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Schulleiter in Budapest : Als Lehrer von der Au an die Donau

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sechs Jahre war er bereits an einer deutschen Schule in Kolumbien, jetzt zieht es Thomas Mahrenholtz wieder ins Ausland: Er verlässt die Berufliche Schule und wird Leiter des Deutschen Gymnasiums in Budapest.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 07:00 Uhr

„Man sollte erst ins Ausland gehen, wenn man sich in seiner Heimat wohl fühlt.“ Was sich erst mal widersprüchlich anhört, ist für Thomas Mahrenholtz zu einem Grundsatz geworden, dem er nun zum zweiten Mal folgt. Im August wird er seine neue Stelle als Schulleiter des Thomas-Mann-Gymnasiums in Budapest antreten. Damit zieht es den 58-jährigen Pädagogen, der zur Zeit an der Beruflichen Schule des Kreises Nordfriesland in Husum tätig ist, bereits das zweite Mal an eine der Deutschen Schulen im Ausland.

Bereits von 1999 bis 2005 hatte er an der Deutschen Schule im kolumbianischen Bogotá gearbeitet. „Auch der Lehrberuf bietet viele Möglichkeiten, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und neue Länder und Kulturen kennen zu lernen“, sagt Mahrenholtz und verweist dabei auf bisherige Erfahrungen. „Die Zeit in Südamerika war aufregend und spannend, auf Grund der Situation des Landes manchmal allerdings auch mit einigen Einschränkungen und Gefahren verbunden.“ Dennoch möchten weder er noch seine Familie diese Erfahrung missen.

Natürlich dürfe man die beiden Auslandsaufenthalte nicht miteinander vergleichen. Schließlich handele es sich um zwei sehr unterschiedliche Länder und Kulturen. „Auch die Funktion, in der ich an der Auslandsschule eingesetzt bin, ist nicht deckungsgleich“, so der Schulpädagoge.

Warum ausgerechnet in diese Länder, sei er immer wieder gefragt worden. Und sagt: „Man wird nicht als Missionar der Bundesrepublik Deutschland ins Ausland geschickt, sondern als Unterstützung der deutschen Schulen vor Ort, die in der Regel einen guten Ruf genießen.“ Dies gelte für den Aufenthalt in Kolumbien genauso wie für die jetzt anstehenden Jahre in Budapest.

Natürlich erwarten den dreifachen Familienvater in der Hauptstadt Ungarns andere Aufgaben als bei seinem letzten Auslandsaufenthalt in Südamerika. „Als Direktor einer Auslandsschule übernimmt man nicht nur die regulären Pflichten und die Verantwortung dieser Position.“ Neben den Aufgaben der Personal-, Schul- und Organisationsentwicklung gelten strenge Zielvereinbarungen, die erfüllt werden müssten.

Für seine künftige Tätigkeit unterzog er sich einem mehrstufigen Bewerbungsprozess. Dabei musste er unter anderem an seiner zukünftigen Wirkungsstätte dem Lehrerkolleg sowie den Eltern und Schülern Rede und Antwort stehen. Eine Prozedur, für die Mahrenholtz Verständnis hat: „Schließlich müssen die Verantwortlichen die Stelle mit Bedacht neu besetzen.“

In Husum waren die Reaktionen auf seine Entscheidung zwar überwiegend positiv und ermunternd. Dennoch wurde er auch mal mehr oder weniger scherzhaft gefragt, „ob er irre wäre“, jetzt noch einmal einen solchen Schritt zu wagen. Darauf hat Mahrenholtz eine klare Antwort: „Diese Aufgabe ist mit zusätzlicher Belastung verbunden, aber auch mit einer neuen Herausforderung.“ Das habe ihn gereizt, die Aufgabe zu übernehmen. Es gehe nicht darum, einem vermeintlichen Alltagstrott zu entfliehen – ganz im Gegenteil. „Der Abschied von meiner Schule und Husum fällt mir sehr schwer, zumal ich mir auch hier neue Herausforderungen hätte vorstellen können – aber wer einmal vom Auslandsvirus infiziert ist, wird ihn nicht mehr los.“

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