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Jubiläum des Gardinger Schützenvereins : Alte Traditionen werden hochgehalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Gardinger Schützenverein feiert vom 12. bis zum 16. August sein 50-jähriges Bestehen mit Preisschießen und öffentlichem Festball. Gruppen können sich noch für den Wettbewerb anmelden.

Unter den Schützengilden und -vereinen in Norddeutschland ist die Gardinger im Vergleich noch ein junger Zusammenschluss. Im Alter kann sie sich mit der Kieler Großen Grünen Schützengilde von 1412 oder mit der Schützengilde Hitzacker von 1395 nicht messen. Doch auf ihre 50 Jahre, die sie in diesem Jahr besteht, sind die Mitglieder stolz, und das wird vom 12. bis zum 16. August gefeiert. Gegründet wurde der Schützenverein am 17. September 1965 von neun Männern. Erster Vorsitzender war damals Horst Schaefer. Die ersten Anschaffungen waren ein Gewehr sowie eine komplette Schießanlage.

Doch die modernen Schützenbrüder können auf eine alte Tradition in der Stadt zurückblicken. Denn im Jahr 1621 wird eine Schützengilde erstmals erwähnt. Das sogenannte Vogelschießen lief ähnlich wie die heutigen ab, jedoch mit wesentlich strengeren Regularien. Verfehlungen wurden oftmals mit sogenannten Brüchen bestraft, heute würde man Strafgeld sagen. Der Vorjahrskönig wurde mit dem Umzug abgeholt und dann ging es auf die Festwiese außerhalb der Stadt, wo das Vogelschießen stattfand. Der König erhielt einen Silberbecher, für Kopf und Schwanz gab es ebenfalls einen kleinen Becher und für die Flügel einen silbernen Löffel. Der Wettbewerb war nicht ganz ungefährlich, da mit Vorderladern geschossen wurde, die manchmal nach hinten losgingen. Laut altem Gildebuch sollen im Jahr 1804 so sechs Menschen verletzt worden sein. Außerdem wurde ein kleiner Junge in der Stadt von einer verirrten Kugel getroffen. Doch offensichtlich war den Schützenbrüdern das Reglement irgendwann zu streng oder sie hatten andere, vielleicht auch finanzielle Sorgen. Auf jeden Fall löste sich die Gardinger Gilde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf.

„Heute hat der neue Verein 60 Mitglieder, und im Schützenheim stehen sechs Schießplätze zur Verfügung“, sagt der Vorsitzende Peter Gehring. Wenn am Mittwoch (12.) um 18.50 Uhr die Böllerkompanie Neustrelitz ihre Salutschüsse abfeuert und Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt einen ersten Schuss abgegeben hat, sind die Festtage zum Jubiläum eröffnet. Dann findet von Mittwoch bis Freitag jeweils um 19 Uhr sowie am Sonnabend ab 14 Uhr im Schützenheim das Preisschießen statt, während in der Turnhalle an den Tagen das sogenannte Rottenschießen beginnt. Eine Rotte besteht aus mindestens sieben Personen, die auf einen Holzvogel schießen. Hierzu dürfen sich noch Vereine, Kartenclubs oder sonstige Gruppen anmelden. Die zwei besten aus jeder Rotte haben dann am Sonnabend die Möglichkeit, um die Königswürden zu schießen. Anmeldungen für die Wettbewerbe nimmt Detlef Hars unter Telefon 04862/361 oder per E-Mail unter detlefhars@online.de entgegen. Der Sonnabend beginnt dann um 14 Uhr mit einem Kinderflohmarkt und Lichtpunktschießen. Ab 15 Uhr fängt das Ausschießen der Bürger- und Eiderstedter Königspaare statt. Mit dabei sind natürlich auch die geladenen Gastvereine. Um 18.30 Uhr startet der Festumzug vom Schulhof der Theodor-Mommsen-Schule, es wird das amtierende Vereinskönigspaar abgeholt. Der Weg führt über Marienstraße, Norderring, Nordergeestweg, Theodor-Mommsen-Straße, Bundesstraße zur Bövergeest, wo das Paar abgeholt wird. Zurück geht es durch die Innenstadt zum Schulhof. Der Schützenverein würde sich freuen, wenn die Gardinger Bürger dem Anlass entsprechend ihre Straßen und Häuser schmücken würden. Um 20 Uhr beginnt dann der öffentliche Festball mit Preisverteilung und Tombola in der Turnhalle. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Hermann Clasen mit seiner Disco. Der Sonntag (16.) wird um 9.45 Uhr mit Salutschüssen eingeleitet. Um 10.15 Uhr hält Pastor Thomas Knippenberg in der Turnhalle einen plattdeutschen Gottesdienst, und um 11.30 Uhr beginnt ein musikalischer Frühschoppen mit dem Shantychor „Die Strandräuber“ aus St. Peter-Ording.

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