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Hegering Langenhorn : Alter Verein auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Jagdgenossen aus Langenhorn, Bargum und Ockholm blicken auf Geschichte von mehr als 100 Jahren zurück. Und sie erhalten weiter Zulauf – vermehrt auch von Mädchen und Frauen.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 17:50 Uhr

Vor knapp 100 Jahren veröffentlichte die Husumer Nachrichten erstmals Meldungen über einen Langenhorner Jagdverein. Die damaligen Waidmänner firmierten unter dem Namen „Treffsicher“ – was die 36 Jäger am 11. Oktober 1919 auf einer Treibjagd im Neuen Koog Langenhorns mit 16 Hasen auch unter Beweis stellten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts berichtete eine Broschüre, dass Jagdfreunde aus der Gemeinde Langenhorn Seehunde, Enten und Rebhühner erlegten. Auch seinerzeit wurden laut Meldungen viele Hasen zur Strecke gebracht.

Eine lange Tradition, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. „In jetziger Form haben wir zwischen 90 und 100 Mitglieder“, beziffert Heiner Gosch eine Zunahme an Waidmännern und -frauen. Eine gegenläufige Entwicklung im Vergleich zu anderen Vereinen. Und der Nachwuchs verbessert sich nicht nur in der Quantität: „Sogar viele Mädchen und Frauen schließen sich uns an“, berichten die Jäger erfreut.

Schon seit jeher nehmen auch Frauen an Treibjagden in der Gemeinde teil – zunächst aber nur mit ihren Musikinstrumenten als Teil der Langenhorner Bläsergruppe, die 1962 gegründet wurde und regelmäßig unter der Leitung von Hans Muß erfolgreich an Landeswettbewerben teilnahm.

Heiner Gosch fungierte zehn Jahre als Pressereferent des Hegerings. Im vergangenen Jahr wurde Stephan Werner-Matzen sein Nachfolger. Dennoch bleibt Gosch mit Feuereifer dabei. „Ich wohne in meiner Jagd“, sagt der langjährige Bau- und Möbeltischler, der 45 Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet hat.

Als 19-Jährigen zog es ihn ins Zürcher Unterland. 1987 kauften sich die Goschs dann aber aus Verbundenheit mit dem Norden ein Haus in Langenhorn. Zunächst, um mit der Schweizer Frau und den vier Kindern Urlaub zu machen. 2005 zogen die Eltern dann ohne Kinder komplett nach Nordfriesland. Der Jugendtraum des heute 76-Jährigen war es, Jäger zu werden. Daher machte er zwischenzeitlich bereits in Waldshut in Baden-Württemberg seinen Jagdschein. Passend gehört zum heutigen Anwesen der Goschs in Langenhorn auch Land hinter dem Haus. 504 Hektar umfasst sein Revier, das er sich mit zwei anderen teilt. Und auch in diesem Winter war laut seiner Erkenntnis der Hasenbesatz wieder sehr hoch. Wesentlich besser als im Jahr zuvor. „Die Treibjagden sind sehr gut ausgefallen“, resümiert Gosch: pro Revier etwa 20 bis 40 Hasen.

Die zu bejagende Fläche des Hegerings beläuft sich insgesamt auf 7212 Hektar. Die Gemeinde Langenhorn hat mit 4462 Hektar die größte Fläche, gefolgt von Bargum mit 1420, knapp vor Ockholm mit 1330 Hektar, die in 14 Reviere von 215 bis 770 Hektar durch die Jagdgenossenschaft Langenhorn aufgeteilt wurden. Die Institution nimmt auch die jeweilige jährliche Pacht ein.

„Wenn wir Füchse erwischen, ist es sehr erfreulich“, sagt der Experte. Denn: Je mehr Beutegreifer erlegt werden, desto besser sei das für Bodenbrüter wie Federwild und Hase, erklärt Gosch und schlägt eine Brücke zur natürlichen Auslese. Die Waidmänner jagen nicht nur aus Lust, sondern weil sie helfen wollen, die Hasen zu erlegen – von denen, wie es schon 1923 in den Husumer Nachrichten stand, es auf der Geest viele gibt.


Info im Internet unter www.ljv-sh.de und langenhorn.jagdgenossenschaft.info

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