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Drei Tage Blues-Rock : Altmeister und Nachkommen begeistern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das achte Guitar Heroes Festival begeistert an drei Tagen die Besucher in Joldelund. Den Anfang machten Krissy Matthews und Billy Walton. Im Herbst startet in Gerd’s Juke Joint das nächste Event.

Erneut und zu Recht stand Joldelund im Mittelpunkt der Rock- und Blues-Welt. Einige der Guitar Heroes, jener Saiten-Zauberer, die sonst auf den großen Bühnen und in Musikstudios rund um den Globus zu Hause sind, gaben wieder ein Stelldichein. Der musikbegeisterte Bäckermeister Gerd Lorenzen hatte mit Unterstützung seines Freundes und Managers Arthur ter Avest zum achten Mal das Guitar Heroes Festival in seine Event-Scheune geholt. Am Wochenende zog es treue und neue Gäste aber an drei Tagen in Gerd’s Juke Joint“ mit seinem urigen Ambiente, in das der Hausherr wie berichtet einige Neuerungen installiert hatte.

Hingucker war ein alter Renault der nach außen aus dem Gebäude ragt, das Vorderteil hat im Innenraum seinen Platz. Nah dran am Publikum entfachten die Meister der Instrumente ein Feuerwerk. Wie bereits vor zwei Jahren zog der norwegisch-britische Gitarrist Krissy Matthews mit seiner Band am ersten Abend alle Register seines Könnens. Besonders viele Fans zog das Konzert diesmal an, weil der Musiker gleichzeitig seine erste Live-CD aufnahm. Relativ unspektakulär passierte das am Mischpult im Technik-Bereich. „Krissy wollte das unbedingt in Joldelund, weil ihm die Atmosphäre so gut gefallen hatte“, gegrüßte der Veranstalter Gerd Lorenzen seine Gäste.

Von der ersten Sekunde an hatte Matthews sein Publikum im Griff. Mal frisch und rau, dann schräg und wild, kam er daher, eindeutig inspiriert von Jimi Hendrix, Eric Clapton, oder Rory Gallagher. Es dauerte nicht lange, dass bereits am Anfang die Stimmung überkochte. Ohne Pause zog Matthews sein gewohnt breit gefächertes Programm durch. Das Spektrum reichte vom erdigen Mississippi-Blues bis zum heiß-funkigen Boogie. „Das war eine coole Nummer. Bin gespannt wie das weitergeht. Dort hat es immer an jedem Abend Steigerungen gegeben“, erzählt der Hamburger Michael Lüdemann. Er sei auf fast jedem Festival dabei. Joldelund schätze er, weil nur eingefleischte Fans der Musik da seien. Man kenne sich.

Wie recht er hatte, zeigte der US-Amerikaner Billy Walton mit seiner Truppe, dabei zwei Bläser, deren Sound stark an die legendäre Band „Blood, Sweat and Tears“ erinnerte. Mit Power und Spielfreude versetzten die Profis die Zuhörer immer wieder in Jubelausbrüche. „Das ist ein guter Ort zum Spielen“, meinte Walton und rief Matthews noch einmal für eine Session auf die Bühne. Deutlich war zu erleben, dass Walton schon mit Southside Johnny oder Little Steven, jenen großen Musikern aus New Jersey, zusammen gespielt hatte. Bruce Springsteen oder Jon Bon Jovi ließen ebenso grüßen, wie der Good Old Rock’n Roll, gepaart mit Big-Band-Sequenzen, fein säuberlich garniert mit atemberaubenden Gitarren-Läufen. Der Meister aus den USA lieferte eine einfühlsame Interpretation von „Purple Rain“ als Hommage an den kürzlich verstorbenen Prince. „Eine Hammer-Show“, meinte nicht nur der Stammgast aus der Hansestadt an der Elbe.

Der nächste Tag startete bereits am Nachmittag. Die Akteure des Flensburger Musik-Stammtisches hatten nach einer Idee Lorenzens Nachwuchsbands organisiert, dabei die Gruppe Madison und Party Meltown Aftermath. Sie fanden hauptsächlich bei den angereisten Fans und eher weniger bei Gästen Gehör, doch die Stimmung im Zelt war mehr als gut.

Als wahre Anheizer gaben am Abend die Herren der Berliner Band The Wake Woods Gas. Gute-Laune-Retro-Rock nennen sie ihren Stil. Doch unverkennbar waren Metal- und Hardrock-Einflüsse zu hören. Die Musik animierte zum Abfeiern. Das australische Trio Vdelli mit ihrem Chef als Namensgeber, Michael Vdelli, kam funkig bis bluesig daher. Die Musiker verstanden das Spiel mit Instrumenten und Zuhörern. Bassist Leigh Miller faszinierte mit atemberaubenden Bass-Läufen in großer Schnelligkeit und Präzision.

Als absoluter Höhepunkt entpuppte sich der Auftritt des Norwegers Geir Arne Westby. Er fesselte mit seinen Musikern und entfachte durch langsame oder schnelle Bluestitel ein Wechselbad der Gefühle. Offensichtlich hatten die nordischen Mannen den Blues mit der Muttermilch eingesogen. Mittendrin im Geschehen und bei allen Acts war der zufriedene Gerd Lorenzen. Er mischte mit den Tanzwütigen mit und die drückten meditativ oder explosiv ihre Lebensfreude aus. „Ich freue mich, wenn meine Gäste glücklich sind“, so Lorenzen. „Jeder Auftritt war grandios“, kommentierte Daniel Feddersen aus Rendsburg. „Die Veranstaltung war Super. Jeder Musiker hat alles gegeben. Toll, dass auch Nachwuchsgruppen auftreten durften“, so Manuela Lassen aus Kiel. Mit akustischen Klängen von The Heavy Hitters, hinter denen sich die Musiker von Vdelli verbergen, endete gestern ein abwechslungsreiches Event. Das nächste Festival steht im Herbst an.          rah
www.jukejoint.joldelunder.de.











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