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Pilzbefall : Alleebäume in St. Peter-Ording werden gefällt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

180 Eschen an der Landesstraße 33 sollen in der kommenden Woche verschwinden. So lautet eine Entscheidung des Landesbetriebs für Verkehr.

Man mag und will es nicht glauben: Die markanten krüppeligen Eschen, die in St. Peter-Ording der Landesstraße 33 (Wittendüner Allee) und dann der Eiderdammstraße nun seit Jahrzehnten ihr prägendes Aussehen geben, werden in Kürze verschwunden sein. Vertraut ragen sie unterschiedlich groß, schief und krumm, dicker oder auch schlanker, zum Teil am Stamm bemoost oder auch mit neuen Trieben ausgestattet in den Eiderstedter Himmel. Alte St. Peter-Ordinger wie Karl-Heinz Peters aus Süderhöft kennen sie seit ihrer Kindheit. Für manchen Urlauber oder Autofahrer, der vom Eidersperrwerk kommt, zeigen sie an: „Jetzt sind wir gleich da“.

Doch der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg hat entschieden: In der kommenden Woche sollen zwischen Wittendün und Richardshof rund 180 Bäume gefällt werden. Sie sind vom sogenannten Eschentriebsterben befallen. Diese Pilzkrankheit führt dazu, dass die Bäume langsam absterben und somit nicht mehr verkehrssicher sind. Für diese Arbeiten muss die L  33 jeweils in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr voll gesperrt werden. Eine Umleitungsstrecke ist ausgeschildert. Dennoch muss während der Fällarbeiten mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Voraussichtlich in der Zeit zwischen Oktober 2017 und März 2018 werden im näheren Umfeld Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Die Meinungen über diese Maßnahme gehen auseinander. Ein Bremer Lastwagen-Fahrer kommentierte das mit: „Sind die bescheuert? Ich fahre hier seit 30 Jahren. Für mich gehören sie dazu, wenngleich durch sie auch eine gewisse Gefährdung gegeben ist.“ Einheimische sind oft zunächst erschrocken und unangenehm betroffen, weil das vorher nicht bekannt war. Davon hätte man doch gern eher gewusst. Karl-Heinz Peters sagt dazu: „De olen krüppeligen Dinger. Veele sünd jo al weg.“ Trotzdem ist Wehmut dabei. Und dann kommt der Satz: „Denn fohrt se ni mehr gegen de Böhm. Se lannt foorts in’ Graven.“

Es handelt sich bei diesen Alleebäumen um ein bisher geschütztes Biotop. Deshalb stehen sie auch bis heute. Sie gehören einfach zu dieser weiten Landschaft und sind seit jeher ein Blickfang für die Augen. Aus Gründen der Verkehrssicherung sind alte und morsche Äste immer wieder entfernt worden. Einige Bäume hat man von Zeit zu Zeit auch fällen müssen. So sind die Lücken entstanden. Aber auch diese gehören für die Verkehrsteilnehmer dazu und machen den Reiz der alten Allee mit aus. Doch nun sind auch die immer wieder durchgeführten Pflegeschnitte nicht mehr zielführend, so der Landesbetrieb. Daher werden die Bäume gefällt.

Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte in der Bauausschuss-Sitzung die beabsichtigte Fällung mit dem einleitenden Kommentar „und das Schlimmste zuletzt“ angekündigt. Statt einer vorherigen Kontaktaufnahme in dieser Sache hatte er über das Amt Eiderstedt vom Kreis Nordfriesland eine Kopie des Genehmigungsbescheides an den Landesbetrieb erhalten. Über diese Art des Vorgehens zeigte er sich deutlich befremdet und machte daraus kein Hehl. „Eine solche Maßnahme hätte eine direkte Information der Gemeinde verdient, da es sich um eine erhebliche Veränderung des Ortsbildes handelt.“ Wenn auch alle gesetzlichen Rahmenbedingungen in Abstimmung mit den Bundes- und Landesnaturschutzbehörden erfüllt worden sind, kann auch ihn die Pflanzung von 153 neuen Bäumen als Kompensationsmaßnahme an der Wittendüner Allee (L 33), an der L 305 zum Eiderdamm und der L 241 von Welt nach Garding nicht hinreichend befriedigen.

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