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Nahversorgung in St. Peter-Ording : Aldi darf in Ording bauen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeindevertretung von St. Peter-Ording stimmte mehrheitlich für das Nahversorgungszentrum. Es soll am Ortseingang im Ortsteil Ording errichtet werden.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 13:00 Uhr

Mit Spannung erwarteten die Zuhörer der Gemeindevertreter-Sitzung von St. Peter-Ording Punkt 10 der Tagesordnung: die Ansiedlung eines Verbrauchermarkts und eines Discounters in Ording. Denn es gab die Empfehlung des Bauausschusses, dort nur einen Edeka-Markt zuzulassen. Aldi sollte demnach im Gewerbegebiet Nordergeest im Dorf bleiben. Denkbar knapp hatte der Bauauschuss entschieden – mit vier Ja-Stimmen von CDU und FDP und drei Nein-Stimmen von SPD und AWG (wir berichteten). Die Gemeindevertretung stimmte nun anders ab: Sie sprach sich für die Doppellösung aus. Neun Mal Ja hieß es von der SPD- und AWG-Fraktion sowie einer FDP-Vertreterin und sieben Mal Nein von CDU und dem zweiten FDP-Vertreter. Ein CDU-Mitglied enthielt sich. Dieses Meinungbild spiegelte auch die Stimmung im vollbesetzten Saal des Olsdorfer Krugs: Während die eine Hälfte der Bürger der Entscheidung applaudierte, blieb die andere stumm. Damit sind die Weichen für einen Edeka-Markt mit 1500 Quadratmetern und einem Aldi-Markt mit 1200 Quadratmetern gestellt. Sie sollen auf der Fenne vor der Tankstelle errichtet werden.

Seit mehr als einem Jahr ist das Nahversorgungszentrum in Ording Thema in den gemeindlichen Gremien. Bewusst ist allen, dass dort endlich eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen werden muss – angesichts steigender Urlauberzahlen. Zudem spielte bei den Überlegungen auch die Verkehrssituation im Gewerbegebiet Nordergeest eine Rolle. Denn die Hauptzufahrt von der Eiderstedter Straße führt über die Bahnlinie, mit entsprechendem Staus in der Urlaubssaison und an Wochenenden. Die CDU und viele Gewerbetreibenden fürchten jedoch, dass mit dem Wechsel von Aldi nach Ording auch Kaufkraft abwandert. In dem Einzelhandelsgutachten, dass die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, ist von zehn Prozent die Rede. Die Handelsgesellschaft Coop, die im Gewerbegebiet einen Sky-Markt betreibt, spricht laut einem internen Gutachten, aus dem im Bauauschuss zitiert wurde, von 20 Prozent. Auf der anderen Seite hat Aldi schon Fakten geschaffen und seinen derzeitigen Standort, da dort nicht erweitern werden kann, an das Kaufhaus Stolz verkauft. Die CDU schlägt einen anderen Platz im Gewerbegebiet vor.

Vor der Abstimmung hatten sich alle Fraktionen noch einmal zu Wort gemeldet. Peter Hansen (SPD) betonte, dass seine Fraktion das Projekt befürworte. Die Verkehrssituation in Ording müsse dann aber geregelt werden. „Wir versprechen uns eine Entzerrung.“ Er könne die Sorgen der Gewerbetreibenden verstehen, teile sie aber nicht. „Mit der Erweiterung von Stolz komme ja ein großer Anbieter hinzu.“ Die Gemeindevertretung sei kein Wirtschaftsverhinderungsverein, mahnte er. „Wir sind Wirtschaftsförderer.“ Wiltrud Kraas (FDP) bezeichnete die Doppellösung als eine „Investition für die Gemeinde“. Wenn sie sehe, wie viele Ferienquartiere in Ording entstehen, dann müssen die Menschen auch eine Einkaufsmöglichkeit haben. Die Verkehrsregelung werde sich finden. Ihr Parteikollege Hans Burmeister sprach sich gegen das Projekt aus. Er hätte Ording gern die beiden Zweckbauten erspart. Er wisse zudem, was dort an Verkehr im Sommer los sei. Er befürwortete aber die Ansiedlung eines Marktes. Dieser Ansicht war auch Wolfgang Voutta (CDU). Er mahnte an, endlich den Verkehr im Gewerbegebiet vernünftig zu regeln und auch an die bereits genehmigten Erweiterungsflächen zu denken. Er lehne einen Discounter in Ording ab. Und Fraktionskollege Boy Jöns sorgte sich um das Erscheinungsbild am Ortseingang. „Das muss schön eingegrünt werden.“ Die Kosten für die Verkehrsanbindung des Nahversorgungszentrums dürften nicht an der Gemeinde hängenbleiben. Eine Befürchtung, die Kurt Kahlke (SPD) nicht teilte.

Die AWG sieht dagegen eine Chance für Ording, wie Tim Schäfer sagte. Bei der Gästebefragung seien zwei Dinge an St. Peter-Ording bemängelt worden: die Internet-Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten. Ihm war aber auch wichtig, die bestehenden Edeka-Märkte im Bad und Dorf zu halten. Dies war von Edeka zugesagt worden.

Im Detail wird sich der Bauausschuss mit dem Thema befassen, der mehrheitlich gegen die Doppellösung ist. Dem gab Bürgervorsteher Boy Jöns dann auch mit auf dem Weg, konstruktiv mit der Planung umzugehen. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um St. Peter-Ording als lebens- und liebenswerten Ort zu erhalten.“

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