Mehr Mobilität als Ziel : Aktiv-Region nimmt Arbeit auf

Gemeindebusse könnten eine Lösung für die Mobilität auf dem Land sein, in Löwenstedt, Haselund, Sollwitt und Norstedt funktioniert dies bereits.
Gemeindebusse könnten eine Lösung für die Mobilität auf dem Land sein, in Löwenstedt, Haselund, Sollwitt und Norstedt funktioniert dies bereits.

2,86 Millionen Euro stehen bis zum Jahr 2020 der Aktiv-Region Eider-Treene-Sorge zur Verfügung. Eines der vorrangigsten Ziele ist die Verbesserung der Mobilität in der neuen Förderperiode.

shz.de von
31. Mai 2015, 12:00 Uhr

Eine gute Nachricht hatte Jan-Nils Klindt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume im Gepäck. Zur 29. Vorstandssitzung der Aktiv-Region Eider-Treene-Sorge gab er bekannt, dass die EU-Kommission das Landesprogramm für Ländliche Räume bewilligt hat.

In der Sitzung in der Grund- und Gemeinschaftsschule Tellingstedt wurde die Nachricht positiv aufgenommen, schließlich kommt die Bewilligung einem Startschuss für die 22 Aktiv-Regionen in Schleswig-Holstein gleich. Sie müssen mit der Stellung von Förderanträgen lediglich abwarten, bis die letzten Rahmenbedingungen des Landes feststehen. Dies sei aber voraussichtlich bis Juli zu erwarten, so Klindt, und Beschlüsse seien ja ohnehin bereits jetzt möglich. Dabei unterstrich er: „Die erste Spielregel ist die Integrierte Entwicklungsstrategie.“

Zahlreiche Projekte hat der Verein bereits in Planung, wobei die nachhaltige Daseinsvorsorge den Schwerpunkt bildet. Neben einem Umsetzungswettbewerb für Kommunen möchte die Aktiv-Region ein nutzerorientiertes Mobilitätskonzept erarbeiten. Die Möglichkeiten, die ein solches Konzept eröffnet, stellte Regionalmanager Hauke Klünder vor. Unter anderem könnten dessen Ergebnisse wichtige Hinweise und Impulse bei Erstellung der Regionalen Nahverkehrspläne (RNVP) der Kreise setzen, so Klünder. In Nordfriesland wie in Schleswig-Flensburg werden demnächst neue Pläne erstellt.

Weil es als Klimaschutz-Teilkonzept beantragt wird, erlaubt das Vorhaben den Zugriff auf Fördermittel für verkehrsbezogene Klimaschutzmaßnahmen. Bis zu 50 Prozent Unterstützung könnten etwa für die Errichtung verkehrsmittelübergreifender Bushaltestellen mit CarSharing-Angebot beantragt werden. Alternative Mobilität, so Klünder, werde in Zukunft eine immer stärkere Rolle auf dem Land spielen. Allein mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sei die Mobilität der Landbevölkerung ohne eigenen Pkw nicht zu gewährleisten, zumal die Anzahl der Versorgungseinrichtungen auf den Dörfern weniger und dadurch die Wegstrecken länger werden.

Für die Erstellung des Mobilitätskonzeptes, dessen Trägerschaft das Amt Kropp-Stapelholm übernommen hat, stellt die Aktiv-Region bis zu 30.000 Euro aus dem Grundbudget zur Verfügung. Wichtig sei in jedem Fall, so Klünder, dass es sich nicht um eine ÖPNV-Planung handle. Diese liege wie gehabt bei den Kreisen.

Der Umsetzungswettbewerb „Zukunftsorientierte Daseinsvorsorge“ soll Kommunen motivieren, sich Gedanken um die Gestaltung des demografischen Wandels zu machen. Eine wichtige Aufgabe ist etwa die Sicherung von Einkaufsmöglichkeiten und sozialen Treffpunkten sowie deren Erreichbarkeit. Für die Teilnahme sollen öffentliche Träger zunächst ein interkommunal abgestimmtes Gutachten erstellen, um sich anschließend mit Infrastrukturprojekten auf Fördermittel zu bewerben. Nach der Auswahl durch den Vorstand erhalten die besten fünf Konzepte jeweils 125.000 Euro bei einer Mindestinvestition von 250.000 Euro.

Nicht gefördert werden sollen künftig investive Maßnahmen an Schulen. Die Mittel der Aktiv-Region – bis 2020 sind es etwa 2,86 Millionen Euro – würden bei diesem Thema aber einfach verpuffen oder den bestehenden Wettbewerb zwischen den Schulen noch verstärken. Die Aktiv-Region unterstützt ausdrücklich außerschulische Initiativen, die eine kooperative Vernetzung zu Schulen aufbauen wollen.

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