zur Navigation springen

Klimaschutz-Projekt : Aktiv für eine Bürger-Energiewende in Husum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Sanierungskampagne „Achtern Porrenkoog“ ist jetzt in der Umsetzungsphase: Jedes Haus zählt, wenn es um Klimaschutz geht.

von
erstellt am 12.Jun.2017 | 13:00 Uhr

Eine bessere Energie- und damit auch Kohlendioxid-Bilanz für Husum: Mit der Sanierungskampagne „Achtern Porrenkoog“ ist in Nordfrieslands Kreisstadt ein konkretes Projekt aufgelegt worden, bei dem es darum geht, dies für die Storm-Stadt zu erreichen. Bürger, die mitmachen, werden neben dem guten Gefühl, etwas gegen die Erderwärmung zu tun, mit sinkenden Energiekosten und dem Werterhalt ihrer Immobilie belohnt.

Für diese Kampagne, die im September 2016 gestartet ist und über zwei Jahre läuft, haben Mitarbeiter der Stadtwerke und des städtischen Bauamtes eine eigene Arbeitsgruppe gegründet. Zum ausgewählten Gebiet „Achtern Porrenkoog“ gehören unter anderem der Norder- und der Süderwungweg, die Kreuzer Straße und die Schobüller Straße sowie Niegras und Maas – dazu kommt das Baugebiet in Hockensbüll.

Das Management liegt in der Hand eines Ingenieurkonsortiums (Wortmann-Energie, Energiemanufaktur Nord und IPP ESN Power Engineering). Die Umsetzung, bei der eine umfassende Bürger-Information über das richtige Vorgehen, zu Optionen, Techniken und Fördermöglichkeiten im Mittelpunkt steht, wird von Bund und Land mit 119  000 Euro unterstützt. Letztlich sollen Eigentümer vor allem älterer Häuser motiviert werden, Geld für Maßnahmen wie eine modernere Heizungstechnik und eine optimale Dämmung in die Hand zu nehmen. In „Achtern Porrenkoog“ stammen die Gebäude aus den Fünfzigern, Sechzigern und Siebzigern. Der große Anteil von Einfamilienhäusern in Husum – wie in ganz Nordfriesland – führt zu einem höheren Energieverbrauch bei den privaten Haushalten.

Fünf Veranstaltungen stehen auf dem Plan, zu denen Interessierte aus ganz Husum willkommen sind. Aufgrund der Förderung werden jedoch die Bewohner des ausgewählten Bereichs gezielt eingeladen und bei Gewinnaktionen ausschließlich berücksichtigt. Zum Auftakt gab es im ehemaligen E-Werk Tipps und Hinweise, wie im eigenen Haus Energie eingespart werden kann und welche Förderungen es dafür gibt. Stadtwerke-Geschäftsführer Benn Olaf Kretschmann unterstrich, dass herstellerunabhängig informiert und Interessierten Sicherheit vermittelt werden soll, wie sie „mit möglichst geringem Investitions- und Koordinierungsaufwand eine möglichst große Einsparung an Energie“ erzielen können. Diplom-Ingenieur Jörg Wortmann und Kilian Wielgosch, Projektentwickler bei den Stadtwerken Husum, referierten und beantworteten Fragen. „Der richtige Mix ist ausschlaggebend, damit die energetische Sanierung für die Eigentümer finanzierbar ist und gleichzeitig einen nachhaltigen Spar-Effekt bringt“, erklärte Wortmann.

In Gebäuden, wie sie zahlreich im Gebiet „Achtern Porrenkoog“ stehen, betragen die Wärmeverluste über Dach, Wand, Kellerdecke und Fenster etwa 15 Prozent, die Verluste durch die Heizungstechnik und das Lüften addieren sich dazu, erläuterten die Fachleute. „Bei den baulichen Veränderungen sind die Dämmung von Kellerdecke und oberer Geschossdecke besonders lohnend – und gesetzlich auch vorgeschrieben. Das sieht die Energieeinsparverordnung vor, von der viele Hauseigentümer jedoch nicht immer umfassende Kenntnis haben“, verwies Kilian Wielgosch darauf, dass nicht nur Häuslebauer, sondern auch Eigentümer älterer Immobilien zu Maßnahmen verpflichtet sind. Auch kleinere Erneuerungen würden schon viel bringen, beispielsweise der Tausch der Heizungspumpe in Verbindung mit einem sogenannten hydraulischen Abgleich. „Diese Investitionen haben sich schon in fünf bis sechs Jahren bei den Energiekosten bezahlt gemacht“, klärte Jörg Wortmann auf.

Vier Teilnehmende haben am Ende der Veranstaltung per Losglück eine Energieberatung gewonnen und erhalten nun eine Beratung von einem Experten für ihr Zuhause.

Kilian Wielgosch weiß, dass eine seiner Kernkompetenzen Geduld sein muss. Und die hat er. „Zurzeit sind Öl und Gas günstig. Dies wird nicht so bleiben. Aber jetzt ist es so, und dadurch ist es schwieriger, jemanden zu überzeugen, in etwas Neues zu investieren.“ Wielgosch glaubt an den Erfolg durch „kleine Schritte“. Auch mit dem Schlachtbetrieb Danish Crown würden Gespräche in Sachen Energiewende laufen. Gibt es der Verbrauch her, werden die Stadtwerke nach seinen Angaben Angebote für einzelne Straßenzüge oder Wohnblocks machen – denkbar wäre zum Beispiel Fernwärme. Wielgosch: „Unser Ziel der
CO2-Minimierung wird dokumentiert. Wir wollen wissen, wie welche Maßnahmen greifen und sammeln so Erfahrungen für andere Projekte.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen