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Kleines Husum-ABC : Alphabetischer Streifzug durch die Storm-Stadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom „Altstadt-Rundgang“ zu „Zielen in der Umgebung“: Jetzt gibt es einen Führer in Stichworten von Professor Thomas Steensen und Fotograf Günter Pump. Mit seinem kleinen Format passt er gut in jede Tasche.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 18:00 Uhr

Wer weiß schon, was der Begriff „Husumerei“ bedeutet? Oder dass die „Ferkelhalle“ am Rathaus, in der heute das Sozialzentrum untergebracht ist, tatsächlich früher einmal dem Viehmarkt diente? „Ich war mir gar nicht darüber im Klaren, wo der Begriff herkommt“, gab sogar Bürgermeister Uwe Schmitz unumwunden. Nachlesen kann er es jetzt im Büchlein „Kleines Husum-ABC“, das ihm im Beisein von Autor Professor Dr. Thomas Steensen, Leiter des Nordfriisk Institut in Bredstedt, und des Dithmarscher Fotografen Günter Pump feierlich von Ingwert Paulsen, dem Geschäftsführer der Verlagsgruppe Husum, überreicht wurde.

„Wir freuen uns wirklich, dass Professor Steensen sich für diese Arbeit zur Verfügung gestellt hat und können mit Fug und Recht sagen, dass dieser 36. Band in unserer Städte-ABC-Reihe derjenige ist, der mit der meisten Liebe geschrieben wurde“, sagte Paulsen bei der Präsentation. „Wir hoffen, mit diesem Büchlein die Schönheit der Stadt auch in die Ferne hinaustragen zu können.“

Steensen gab an, dass ihm die Arbeit daran „sehr viel Spaß“ gemacht und ein Jahr lang als Wochenendbeschäftigung gedient habe. „Der Band macht auch keinem anderen Husum-Buch Konkurrenz, sondern dient als Ergänzung. Wenn er beim Leser weiteres Interesse an einem bestimmten Thema weckt, ist das Ziel erreicht.“ Er und Günter Pump hätten sich Mühe gegeben, einen verlässlichen Stadtführer zu erstellen.

„Es war gar nicht einfach, für jedes Stichwort ein Bildmotiv zu finden“, ergänzte der Fotograf. „Bei den Stichworten ,Husumerei‘ oder ,Friesen‘ musste ich erst nachdenken, wie ich das wohl illustrieren sollte.“ Das sei aber ausgezeichnet gelungen, bescheinigte ihm Verlegerin Alix Paulsen. Pumps Bilder würden den Charakter der Stadt treffend darstellen.

Das fand auch Bürgermeister Schmitz. „Ich bin ja kein Husumer, und als Verwaltungsbeamter gehe ich ganz unbedarft an so ein Werk heran – insofern gehöre ich wohl exakt zur Zielgruppe“, sagte er. Professor Steensen habe wohl zu jedem Stichwort ein eigenes Buch schreiben können. „Aber die Kunst ist es ja, das so verständlich in Kurzform zu bringen, und das ist sehr schön gelungen. Jedes Stichwort macht lecker auf das jeweilige Thema.“ Zudem hob er das Format von nur gut 15 mal 15 Zentimetern hervor: „Das kann man sich bei einem Rundgang durch die Stadt gut in die Tasche stecken – und es eignet sich auch perfekt als kleines Präsent.“

Und was hat es nun mit dem Begriff der „Husumerei“ auf sich? „Das war die abwertende Bezeichnung des Schriftstellers Theodor Fontane für den Husumer Lokalpatriotismus“, erläuterte Professor Steensen. Fontane habe das auf seinen Kollegen Theodor Storm gemünzt, den er von dessen Potsdamer Exilzeit her kannte. Fontane bewunderte zwar Storms Lyrik, ärgerte sich aber über dessen Kritik am preußischen Staat. Literaturnobelpreisträger Thomas Mann hingegen, so lässt sich im „Kleinen Husum-ABC“ nachlesen, bewertete Storms „Husumerei“ positiv – als „Heimatsmysterium“.

 

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