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Von Elektromobilität bis zu ökologischem Bauen : Alles für die Energiewende von unten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Energie-Staatssekretärin Ingrid Nestle hat die 11. „New Energy“ in Husum eröffnet. Rund 180 Aussteller präsentieren bis Sonntag (22. März) die „Energiewende von unten“.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Besser ging es nicht: Bei optimalem Energiewende-Wetter mit Sonne und Wind ist die 11. „New Energy“ von Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle (Grüne) im Nordsee-Congress-Centrum (NCC) in Husum eröffnet worden. Bis Sonntag (22. März) präsentieren nun außerdem auf dem Gelände und in Messehallen um das NCC rund 180 Aussteller alles, was technisch möglich ist, damit die „Energiewende von unten“ gelingt.

Im Fokus der Leistungsschau und eines Rahmenprogramms stehen erneuerbare Energien für den Eigenverbrauch, Mobilität mit Elektrofahrzeugen sowie das energieeffiziente und ökologische Bauen oder Sanieren – und damit Antworten auf die wichtige Frage, wie Geld und Energie mit den „Erneuerbaren“ eingespart werden können.

Auch Ingrid Nestle hatte in ihrer Rede den roten Faden der „Energiewende von unten“ aufgenommen. „Wir müssen alle mitmachen, sonst funktioniert es nicht.“ Die Staatssekretärin aus dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume stellte Nordfriesland in diesem Zusammenhang als „Pionier-Kreis“ für die Energiewende und den Klimaschutz heraus – dies sei auch ein Verdienst der „New Energy“.

In diesem Jahr wird nach ihren Angaben in Schleswig-Holstein eine Stromproduktion von mehr als 100 Prozent aus regenerativen Energien erreicht. Beim Thema „Wärme“ gibt es für das nördlichste Bundesland keine Erfolgsmeldung. Hier liegt der Anteil der „Erneuerbaren“ bei lediglich zwölf Prozent. Doch das soll sich laut Nestle ändern. Zu Wärmesystemen zählen unter anderem Solarthermie und Biomasse-Heizkraftwerke (Stroh, Holz).

Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress, hatte die Zeichen der Politik bereits richtig gedeutet und in seiner Begrüßung die „Wärmewende“ ausgerufen: „Auch diese Wende nehmen die Bürger in die Hand“, so seine Überzeugung. Beim Blick auf die Stromerzeugung aus „Erneuerbaren“ unterstrich der Messe-Chef nachdrücklich, dass diese „konkurrenzfähig und günstig“ ist. Becker kritisierte, dass Umweltschutz und Entsorgungsprobleme bei der Bewertung von fossilen Energieträgern wie Kohle und von Atomkraft nicht einkalkuliert werden. Vor diesem Hintergrund ließ er auch nicht unerwähnt, dass die „New Energy 2015“ knapp vier Jahre nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima stattfindet. Nach Fukushima hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschlands Atomausstieg ausgerufen. Peter Becker ging noch auf einen anderen Aspekt ein: „Der niedrige Ölpreis wird die Energiewende nicht verhindern.“ Der gestrige Messebesuch von Energie-Attachés der Arabischen Liga untermauerten nicht nur seine Worte, sondern stehen für ein Umdenken sogar in Erdöl-Staaten.

Die Kampagne „Die Hauswende“ stellte Christian Stöckmann vor. Zunächst erklärte der Leiter des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (BAUM) das Vorgehen: „Wir suchen in Regionen gezielt den Kontakt mit Akteuren vor Ort – mit Energieberatern und Hauseigentümern – und führen diese zusammen.“ Informationen zur energiesparenden Sanierung aus einer Hand sind das Angebot von BAUM. Die Kampagne geht zurück auf die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) und vereint entsprechende Branchen und Gewerke. Auch auf der politischen Bühne versucht der Arbeitskreis, deren Mitglieder sich zu einer umweltbewussten Unternehmensführung bekennen, zu wirken. Nicht immer mit Erfolg. So äußerte Stöckmann sein Bedauern, dass die gewünschte steuerliche Abschreibung für energetische Sanierungen gescheitert ist.

Dabei gilt für den Klimaschutz und damit für die Vermeidung von schädlichen Treibhausgasen diese Form der Modernisierung von Gebäuden als unbedingt erforderlich. Denn auf 18 Millionen Wohnhäuser entfallen laut BAUM-Leiter rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs und etwa 20 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes. Erklärte Ziele der Bundesregierung sind eine Reduktion dieser Emissionen von mindestens 40 Prozent bis 2020 und bis 2050 ein „nahezu klimaneutraler Gebäudebestand“. Die Nordfriesen sind ebenfalls ehrgeizig und wollen bis zum Jahr 2020 Deutschlands klimafreundlichster Kreis werden. Peter Becker merkte an, dass in Schleswig-Holstein der Energieverbrauch in Einfamilienhäusern am höchsten ist.

Prof. Dr. Sven Wanser, Prokurist der HanseWerk AG (ehemals EON Hanse) Schleswig-Holstein, lobte: „Die Energiewende, die weltweit in aller Munde ist, wird hier gemacht.“ Mit 6700 Megawatt (MW) Erneuerbarer Energie versorgt das Unternehmen seine Kunden im nördlichsten Bundesland – 4700 MW davon aus Wind. „Wir bereiten uns auf 1200 Megawatt vor. Durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig wird es zu einem ungesteuerten Windkraft-Ausbau kommen, sodass wir den Netzausbau kurzfristig planen müssen.“ E-Mobilität, intelligente Stromnetze und „Power to Gas“, die Speicherung von überschüssigem Windstrom im Erdgasnetz, sind Themen am Messestand der HanseWerk.

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