Kreis fördert Jugendprojekte : Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit

Die Preisträger – links Schulzentrum Sylt, rechts Mädchentreff Ostenfeld – und der Jugendhilfeausschuss.
Die Preisträger – links Schulzentrum Sylt, rechts Mädchentreff Ostenfeld – und der Jugendhilfeausschuss.

Flashmob und Poetry Slam: Jugendhilfeausschuss des Kreises Nordfriesland unterstützt zwei Jugendprojekte von Sylt und aus Ostenfeld.

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03. Dezember 2017, 15:25 Uhr

Der Kreis Nordfriesland unterstützt zwei Jugendprojekte gegen Fremdenfeindlichkeit: Die Flotten Lotten aus Ostenfeld planen einen Poetry Slam, und der Kurs Darstellendes Spiel der Klassen Q1s/Q1n des Schulzentrums Sylt bereitet einen Flashmob in der Sylter Innenstadt vor.

Im Frühjahr hatten der Jugendhilfeausschuss des Kreises Nordfriesland und der Kreisjugendring einen Wettbewerb zu den Themen Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur ausgerufen. Teilnahmeberechtigt waren alle Kinder- und Jugendverbände, Schulen, Jugendzentren und Aktiven in der Jugendarbeit. Die beiden jetzt ausgewählten Projekte werden mit jeweils 500 Euro gefördert.

An dem Kurs Darstellendes Spiel des Schulzentrums Sylt nehmen Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren teil. „Wir werden an einem gut besuchten Tag in der Innenstadt von Westerland einen Flashmob veranstalten. Dabei wollen wir Sylter und Touristen mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur konfrontieren und sie so zum Nachdenken und Diskutieren bringen“, erklärte Kursleiterin Henriette Boockhoff-Mohr. Alle Teilnehmenden werden schwarze oder weiße Kleidung tragen und möglichst viele Passanten einbeziehen.

„Mehr über unsere Choreografie wollen wir noch nicht verraten – aber unsere jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit ihrer fantasievollen Aktion eine beeindruckende Darstellung abliefern und viel Zustimmung ernten“, ist sich Henriette Boockhoff-Mohr sicher.

Einen ganz anderen Ansatz hat der Mädchentreff aus Ostenfeld gewählt: „Wir möchten durch einen Poetry Slam eine zeitgemäße Plattform schaffen, die die Jugend anspricht. Sie soll einen Ort bieten, an dem Jugendliche sich dem Themenbereich nähern, darüber diskutieren und gegenseitig Unsicherheiten nehmen können“, erläuterte Sarah Gründer, erste Vorsitzende der Flotten Lotten. Die Teilnehmerinnen wollen an einem Wochenende gemeinsam dichten und dabei viele verschiedene Perspektiven und Ideen aufgreifen.

Stattfinden soll der Poetry Slam im Husumer Speicher. „Wir hoffen auf ein möglichst zahlreiches Publikum, denn uns kommt es auf einen lebendigen und gern auch kontroversen Austausch an“, betonte Sarah Gründer.

„Beide Projektideen haben den Jugendhilfeausschuss sofort überzeugt“, lobte die Ausschussvorsitzende Birthe Matthiesen, die den Preisträgern Schecks überreichte. „Beide Ansätze geben Gelegenheit zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Gegensatzpaar Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur. Ich freue mich über die hohe Kreativität, die beide Projektträger mit ihren Ideen an den Tag legen. Natürlich erfordert es auch eine Menge Mut und Energie, sich mit diesen Themen einer direkten öffentlichen Diskussion zu stellen.“ Sowohl die Sylter Schüler als auch die Flotten Lotten wollen Videos ihrer Veranstaltungen anschließend ins Internet stellen.

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