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Einkaufen am Heiligabend : Am 24. Dezember haben Husums Geschäfte zu

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Husum wollen die meisten Unternehmer ihre Geschäfte Heiligabend nicht öffnen – auch aus Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter.

von
erstellt am 15.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Es ist eine Debatte, die durchaus emotional geführt wird: Sollten Geschäfte am Heilig Abend öffnen? Für drei Stunden dürfen sie es, die meisten Läden sehen in Husum aber davon ab. Während Supermarktketten wie Aldi oder Lidl schon erklärt haben, am Sonntag, 24. Dezember, ihre Filialen geschlossen zu lassen, können Inhaber eigenständiger Geschäfte selbst entscheiden, ob sie und ihre Mitarbeiter am 24. für drei Stunden kommen sollen. Im Zuge der Recherchen der Husumer Nachrichten fand sich in Husum allerdings nur ein Geschäft, dessen Inhaber planen, diese Möglichkeit zu nutzen. Vor dem Hintergrund der Proteste, die es von Gewerkschaften und Kirchen gegen die Shopping-Möglichkeit am Heilig Abend gibt, wollen sie namentlich nicht in der Zeitung erscheinen.

Peter Cohrs, Geschäftsführer von C.J., Schmidt, lässt sein Modehaus am 24. Dezember zu. „Ich glaube nicht, dass die Notwendigkeit dazu besteht, am Heilig Abend zu öffnen“, erklärt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft - wobei das Bedürfnis, Weihnachten das Geschäft zu öffnen, je nach Branche unterschiedlich stark sein möge. Trotzdem geht Cohrs davon aus, dass die meisten Geschäfte in der Husumer Innenstadt geschlossen bleiben werden: „Familie, Freunde - am Heilig Abend sollte der festliche Anlass im Vordergrund stehen.“ Auch nebenan werden Last-Minute-Käufer vor verschlossenen Türen stehen: Bei Rothgordt hat man sich ebenfalls dafür entschieden, am Sonnabend, 23. Dezember, die Weihnachtseinkäufer zum letzten Mal zu versorgen.

Eine Absprache unter den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet-Ost (IGO) gibt es zum 24. Dezember nicht. IGO-Vorsitzender Ole Singelmann glaubt allerdings, dass auch die Mehrheit im Gewerbegebiet ihre Geschäfte nicht öffnen wird – und das hält er für richtig: „Man muss mit den Mitarbeitern sorgsam umgehen“, findet der Hagebaumarkt-Chef, „und sie nicht daran hindern, am Heilig Abend bei ihren Familien zu sein.“ Auch vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels hält Singelmann es für sinnvoll, „die Leute nicht überzustrapazieren“. Zudem könnte ja jeder am Sonnabend das kaufen, was ihm noch fehlt: „Es wird keiner verhungern, wenn er am Sonntag nicht einkaufen kann.“

Das sieht auch Olaf Jessen von Edeka-Markt in der Siemenstraße so: „Die Leute können auch ein, zwei Tage vorher einkaufen gehen. Ohnehin ist Heiligabend für uns kein allzu starker Tag.“ Seine 50 Mitarbeiter dürfen jedenfalls zuhause bleiben - „sie müssen während der Weihnachtszeit ohnehin recht viel arbeiten, da kann man ihnen doch mal ein freies Weihnachten gönnen.“ So sieht es auch Jürgen Clausen vom Edeka an der Ostenfelder Straße: „Wir bekommen sonntags keine frische Ware –alles, was man dann einkaufen könnte, bekommen die Kunden also auch am Sonnabend.“ Außerdem sei er selbst Familienvater und sehe deshalb keinen Grund, seinen 54 Angestellten zuzumuten, Heilig Abend zu arbeiten.

Im Interesse seiner 102 Angestelltenargumentiert auch Matthias Eichhorn, Warenhausleiter des Husumer Famila-Marktes: „Außerdem glaube ich gar nicht, dass der Kunde einen offenen Markt am Sonntag unbedingt annehmen würde.“

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