zur Navigation springen

Ärger über Förderung : Alte Technik statt LED-Licht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Amtsausschuss Nordsee-Treene verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung den ersten Nachtragshaushalt. Der Büroanbau am Amtshaus wurde teurer als geplant, neueste Technik konnte wegen Terminüberschreitungen nicht eingebaut werden.

Bürgermeister Hermann Paulsen begrüßte in seinem Dorfgemeinschaftshaus den Amtsausschuss Nordsee-Treene, der dort seine zweite öffentliche Sitzung nach der Kommunalwahl abhielt. Besonders wies der Gemeinde-Chef daraufhin, dass das Gestühl an diesem Abend Premiere hat, denn es sei nagelneu. Das wussten die Mitglieder zu schätzen, denn unter anderem wurde ihnen ein Vortrag über die ETS-GmbH präsentiert, den Geschäftsführer Karsten Jasper hielt.

Die Zahlen, die der Landtagsabgeordnete vorlegte, beeindruckten. Immerhin gehören der Flusslandschaft 122 Gemeinden und acht Ämter an. Vier Landkreise mit zusammen 111 340 Einwohnern und einer Gesamtfläche von rund 1600 Quadratkilometern umfasst das Gebiet. Projektentwicklerin Hanna Fenske legte nach, nannte Zahlen aus der Förderperiode 2007 bis 2013 der Aktiv-Region Südliches Nordfriesland. So seien 74 Projekte bei einem Grundbudget von 1,233 Millionen Euro bewilligt worden. Hinzu kommen weiter 1,807 Millionen Euro aus Leuchtturmprojekten, weitere knapp 400 0 00 Euro aus Health-Check und 631 211 Euro für den Wegebau. Zusätzliche Fördermittel, wie etwa Bingo-Lotto, brachten nochmals eine Million Euro. Für die Aktiv-Region bedeutet dies 5,067 Millionen Euro Fördermittel und dadurch ausgelöste Investitionen von 10,963 Millionen Euro. „Wir haben da bewusst niedrig gerechnet, wahrscheinlich liegt diese Summe viel höher“, sagte Hanna Fenske.

Einstimmig fiel anschließend die Entscheidung darüber, dass sich das Amt Nordsee-Treene in einer geplanten Lokalen Tourismus Organisation (LTO) einbringen wird. Noch allerdings werden keinerlei finanzielle Zusagen gemacht, doch es soll geprüft werden, wieweit die LTO aus Nordstrand, Husumer Bucht, Stadt Husum, Pellworm, Nordfriesland Nord und den Halligen zusammen arbeiten könne. Langfristiges Ziel ist es ein Logo zu entwickeln und für die ganze Region dann um Urlauber zu werben.

Mit nackten Zahlen konfrontierte Amtskämmerer Udo Ketels schließlich die Versammlung, denn der erste Nachtragshaushalt sollte verabschiedet werden. Nicht ganz so glücklich zeigten sich die Gemeinden, dass der Amtsumlagebetrag von bislang 18,5 Prozent auf 19,04 Prozent angehoben werden muss. Er steigt um 120 900 Euro auf nun 3,530 Millionen Euro. Trotz des gesunkenen Stellenplans um 0,62 Stellen erhöhen sich die Personalkosten allerdings wegen Lohnsteigerungen um 41 000 Euro.

Teurer als geplant wurden auch die Anschaffungen von Computern, Software und Mobiliar. Veranschlagt waren dafür 34 500 Euro, tatsächlich belaufen sich die Kosten auf mehr als 60 000 Euro. Dies, so führte Ketelsen aus, liege unter anderem daran, das diverse Lizenzen erworben werden mussten.

Besonders ärgerlich: Der Anbau am Amtsgebäude ist nahezu fertig, allerdings wurde er entgegen den Planungen mit konventionellen Lampen ausgerüstet. Vorgesehen war die Ausstattung mit modernster LED-Lichttechnik, die dann auch im ganzen Amtshaus hätte Einzug halten sollen. Die LED-Technik wird gefördert, daher hatte sich der Amtsausschuss dafür entschieden. Der Förderbescheid sei aber, so Ketels, erst vor zehn Tagen eingegangen. Das sei zu spät gewesen. Vorher hätte nicht mit den Arbeiten begonnen werden dürfen. Daher habe man nun doch wieder die konventionellen Beleuchtungen gewählt, die das Projekt zudem um 15 000 Euro teurer gemacht hätten. Die LED-Technik wäre übrigens mit 40 Prozent gefördert worden.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen