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Husumer Elterntelefon : Albig und die Kummer-Nummer

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Sorgentelefon kann Eltern von Schulkindern bei Problemen mit den eigenen Schützlingen helfen. Ministerpräsident Torsten Albig stellte den landesweit zweiten Linienbus vor, der die Kampagne mobil unterstützt.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 10:30 Uhr

Vater werden – das kann gut gehen. Oder eben auch nicht. Diese einfache, aus dem Leben gegriffene Logik bemühte Torsten Albig in Husum. Mit gutem Grund: Obwohl der heutige Landesvater seinerzeit vielleicht darauf zurückgegriffen hätte, gab es vor 15 Jahren, als sein Sohn eingeschult wurde, noch kein Elterntelefon-Angebot mit dem Slogan „Kummer mit den Kids?“.

Seit einem Jahr ist der Ministerpräsident Schirmherr der gleichnamigen Kampagne des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Albig war iam Mittwoch (27. August) m Rahmen seiner Tour durch Schleswig-Holstein an die Bürgerschule gekommen, um gemeinsam mit der DKSB-Landesvorsitzenden Irene Johns und Alexander Möller, Geschäftsführer der Autokraft / DB Regio AG, den landesweit erst zweiten Linienbus, der als mobiler Werbeträger großflächig mit der Elterntelefon-Nummer beklebt ist, zu präsentieren. Dabei galt es einmal mehr, dieses Beratungsangebot noch bekannter zu machen.

Der erste große Schritt in die Bildungswelt sei für die Abc-Schützen ein zentraler Tag, machte Albig beim gemeinsamen Bekleben des Busses mit den Grundschülern deutlich. „Die Schultüten sind mit Hoffnung gefüllt“, philosophierte der Ministerpräsident, um den Mädchen und Jungen ein Stück weit auch die Angst zu nehmen. Sollte es dennoch im Umgang mit der neuen Herausforderung Schule im Elternhaus zu Überforderungen kommen, stehe das anonyme und kostenlose Elterntelefon zur Verfügung – „eine tolle Kampagne des Kinderschutzbundes“. Sprach’s und fühlte sich unter all dem „Indianergeschrei“ in der Bürgerschule sichtlich wohl.

„Der Schuleintritt ist ein neuer Lebensabschnitt – auch für die Eltern“, erklärte Irene Johns vom DKSB. Alltagsstress solle keine Dauerbelastung werden, umschrieb sie ein Signal, das die Familie zum Anlass nehmen sollte, das Elterntelefon intensiv in Betracht zu ziehen. „Nicht warten, bis es zu spät ist“, mahnt Johns. Die Landesvorsitzende will auch zeigen, dass es im Kreis Nordfriesland ein Beratungsangebot gibt, das im ländlichen Raum einfach zu erreichen ist.

Zigtausende Gespräche werden pro Jahr am Elterntelefon geführt. Themen sind neben familiären Krisen und Trotzphasen der Kinder auch Belastungen durch den Schulalltag. Laut neuesten Erhebungen machten Probleme mit der eigenen Erziehungssituation mehr als 70 Prozent der Anrufe aus. Dabei zählen Schwierigkeiten mit der Betreuung der Kinder, der fehlenden Unterstützung des Partners oder häuslicher Gewalt zu den häufigsten Anlässen.

Bei dem Besuch in der Storm-Stadt wurden zudem Informationsblätter mit abreißbarer Visitenkarte des Elterntelefons an die Husumer Haushalte verteilt. Bei der Einführung im vergangenen Jahr richtete sich der DKSB gezielt an Eltern mit Sprösslingen von bis zu sechs Jahren. Nun stehen die Erziehungsberechtigten von Schulkindern im Mittelpunkt. Unter der Telefonnummer 0800/1110550 sind bundesweit 900 geschulte Berater und Beraterinnen im Einsatz, um in Gesprächen mit den Eltern Lösungsmöglichkeiten zu erörtern oder zur weiteren Betreuung an Fachleute zu verweisen. Landesweit gibt es vier Elterntelefon-Standorte.

Als Partner dieser Kampagne stellte die Autokraft / DB Regio AG als Blickfang den beklebten Linienbus mit der Nummer gegen Kummer zur Verfügung. „Der Linienbus wird sowohl im Husumer Stadtverkkehr als auch auf Überlandstrecken unterwegs sein“, kündigte Geschäftsführer Alexander Möller abschließend an.

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