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Testlauf für Spürnasen : Alles gut – nur eine Übung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Übung auf Prüfungsniveau ging am Wochenende in Husum über die Bühne. Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland besuchten das „7. Seminar für polizeiliche Einsatztaktik im Bereich Mantrailing“.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Was war da bloß los – am Wochenende in der Kreisstadt? Immer wieder blieben Passanten stehen – blickten mal neugierig, mal misstrauisch und manchmal auch etwas besorgt drein. Ganz Mutige sprachen die Sache offen an: „Ist das eine Übung, oder wird hier tatsächlich jemand gesucht?“ Und immer wussten Dr. vet. Babett Höfling und Hansjörg Kaminski die Gemüter zu beruhigen: „Kein Grund zur Sorge – nur eine Übung!“

Immerhin eine Übung, die Prüfungsniveau hatte, aber das wussten nur die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland angereist waren. „Mantrailing“ hieß das Zauberwort – und die Veranstaltung selbst stand unter dem Titel: „7. Seminar für polizeiliche Einsatztaktik im Bereich Mantrailing“. Veranstalter war „Tactical dog enterprises Europe“ (TDE) – der europäische Stützpunkt des amerikanischen Mantrailing-Ausbildungszentrums von Deputy-Sheriff Luis Ledbetter. Nein, diesmal war der weltweit bekannte Chefausbilder vom Sheriff-Department Palm Beach in Florida nicht selbst dabei – Grund waren Einsätze und Ausbildungsprojekte in den USA. Doch mit Gerit und Ute Dieckmann aus Niendorf, Hansjörg Kaminski (Obmann der Freiwilligen Feuerwehr Ladelund), Dr. vet. Babett Höfling (Ausbildungsleitung FF Ladelund) und Katrin Weggemann-Schulz (FF Ladelund) kamen auch so genügend hochqualifizierte Trainer, sogenannte „Assistent instructors“.

Die Teilnehmer stammten aus diversen Rettungshundestaffeln in Deutschland und darüber hinaus. Und auch die größte Rettungshundestaffel des Landes aus Frankfurt am Main war wieder mit dabei – geführt von ihrem Leiter Christian Barthelmes. Die Frankfurter reisten mit 12 Hundeführern und 4 Einsatzfahrzeugen an. Ebenso vertreten waren die Hundeführer der einzigen FF-Rettungshundestaffel Schleswig-Holsteins.

Zu den dreitägigen Trainingsschwerpunkten zählten Einsatztaktik, das Sichern von Vergleichsspuren nach neuesten kriminaltechnischen Vorschriften, die Simulation realer Einsätze auf städtischem Terrain sowie das Ausarbeiten alter Trails – das sind Strecken mit Liegezeiten zwischen 16 und 24 Stunden.

Bei alledem ging es um „Mantrailing“, was übersetzt etwa „einer Person folgend“ bedeutet und die Suche durch speziell ausgebildete Hunde meint. Auch in Nordfriesland greift die Polizei gern auf die Feuerwehrleute und ihre Mantrailer zurück. Gelegentlich kann es dabei „richtig hart“ kommen, wie Babett Höfling berichtet: „Anfang dieser Woche hatten wir an einem einzigen Tag morgens Training in Itzehoe, danach eine Personensuche in Kiel und schließlich eine weitere Suche in Osterhever.“

Beim „Mantrailing“ orientieren sich die besonders ausgebildeten Hunde ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der zu suchenden Person. „Die Rettungshundestaffel der FF Ladelund verfügt über acht Einsatz-geprüfte Mantrailer, drei weitere sind in Ausbildung“, sagt Hansjörg Kaminski. „Seit der Angliederung an die FF Ladelund konnte die Staffel für dieses Jahr landesweit bereits 22 Einsätze für Feuerwehren und Behörden verbuchen.

Die Rettungshundestaffel ist 365 Tage im Jahr einsatzbereit und kann über Notruf 112 angefordert werden.“ Vor Ort zeigten die Hunde am Wochenende Hochleistungen: Am Sonnabendmorgen erschwerten Regen und starker Autoverkehr auf der B 5 die Suche. Dennoch fanden alle Hunde die Opfer – und das, obgleich die Spuren bereits 17 Stunden zuvor gelegt worden waren.

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