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Sponsoren gesucht : „Alles möchte ich immer“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für die berühmteste Tochter der Stadt Husum, Franziska zu Reventlow, soll ein Gedenkzeichen vor dem Schloss aufgebaut werden. Ein Entwurf der Künstlerin Elsbeth Arlt liegt vor – für die Umsetzung fehlen noch Sponsoren.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2015 | 13:30 Uhr

Als die Schriftstellerin, Übersetzerin und Malerin Franziska Gräfin zu Reventlow (1871 bis 1918) in ihrem Tagebuch den Vermerk eintrug „Alles möchte ich immer“, ahnte sie nicht, dass diese Zeilen sie ihr Leben lang und darüber hinaus begleiten würden. Heute gehört ihre schriftlich fixierte Aussage zu den berühmtesten Sätzen. „Und ihr eindrücklicher Wunsch soll in künstlerischer Form an ihrem Geburtsort, dem Schloss vor Husum, verewigt werden“, erklärte die Kunsthistorikerin Dr. Dörte Nicolaisen im Schloss bei der öffentlichen Vorstellung des Projektes. Danach sollen diese markanten Worte in Kalkstein gemeißelt werden und möglichst den Schlosshof zieren.

Die Idee hierzu nahm ihren Anfang schon im Jahr 2011 mit der Wanderausstellung „Alles möchte ich immer“. Es war die bisher umfangreichste Aufarbeitung des Lebens der Franziska Gräfin zu Reventlow. Am Ende warf die damals frisch gegründete Frauentheatergruppe „5plus1“ die Frage auf: „Was bleibt in Husum als Erinnerung an Franziska zu Reventlow – außer einem Straßennamen, einem Foto im Kassenraum des Schlosses und gelegentlichen Aufführungen?“

Zusammen mit Dörte Nicolaisen, einer der Kuratorinnen der Wanderausstellung „Alles möchte ich immer“, entwickelten die Laienspielerinnen die Vorstellung, im Bereich des Schlosses einen von der Flensburger Künstlerin Elsbeth Arlt gestalteten Erinnerungsort für von Reventlow zu schaffen. Auch Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des „Nordfriisk Instituut“ in Bredstedt, hatte sich mit dieser Frage beschäftigt und schlug ebenfalls vor, der berühmtesten Frau der Stadt Husum ein ansprechendes Denkmal zu setzen.

„Elsbeth Arlt zeigte sich auf Anhieb begeistert von einem Gedenkzeichen“, berichtete Franziska Horschig, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nordsee-Museum/Nissenhaus. Überraschend ist die in Schleswig-Holstein und darüber hinaus anerkannte Konzeptkünstlerin (1948 bis 2015) jedoch vor Kurzem verstorben. Doch Arlt hatte einen Entwurf für das Reventlow-Projekt bereits fertiggestellt. „Die einzelnen Wörter ‚Alles möchte ich immer‘ sind über ein Ensemble von vier aus einem einzigen Block geschnittenen Jurakalksteinen verteilt“, erklärte Kunsthistorikerin Nicolaisen. Je nachdem, von wo man das Kunstwerk betrachte, könne man die berühmten Wörter in verschiedener Reihenfolge lesen. „Das wäre so etwas wie eine symbolische Heimkehr der verlorenen Tochter.“

Ergänzend hat der Museumsverbund Nordfriesland bereits im Schloss vor Husum Vitrinen zum Leben und Werk Franziska zu Reventlows aufgestellt. Gezeigt wird auch ein restaurierter Stuhl, der zum Besitz der Familie Reventlow gehören soll. Drei weitere Stühle werden noch restauriert. Horschig: „Damit soll das Leben und ihr schriftstellerisches Werk an ihrer Geburtsstätte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Am 18. Mai 2016, zu von Reventlows 145. Geburtstag, könnte das Gedenkzeichen eingeweiht werden. Horschig stellte klar: „Gerade jetzt wäre es unserer Meinung nach angebracht, das Projekt weiter voranzutreiben, um somit nicht nur Fanny zu Reventlow, sondern auch Elsbeth Arlt zu ehren.“

Für die Umsetzung müssen allerdings noch einige Sponsoren gefunden werden; und im Husumer Schloss steht zudem bereits eine Spendenbox.

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