Leser-Wahl für „Menschen des Jahres“ : Aktive Anwältin der Jugend

Mensch des Jahres-Kandidatin Ute Babbe (2. v. r.) im Mädchentreff Ostenfeld.
Mensch des Jahres-Kandidatin Ute Babbe (2. v. r.) im Mädchentreff Ostenfeld.

Von den Flotten Lotten bis zum Haus der kleinen Forscher: Ute Babbe macht sich für Mädchen und Jungen in ganz Nordfriesland stark. Die Ostenfelderin ist die dritte Kandidatin für die Regional-Wahl zum „Menschen des Jahres 2013“.

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12. November 2013, 17:00 Uhr

Die Arbeit mit jungen Menschen liegt ihr am Herzen. Dafür opfert Ute Babbe, Vorsitzende des Kreisjugendrings, viel Freizeit. Vehement setzt sich die „Mutter“ der Flotten Lotten, des Mädchentreffs in Ostenfeld, für die geschlechtergerechte Jugendarbeit ein. „Jungen und Mädchen haben in einem bestimmten Alter unterschiedliche Bedürfnisse, daher ist es wichtig, dann getrennt mit ihnen zu arbeiten“, sagt sie. Bereits seit 35 Jahren ist die 54-Jährige in der Jugendarbeit aktiv, doch die Freude daran hat sie noch nicht verloren, auch wenn sie zwischendurch schon „ab und an ziemlich genervt“ ist. Kein Wunder, musste sie beispielsweise in der jüngsten Vergangenheit bis zu drei Mal täglich nach Kiel fahren, um dort das Optimale für ihr Klientel herauszuschlagen. Da die Anwältin der Jugend aber ehrenamtlich tätig ist, kostet dies viel Kraft, denn schließlich arbeitet sie hauptberuflich als Medizinisch-technische Laborantin – und das im Schichtbetrieb.

Stolz ist sie darauf, dass es gelungen ist, im Juli ein Mädchencamp mit 100 Teilnehmerinnen in Ostenfeld zu organisieren. Hinzu kommt, dass es zusätzlich ein Ferienlager mit mehr als 100 Teilnehmern in Dänemark gegeben hat. „Das ist schon Tradition, denn dort erhalten Kinder und Jugendliche, die sonst nie verreisen könnten, die Möglichkeit, einmal rauszukommen. Dort beginnen sie aufzuleben und berichten auch von ihren Nöten. Und die Not bei Kindern und Jugendlichen ist auch in Nordfriesland groß.

Der Mädchentreff Flotte Lotten in Ostenfeld, der weit über die Grenzen Nordfrieslands hinaus für seine erfolgreiche Jugendarbeit gelobt wird, ist mittlerweile auch für Jungen geöffnet. „Wir müssen nur noch einen passenden Namen finden“, sagt Ute Babbe, denn der Ortsname Ostenfeld würde ein falsches Bild abgeben. Der Mädchentreff strahlt nämlich weit über die Ortschaft hinaus. Kein Wunder, dort legt die Ehrenamtlerin nämlich viel Wert darauf, dass junge Leute auch zu Jugendbetreuern ausgebildet werden. Vom 14. Lebensjahr an in vorbereitenden Kursen, ab dem 16. Lebensjahr dann so intensiv, dass sie eigene Gruppen leiten dürfen.

Mit wechselndem Erfolg versucht sie immer wieder, bei der Politik mehr Verständnis für die Jugend zu wecken. „Es gibt ein Seniorenticket für den Nahverkehr, doch junge Leute müssen den vollen Fahrpreis entrichten. Das geht gar nicht“, wettert sie. Auch wünscht sich Ute Babbe, dass Schule und Jugendbetreuung Hand in Hand arbeiten. Noch, so sagt sie, gebe es vielfach kein richtiges Konzept für die Nachmittagsbetreuung, manches Mal scheine es gut genug zu sein, wenn sich nur jemand als Aufsicht findet. „Das reicht aber nicht“, betont sie.

Auch wenn die Ehrenamtlerin gegenwärtig einige Sorgen plagen, denn schließlich ist der Haushalt für die Flotten Lotten für das nächste Jahr noch nicht gesichert, hat sie immer wieder viel Spaß an ihrem absoluten Lieblingskind, dem „Haus der kleinen Forscher“. In Schulen und Kindergärten wird dann ordentlich experimentiert. Doch auch das kostet Geld, rund 10 000 Euro im Jahr. Und noch fehlen 3000 Euro. „Vielleicht finden sich Sponsoren, denn wenn schon bei den Kleinsten das Interesse an den Naturwissenschaften geweckt wird, dann ist mir nicht bange um den wissenschaftlichen Nachwuchs im Land“, sagt Ute Babbe und bereitet sich auf ihre Nachtschicht vor.

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