt werden“, sagt Doris Lorenzen vom Bauamt der Stadt Husum. Nach der Sommerpause soll es so weit sein, umreißt sie den Zeitrahmen. „Erst muss die endgültige Abstimmung mit den Mitgliedern des Statthus-Wohnprojekts und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises erfolgen.“ Denn das Gebäude der früheren Schule – zentrales Element des von der Statthus-Genossenschaft ins Leben gerufenen generationenübergreifenden Wohnprojekts – ist entsprechend geschützt. Ist das Bauleitverfahren abgeschlossen, sei die Bedingung für den Vollzug des bereits abgeschlossenen Kaufvertrags für das Grundstück erfüllt, und der werde automatisch gültig. Das werde wohl im Herbst der Fall sein, schätzt Doris Lorenzen. „Es muss ja Baurecht vorhanden sein, sonst hat der Investor keinen Nutzen davon.“

Der Investor ist Michael Demandt aus Rendsburg. Auf den 8000 Quadratmetern, die er auf dem Trommelberg-Areal zur Verfügung hat, will er drei Häuser mit 74 Wohnungen errichten. „50 Prozent frei finanzierter und 50 Prozent geförderter Wohnraum“, sagt Demandt. „Für letztere ist in der Stadt ja Bedarf.“ Entstehen sollen Niedrigenergiehäuser nach dem Energieeffizienz-Standard KfW 40. „40 Cent Heizkosten pro Quadratmeter“, weiß Demandt. „Husumer Höfe“ soll das Gebäude-Ensemble heißen, das ursprünglich nur auf 57 Wohnungen ausgelegt und mit einem Parkplatzschlüssel von 0,8 versehen war. Daher hatte der Investor auch ein Car-Sharing-Projekt geplant und die Trommelberger dafür begeistert. „Eigentlich wäre mir ja ein Schlüssel von 0,7 lieber gewesen, aber mittlerweile ist der auf 1,0 hochgesetzt worden“, sagt Demandt, der bereits 750 Wohnungen in ganz Schleswig-Holstein und besonders im Randgebiet von Hamburg gebaut hat und zudem 120 neue Wohnungen in Flensburg plant. „Dafür ist aber nicht genug Platz auf dem Grundstück. So kommt unter eines der Häuser eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen. Für die muss ich dann aber etwas mehr Miete haben“, beschreibt er das teure Vorhaben. Die Wohnungen selber seien barrierefrei zugänglich und in sich barrierearm. „Den Rollstuhlradius von 1,50 Meter bekommen wir nicht ganz hin, da müssen 1,20 Meter reichen“, sagt er. Finanziert werde der Bau der „Husumer Höfe“ ab 2019 mit Krediten der Investitionsbank Schleswig-Holstein und der VR-Bank Westküste. Die Erlangung des Baurechts dafür liege „in den letzten Zügen“, so Demandt. „Die Pläne sind fertig – und der Bauantrag wird gestellt, sobald wir das können.“

Zumindest bei der Abstimmung mit den Trommelbergern braucht Demandt wohl keine Schwierigkeiten zu befürchten. „Wir haben uns das alles angesehen“, sagt Michael Graf von der Statthus-Gruppe. Mit Demandt stehe man ohnehin ständig in losem Kontakt. „Das läuft alles problemlos.“ Zwar habe man sich über die Tiefgaragen-Idee gewundert, die vor zwei Monaten aufgekommen war. „Weil es enorme Kosten verursacht. Da hätte man doch lieber weniger Wohnungen bauen können.“ Aber das sei Sache des Investors.

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