Gas-Lecks auf der Spur : Als Schnüffler unterwegs

Die Rohrnetz-Monteure Michael Jensen (links) und Uwe Gröchtemeier mit einem Gas-Spürgerät.
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Die Rohrnetz-Monteure Michael Jensen (links) und Uwe Gröchtemeier mit einem Gas-Spürgerät.

Experten der Stadtwerke Husum Netz prüfen mit Spürgeräten Gasleitungen auf Dichtigkeit. Etwa 144 Kilometer werden routinemäßig kontrolliert.

shz.de von
07. Juli 2015, 13:00 Uhr

Im gesamten Stadtgebiet ist zurzeit ein auffallendes Paar zu Fuß unterwegs: Der eine hat einen Laptop vor dem Bauch, der andere schiebt eine Art Wischmopp vor sich her. Bei dem Team handelt es sich um einen Gasspürer und seinen Lotsen. Sie gehen im Auftrag der Stadtwerke Husum Netz GmbH die Gasleitungen in der Stadt ab und prüfen, ob diese auch alle dicht sind. Der Lotse hat auf seinem Laptop eine Karte mit der Lage der Leitungen, der Wischmopp ist ein Spürgerät mit einer hochsensiblen Sonde, die selbst kleinste Mengen Gas in der Luft registriert.

„Es sind Routinekontrollen, die regelmäßig gemacht werden. Sicherheit ist oberstes Gebot“, erklärt Norbert Jungjohann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum Netz. Die Dichtigkeitsprüfungen sind gesetzlich vorgeschrieben, der Turnus richtet sich nach Alter, Material und Druckstufe der jeweiligen Leitung. Bis Mitte Juli will das Gasleck-Suchteam die 42 Kilometer Mitteldruckleitungen abgegangen sein. Auch an der Reihe sind in diesem Jahr die Niederdruckleitungen im östlichen Stadtteil samt der zugehörigen Hausanschlussleitungen. Das Mitteldrucknetz wird jedes Jahr in ganz Husum kontrolliert. Die Niederdruckleitungen kommen alle zwei Jahre dran.

Pro Tag schafft das Team acht bis zehn Kilometer, sofern das Wetter trocken ist. Bei Regen oder feuchter Witterung muss es die Kontrolle abbrechen. Da kann das Gerät kein Gas aufspüren. „Gasaustritte sind sehr selten. Zu dieser hohen Sicherheit tragen die regelmäßige Wartung unserer Leitungen und die hochwertigen Materialien bei“, betont Norbert Jungjohann. Die regelmäßigen Kontrollgänge sorgen zusätzlich für Schutz.

Die hochsensible Sonde bemerkt selbst kleinste Mengen austretenden Erdgases. „Zehn Teilchen Gas aus einer Million Teilchen Luft kann das Schnüffelgerät ‚herausschnuppern‘“, informiert der Geschäftsführer. Der Apparat saugt die Luft am Boden über der Leitung an, untersucht sie und zeigt an, ob darin Gas enthalten ist.

Gasspüren darf nur, wer eine spezielle Ausbildung dafür hat. Deshalb beauftragen die Stadtwerke Husum Netz Spezialisten für diese Aufgabe. „Ortet der Gasspürer irgendwo Gas, han-deln wir schnell“, sagt Norbert Jungjohann. Undichtigkeiten können beispielsweise Folge sein von Korrosion oder beschädigten Isolierungen durch Bauarbeiten oder Bewegungen des Untergrunds.

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