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Finissage im Nordsee-Museum : Alles in Bewegung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit einer Finissage, zu der auch der Künstler erwartet wird, endet am Sonntag, 2 November, die Christopher-Lehmpfuhl-Ausstellung im Husumer Nordsee-Museum.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 13:00 Uhr

Sturmböen peitschen über die roten Klippen der Felseninsel Helgoland. Es ist dieses Wetter, bei dem Norddeutsche nicht einmal ihren Hund vor die Tür jagen würden. Auch die Helgoländer bleiben heute lieber zu Hause. Nur einer wagt sich trotzdem hinaus, hockt, vom Sprühregen der aufgewühlten See umnebelt, mit Regenjacke und Kapuze am Strand – die Lange Anna, das 47 Meter hohe Wahrzeichen der Insel, immer fest im Blick. Dann und wann duckt sich Christopher Lehmpfuhl, greift in eine Plane voller Ölfarben, die er vor sich ausgebreitet hat, und streicht eine Handvoll auf die jungfräuliche Leinwand. Der Mann ist Maler, und was bei anderen wie ein Klischee klingt, ist bei ihm Programm: Er ist Maler mit Leib und Seele.

„Ich scheue das Wetter nicht“, sagt der 42-Jährige und zitiert seinen Lehrer Klaus Fußmann. Der hat einmal gesagt, Lehmpfuhl sehe überall Bewegung. „Tatsächlich nimmt mein Farbauftrag proportional zur Windstärke zu“, räumt der Künstler ein. Und er versucht, den Elementen – Bewegungen am Himmel, Wind, Regen, Licht und Schatten – eine Form zu geben. Früher machte er das mit dem Pinsel. Heute rückt er der Leinwand noch näher, trägt die Farbe direkt mit den Händen auf.

Auf Initiative des Kunst-Kabinetts in Benz auf der Ostsee-Insel Usedom, das ihn schon unterstützte, als er noch keinen Namen hatte, besuchte Lehmpfuhl neben Helgoland auch Hallig Hooge und den Nolde-Garten, um zu malen. Die Ergebnisse sind noch bis zum 2. November im Nordsee-Museum zu sehen. Aber nicht nur das: Am letzten Tag der Ausstellung kommt Lehmpfuhl nochmals in die Herzog-Adolf-Straße, um Besuchern Rede und Antwort zu stehen und auf Wunsch Ausstellungskataloge zu signieren.

Und weil Weihnachten nicht weit ist und Museum, Galerist und Künstler in Geberlaune sind, darf jeder elfte Besucher den Ausstellungskatalog als Geschenk mit nach Hause nehmen. Dass Lehmpfuhl laut Fußmann nicht nur einen „neuen Expressionismus begründet hat“, sondern damit auch ausgesprochen erfolgreich ist, zeigte sich bereits bei der Eröffnung am 7. September. Selten war eine Ausstellung im Nordsee-Museum so gut besucht. Und noch seltener gab es schon am ersten Tag so viele rote Punkte. Die Finissage am 2. November beginnt um 12 Uhr. Und während Lehmpfuhl den Besuchern noch einmal Rede und Antwort steht, läuft im Vortrags-Saal in einer Endlosschleife ein 15-minütiger Film von Sebastian Schrade, der den Künstler bei der Arbeit auf Helgoland zeigt.


 

>Die Ausstellung „Nordsee-Landschaften“ ist bis zur Finissage täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

 

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