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Sozialstation Nordstrand : Alleine schmeckt es nicht so gut

vom

Essen in Gemeinschaft feiert ein kleines Jubiläum / Durchschnittlich nehmen 25 Frauen teil

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:48 Uhr

Nordstrand | "Alleine essen schmeckt nur halb so gut wie in Gesellschaft" - diesem Leitspruch sind sich die Rot-Keuz-Ehrenamtlerinnen des Ortsvereins Nordstrand bis heute treu geblieben. Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat heißt es in den Räumen der Sozialstation Essen in Gemeinschaft - und das bereits seit April 2003. Ein fester Kern von 25 Alleinstehenden - in der Regel Frauen - lassen sich das gute Essen schmecken - und nicht nur das, regelmäßig gehört ein ausgiebiger Schnack, das gemeinsame Singen und Hören von Geschichten mit dazu.

"Ich war von Anfang an dabei. Mir ist die Gemeinschaft sehr wichtig geworden", sagt Else Hanni Sönksen. Und auch die 92-jährige Hertha Gerckens möchte die Auszeit vom alltäglichen Alleinsein nicht mehr missen. "Wir haben immer viel Spaß zusammen", bestätigt sie. Von Anfang an seien die Treffen, so berichtet Ideengeberin und zugleich jahrelange Vorsitzende des Ortsvereins, Anneline Kleeberg, gut besucht gewesen. Schon beim ersten Mal folgten zehn Frauen ihrer Einladung. Die hatte sie über unsere Tageszeitung verbreitet. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich rasch ein harter Kern von bis zu 20 Frauen gebildet. Zusammen mit Karina Sönksen habe sie selbst die Fäden in den ersten Monaten zusammengehalten. Weitere Ehrenamtlerinnen kamen dazu. Derzeit organisieren Magrit Paysen und Annegrete Steitz im Team. Egon Steitz fährt im Bedarfsfall den Bus der Odenbüller Kirchengemeinde. Er holt Teilnehmer ab, die keine Fahrgelegenheit haben. Das Fahrzeug wird sogar unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Seit fünf Jahren wird das Essen gegen einen kleinen Obulus frisch von dem Gastwirt Gerd Höfer zubereitet. Davor lieferte es der Viöler Landschlachter Jens-Uwe Burmeister. Kostendeckend sei das, so Höfer, nicht, aber der gute Schnack mit den Damen und darüber wie sie sich jedesmal freuen, entschädige ihn. "Außerdem müssen wir alle ans Alter denken", so seine Motivation. Daraus habe sich auch seine Idee für sein Angebot "Essen auf Rädern" entwickelt. Dabei stelle er immer wieder fest, wie wichtig die persönliche Zuwendung sei. "Beim Essen in Gemeinschaft ist jeder willkommen. Nur wer nicht kommt, sollte sich abmelden", so die Vorsitzende, Hanna Kühlmann. "Ich freue mich, dass sich das zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat", sagt sie.

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