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Husumer Nachrichten

23. August 2017 | 08:39 Uhr

Winter am Vormittag : Alles voller Schnee

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der kurze Wintereinbruch war weder für Meteorologen noch für das KSH-Team eine Überraschung – eher schon die Größe der Flocken.

„Unfassbar“ – „Ich glaub’ es nicht“ – „Jetzt reicht’s aber wirklich“: Die Reaktionen auf den späten Wintereinbruch waren so vielfältig, wie dieser hoffentlich einmalig bleibt. Während sich die Menschen nichts sehnlicher herbeiwünschen als den Frühling, wurde die Stadt gestern noch mal richtig kalt erwischt. Viele trauten ihren Augen nicht, als sie am Vormittag vor die Tür traten und feststellen mussten, wie wahr der Volksmund spricht, wenn er sagt: April, April, der macht, was er will.

„Hinter dem Tief ,Reiner‘ über Schweden hatte sich ein kleines Randtief über der Nordsee gebildet, das in der Nacht in Höhe Dithmarschen über Schleswig-Holstein hinweggezogen ist“, erläutert der Meteorologe Lars Rohwer (www.husumwetter.de). Nördlich des Tiefs sei es am kältesten und der Niederschlag am stärksten gewesen, und so sei der meiste Schnee auf der Linie Husum-Schleswig gefallen. Im übrigen, so Rohwer weiter, sei es auch im vergangenen Jahr um diese Zeit so kalt gewesen, das sei also keine große Ausnahme. Und blickt man auf die Statistik, so ist der 25. April bei weitem nicht der späteste Tag im Jahr, an dem in Husum Schnee gelegen hat. „Bis Anfang der 1970er Jahre gab es noch die Wetterstation in Husum“, so Rohwer. Und die habe am 11. Mai 1897 sowie am 27. April 1929 Schnee verzeichnet. „An der neueren Station in Hattstedt gab es in den vergangenen zehn Jahren allerdings keinen Schnee mehr im April.“ Das sei jedoch nicht ganz aussagekräftig: „An den Stationen wird oft nur einmal täglich gemessen, da muss der Schnee genau dann gefallen sein, sonst wird der Tag als schneefrei erfasst.“ Gerade im April taue der Schnee meist jedoch schnell wieder weg.

Liegengeblieben ist die weiße Pracht in Husum dann durch die niedrigen Temperaturen an einigen Stellen doch etwas länger. Aber die meisten Autofahrer waren offenbar noch im Hab-acht-Modus. Das jedenfalls lässt die Bilanz der Regionalleitstelle-Nord in Harrislee vermuten: „Nein, Unfälle hatten wir hier keine“, hieß es von dort. Hinzu kam, dass viele Autofahrer ihren Arbeitsplatz offenbar schon erreicht hatten, als gegen 8 Uhr schwere Flocken vom Himmel fielen. Binnen weniger Minuten waren Bäume, Sträucher und Autodächer unter einer zehn Zentimeter dicken Scheedecke begraben. „Wir schauen ja regelmäßig nach, was die Wetterdienste sagen“, berichtet Thomas Leißner, Teamleiter beim Kommunalen Servicebetrieb Husum (KSH). Insofern waren er und seine Leute über den nochmaligen kurzen Wintereinbruch nicht überrascht – „wohl aber über die Größe der Flocken“.

Ein großflächiger Einsatz sei ja erfreulicherweise nicht nötig gewesen. „Aber hier und da haben wir dann doch nach dem Rechten geschaut“, sagt Leißner und nennt als Beispiel die Hafenbrücke. Weil es zu Beginn des Schneetreibens nur ein Grad über null gewesen sei, „blieb der Schnee tatsächlich ein Weilchen liegen, aber spätestens, als gegen Mittag die Sonne durchbrach, war es dann auch vorbei“. Und da es keinen Bodenfrost gab, bestand zumindest keine Gefahr von Eisglätte. „Jetzt sind wir mit dem Winter dann aber auch durch, hoffe ich“, sagt Leißner und verweist auf die Wettervorhersage am Wochenende, für das zehn Sonnenstunden und bis zu 20 Grad Wärme angekündigt sind.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 20:15 Uhr

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