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Husum : Alten Öfen droht ohne Filter das Aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Alte Kaminöfen werden die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht einhalten können, deshalb läuft ihre Betriebsgenehmigung zum Jahresende aus.

Kaminöfen strahlen Wärme und Gemütlichkeit aus, aber auch viele Schadstoffe: Aus den 15 Millionen Kaminöfen in Deutschland strömt mehr Feinstaub als der gesamte Autoverkehr erzeugt. Denn die kleinen Anlagen blasen ihre Abgase oftmals ungefiltert ins Freie, zumindest die älteren Modelle. Das verdirbt die gute Luft – leider auch in Husum.

Claus Clausen, einer von fünf Bezirksschornsteinfegermeistern, schätzt, dass es rund 1500 Kaminöfen in der Storm-Stadt gibt. Und einem nicht unerheblichen Teil von ihnen droht zum Jahresende das Aus. Am 31. Dezember ende die Betriebsgenehmigung für alle Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 31. Dezember 1984 hergestellt worden seien, so Clausen. „Die erreichen die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht mehr und müssen entweder mit einem Filter nachgerüstet oder aber aus dem Verkehr gezogen werden.“ Allerdings habe er noch nie einen nachgerüsteten Ofen gesehen: „Die Filter sind viel zu teuer, das lohnt nur bei sehr wertvollen Öfen. Der Ersatz durch einen moderneren Ofen, der auch weniger verbraucht, ist auf jeden Fall die bessere Wahl.“

Wer einen solchen Ofen kaufe, müsse ihn anmelden und abnehmen lassen. „Und die Schornsteinfeger kontrollieren diese Öfen dann im Rahmen der Feuerstättenschau, die zweimal innerhalb von sieben Jahren stattfindet.“ Besitzer von Kaminöfen, deren Betriebserlaubnis ablaufe, bekommen das von ihrem Schornsteinfeger in der Feuerstättenschaubescheinigung mitgeteilt. „Und das prüfe ich auch nach: Wenn ich das nächste Mal zum Kehren vor Ort bin und der Ofen ist noch in Gebrauch, muss ich das der zuständigen Ordnungsbehörde melden – in diesem Fall dem Kreis.“ Der leite dann Strafmaßnahmen ein, die empfindlich ausfallen können: „So etwas kann den Sünder bis zu 50.000 Euro kosten.“

Ein neuer Ofen ist da wohl die bessere Lösung. Das wird am Ende des Jahres, wenn der Austausch ansteht, sicher auch die Fachhändler und Baumärkte freuen. „Das Geschäft mit den Öfen läuft bei uns mittelmäßig, mal werden mehr verkauft, mal weniger“, sagt Ingo Böttcher, im Plaza-Baumarkt zuständig für Holz und Baustoffe. Der Trend gehe dabei nicht zu teuren Luxusanlagen, sondern zu den günstigen, zweckmäßigen Öfen. Beständig gut sei hingegen der Handel mit Zubehör. „Wir verkaufen aber nur, für Aufbau und Anmeldung ist der Kunde dann selbst verantwortlich.“

Das ist er im Anschluss auch für das korrekte Betreiben der Anlage. Und kann so eine Menge dafür tun, um die Umweltbelastung zu verringern. Holz verbrennt am besten, wenn die Scheite sechs bis zwölf Zentimeter dick sind. Außerdem sollten sie nur so lang sein, dass sie sich mit ein paar Zentimetern Abstand zur Wand im Ofen stapeln lassen, rät die Deutsche Umwelthilfe in Berlin.

Zum Entfachen des Feuers Papier oder einen Anzünder oben auf den Stapel legen. So wird der obere Teil des Feuerraums schneller heiß, wodurch weniger Schadstoffe produziert werden. Außerdem nicht zu viel Nachschub auf einmal einlegen: Experten raten hier zu einem Richtwert von 150 Gramm Holz pro Kilowatt Nennwärmeleistung des Ofens. Der Wert findet sich in der Bedienungsanleitung oder auf dem Typenschild. Und da steht auch das Baujahr. So kann jeder schon jetzt nachsehen, ob für 2018 eine Neuanschaffung notwendig wird.

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