zur Navigation springen

Naturschutz auf Eiderstedt : Aktive Hilfe für Wiesenvögel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Gemeinde Poppenbüll werden rund 23 Hektar Grünland im Sinne von Naturschutz und Landwirtschaft umgestaltet. Ziel ist es, speziell für die Uferschnepfe im Frühjahr ein ideales Brutgebiet zu schaffen.

von
erstellt am 14.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Greta, plattdeutsch für die Uferschnepfe, soll bei ihrer Rückkehr im Frühjahr auf Eiderstedt optimale Lebensräume vorfinden. Daher ist jetzt ein Bagger im Stiftungsland Osterdeich bei Poppenbüll aktiv, der noch bis Ende September auf dem rund 23 Hektar großen Weidekomplex Naturschutzmaßnahmen umsetzt. Oliver Granke, Projektleiter der Stiftung Naturschutz, Dr. Volker Salewski, Ornithologe vom Michael-Otto-Institut im Nabu, Bergenhusen, Eiderstedts Oberdeichgraf Jan Rabeler und Kurt Eichert, Bürgermeister der Gemeinde Poppenbüll, und Bauleiter Claus Ivens aus Kotzenbüll machten sich ein Bild vom Fortschritt der Baumaßnahmen.

„Wir haben ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, damit wir die Lebensräume von Uferschnepfe, aber auch Rotschenkel, Austernfischer und Kiebitz sowie anderen Wiesenvögeln verbessern können“, erklärte Oliver Granke. Alte, inzwischen verlandete Tränkekuhlen und Gräben werden reaktiviert, einzelne Grüppen mit Stauen versehen und ein flacher Wall um eine rund zwei Hektar große Fläche gebaut. „Unsere Wiesenvögel, wie die Uferschnepfe, lieben nasse Füße im Frühjahr“, weiß Vogelkundler Salewski. „In den Flachwasserbereichen können sie wunderbar nach Würmern und Insektenlarven stochern.“ Die typische Eiderstedter Weidenutzung soll erhalten bleiben. „Die Wiesenvögel gehören zu Eiderstedt“, stellt Oberdeichgraf Rabeler fest, „wir Landwirte freuen uns jedes Jahr, wenn ab Mai der markante „Grütta, Grütta“-Ruf der Uferschnepfe wieder in der Luft liegt. Nur mit einer landwirtschaftlichen Nutzung können die Lebensräume der Wiesenvögel erhalten werden“, ist er überzeugt. „Regulierbare Staue ermöglichen es uns, die Ansprüche der Wiesenvögel nach mehr Wasser und die der Landwirte nach bewirtschaftbaren Flächen passgenau zu regulieren“, erklärt Bauleiter Claus Ivens. Zum Naturschutzpaket gehören auch der Abbau von überflüssigen Stacheldrahtzäunen, in denen die Wiesenvögel oftmals hängen bleiben und verenden, sowie das Anbringen von gut sichtbaren, weißen Kordeln an den Weidezäunen, die noch gebraucht werden.

Finanziert werden die Artenschutzmaßnahmen im Vogelschutzgebiet auf Eiderstedt, das zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000 gehört, über das Projekt Life-Limosa „Wo ist Greta?“. Die Stiftung Naturschutz als Trägerin setzt noch bis 2022 in enger Kooperation mit ihrem Partner MOIN (Michael-Otto-Institut im Nabu, Bergenhusen) und dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Artenschutzmaßnahmen für Wiesenvögel um. Die Hilfe für Greta und ihre Freunde wird zur Hälfte aus dem EU-Förderprogramm LIFE+ finanziert, die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Schleswig-Flensburg steuern Ersatzmittel bei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen