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Rettet die Kastanien: : Aktion gegen Miniermotte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Braune Flecken auf Kastanien sind gefährlich: Dann schädigt die Miniermotte den Baum. Eine Rettungsaktion startet in Mildstedt. Dafür werden freiwillige Helfer zum Laubsammeln gesucht.

Die Veranstaltungsorte zum „Tag der Kastanie“ wechseln in Nordfriesland, die Probleme bleiben dieselben: Nach wie vor sind Kastanienbäume gefährdet, die Miniermotte setzt ihnen unentwegt zu. Das bislang wirksamste Mittel, um diese winzige Motte zu bekämpfen, ist es, das Laub zu entfernen. Denn die letzte Generation dieses Schädlings überwintert und setzt dann den stattlichen Bäumen im Frühjahr erneut zu.

In diesem Jahr beginnt eine zentrale Laubsammelaktion für Nordfriesland am Sonnabend (8. November), um 10 Uhr beim Feuerwehrhaus in Mildstedt. Die Bürger werden gebeten, das eingesammelte Kastanienlaub dorthin zu bringen; es stehen Container bereit. „Alles kommt anschließend in eine Biogasanlage“, versichert Hans-Jürgen Mewes, Kreisvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Wichtig sei allerdings, dass das Laub „wirklich flächendeckend“ eingesammelt wird. Erfahrungen hätten gezeigt, dass der Befall dann auch spürbar zurückgegangen sei. Zur Stärkung wird den freiwilligen Helferinnen und Helfern, die auf jeden Fall Unterstützung von der Jugendfeuerwehr erhalten, eine Gulaschsuppe serviert. Ein kleines Rahmenprogramm bestreiten die Jagdhornbläser. Außerdem kommen Fachleute der Husumer Werkstätten zum Nistkastenbau vorbei.

Der Mildstedter Organisator Rolf Ehlers betont: „Wir freuen uns, dass die Aktion in diesem Jahr bei uns läuft. Ich glaube schon, dass die Menschen sensibilisiert sind und anfangen, über die Problematik nachzudenken.“ Mit Verweis auf die schönen Kastanienbäume im Mildstedter „Langsteeven“ bringt es SDW-Vorstandsmitglied Heinz-Otto Hansen auf den Punkt: „Nicht nur wir Erwachsenen sollen doch schöne Erinnerungen an diese prächtigen Bäume und ihre stacheligen Früchte haben – auch unsere Kinder und Enkelkinder.“ In diesem Sinn versteht nicht nur Hansen den „Tag der Kastanie“ als nachhaltig.

Als Schmetterling legt Cameraria ohridella ihre Eier vornehmlich auf den Blattoberseiten von weißblühenden Rosskastanien ab. Nach dem Ausschlüpfen bohren sich die Raupen in die Blätter und beginnen dort, einen ein bis zwei Millimeter langen „Fraßgang“ anzulegen. Die Larven fressen in den Kastanienblättern die Chloroplasten (Grünblattspeicher): Dadurch kommt es zur Braunverfärbung. Stark befallene Bäume verlieren bereits im Juli Blätter – mit verheerenden Folgen: Die lebensnotwendige Photosynthese ist für den befallenen Baum frühzeitig beendet. Im schlimmsten Fall geschieht dieser Vorgang so früh im Jahr, dass der Kastanienbaum im Herbst erneut blüht. Diese „Notblüte“ führt zu einer stark erhöhten Frostempfindlichkeit.

Der Landesverband der Schutzgemeinschaft „Deutscher Wald“ blieb nicht tatenlos, sondern startete 2007 das Pilotprojekt „Rettet die Kastanien“. 1983 war die Motte zuerst in Mazedonien aufgetreten und hatte 2003 Schleswig-Holstein erreicht.

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