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Nach dem Bomben-Alarm : „Alle haben professionell reagiert“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für Bombendrohungen wie der vom Mittwoch, 31. Mai, gibt es in Husum keinen speziellen Notfallplan. Handlungsbedarf sieht der Leiter des Ordnungsamtes beim Thema möglicher Evakuierungen.

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erstellt am 03.Jun.2017 | 13:00 Uhr

Am Mittwoch selbst und dem Donnerstag danach drehte sich alles um die Irrfahrt eines offenbar geistig verwirrten Mannes durch die Husumer Innenstadt sowie dessen Bombendrohung, die einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst hatte. Erst als die Polizei den Mann dingfest machen konnte und der Kampfmittelräumdienst in seinem Auto keinen Sprengstoff fand, wurde die Innenstadt wieder freigegeben.

Entwarnung also? Ja. Aber wie geht es denen, die Zeugen der Irrfahrt wurden und sich nicht sicher sein konnten, wie diese am Ende ausgehen wird? Haben sie realisiert, dass es auch schlimmer hätte kommen können? Und was passiert jetzt? Die Husumer Nachrichten fragte nach – bei Bürgern und Behörden.

Diese Fragen habe er sich auch gestellt, bekennt Malte Hansen und erklärt, dass es für Ad-hoc-Ereignisse wie jene Irrfahrt mit Bombendrohung keinen konkreten städtischen Notfallplan gebe. „Ich glaube auch nicht, dass so etwas in anderen Städten und Gemeinden existiert“, sagt der Ordnungsamtsleiter und hebt hervor, dass „der Einsatz am Mittwoch von allen Beteiligten, insbesondere von der Polizei, unter hoher Anspannung professionell bewältigt worden ist“.

Etwas anderes sei es, wenn eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden müsse, „weil es da einen gewissen Vorlauf gibt“, berichtet Hansen. Da könnten sich die Beteiligten schon anders vorbereiten. Doch ungeachtet der Situation vom Mittwoch gebe es natürlich allgemein gültige Pläne und Absprachen mit Behörden und Sicherheitseinrichtungen unterhalb des Katastrophenschutzes, die vom Starkregen über Gefahrengut-Unfälle bis hin zu solchen Vorkommnissen wie dem am Mittwoch anwendbar seien. „Und in diesen Strukturen sind auch Irrfahrt und Bombendrohung von sämtlichen Beteiligten abgearbeitet worden.“

Kuriosum am Rande: Noch am Mittwochmorgen hatte Hansen an einem routinemäßigen Treffen der Koordinierungsgruppe aus Bundeswehr, Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst teilgenommen. „Da waren wir uns einig, wie schön ruhig es doch in Husum ist. Dachten wir jedenfalls – bis der Irrfahrer auftauchte  . . .“

„Was wir als Stadt anpacken müssen, ist die Frage der Evakuierung und der Unterbringung von Evakuierten im Katastrophenfall“, fährt Malte Hansen fort. Die Pläne dazu stammten noch aus 1970er Jahren. „Seither hat sich vieles verändert – nicht zuletzt die Zahl der möglicherweise betroffenen Menschen. Da besteht also Nachbesserungsbedarf. Und stellen Sie sich mal vor, dass so etwas wie am Mittwoch länger dauert und im Winter passiert“, sagt er. Dann seien von einer möglichen Evakuierung vielleicht auch Menschen von auswärts betroffen, die zusätzlich irgendwo untergebracht werden müssten.

„Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“, zitiert Hansen den Bundesinnenminister. „Aber das, was wir tun können, machen wir auch.“ So werde es beispielsweise zu den Hafentagen noch mehr und sicherere Absperrungen geben als in der Vergangenheit. „Und auch für künftige Weihnachtsmärkte werden wir uns etwas überlegen“, kündigt der Ordnungsamtsleiter an.

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