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Altersarmut von Frauen ist immer öfter Thema im Sozialverband

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch Altersarmut war Thema bei der Frauentagung des Kreissozialverbandes Nordfriesland in Struckum. Hierzu begrüßte Kreisfrauensprecherin Helga Behrendsen zusammen mit ihrer Stellvertreterin Gudrun Ingwersen als Referentin die Kollegin auf Landesebene, Jutta Kühl.

Diese schickte voraus, dass die drohende Altersarmut Frauen wesentlich stärker betrifft als Männer. Denn weniger Lohn führe im Alter zu erheblich niedrigeren Rentenansprüchen. Das durchschnittliche Einkommen eines Rentners liegt nach Kühls Angaben zurzeit bei 1016 Euro, das einer Rentnerin bei 483 Euro, so dass immer mehr Frauen unter die Grundsicherungsgrenze fallen. Dies bestätigte Kreisvorsitzender Hans-Christian Albertsen. Er erinnerte zudem an eine Veranstaltung aus 2006, bei der die Notwendigkeit der Frauenvertretung in Frage gestellt worden war. „Aber es gibt so viele Ungerechtigkeiten. Es ist gut, dass wir die Frauenvertretung haben.“

Jutta Kühl vergaß nicht, die „hervorragende Arbeit“ der Ehrenamtlichen zu loben, die mit dazu beigetragen hätten, dass der Sozialverband in Schleswig-Holstein fast 125 000 Mitglieder zählt, für die im vergangenen Jahr etwa 13 Millionen Euro erstritten werden konnten.

Im Mittelpunkt der Tagung stand das Referat von Regina Klingsporn, die als ehrenamtliche Patienten-Ombudsfrau für die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg tätig ist. Der Verein der Patientenmänner/frauen versucht, bei Streit um medizinische Leistungen eine außergerichtliche Klärung herbeizuführen. Bei Behandlungsfehlern ist die Schlichtungsstelle in Hannover für ganz Norddeutschland zuständig.

Regina Klingsporn berichtete von ihrer Arbeit. Die ehemalige Pastorin befasst sich jährlich mit rund 1300 Fällen. Sie wird nicht aktiv, wenn die Anfrage anonym gestellt wird, bei schwebenden Verfahren, einer Straftat und entschiedenen Verfahren. Sehr häufig, so Klingsporn, lösen sich Sachverhalte schon im Gespräch, wenn aufmerksam zugehört wird. Aber auch die Erfahrung, dass Versicherungen erstmal „Nein“ sagen, werde immer öfter gemacht. Regina Klingsporn weiß, dass Vertreter von Institutionen bei ihr „gleich ganz anders“ reagieren. Patienten haben bis zu vier Jahren Zeit, um Beschwerden vorzutragen, da sich in medizinischen Fällen eine Beeinträchtigung oder Verschlechterung erst entwickelt. Die Patienten-Ombudsfrau betonte ausdrücklich, sie sei für alle da. Die Kosten der Anreise übernimmt der Verein.

Dass immer mehr Ärzte keine neuen Patienten aufnehmen, registriert Regina Klingsporn mit Besorgnis – ebenso wie das Problem des fehlenden „Landarztes“.

Die Patienten-Ombudsfrau ist zu erreichen unter Telefon 0461/25963.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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