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Gelungene Premiere : Afrikatag begeistert die Senioren

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Praktikantin mit nigerianischen Wurzeln richtete im Seniorenheim in Langenhorn einen Afrikatag aus. Die älteren Menschen und das Personal waren begeistert, denn es ging sehr farbenfroh und musikalisch zu.

Multi-kulturell ging es im Seniorenheim Haus Schimmelreiter in Langenhorn bei einer besonderen Premiere, dem Afrikatag, zu. Die gebürtige Nigerianerin mit deutscher Staatsangehörigkeit, Roselin Obilor, nahm die Älteren sowie Gäste aller Altersklassen mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch den afrikanischen Kontinent, speziell durch ihre alte Heimat Nigeria.

Quasi als Reiseleiterin, eingehüllt in ein buntes, landestypisches Kleid, erzählte sie temperamentvoll, lebendig und in lupenreinem Deutsch nicht nur etwas über das Land, sondern stellte den Bewohnern auch die eine oder andere Wissensfrage nach Einwohner- oder Flächenzahl, ließ sich Nigeria auf dem mitgebrachten Globus zeigen, und erzählte etwas über die Kultur, das Essen und die Gewohnheiten der dort auf gut 924  000 Quadratkilometern lebenden derzeit etwa 178 Millionen Menschen. Ihren Sohn Djordan (7) hatte sie mit seinen Freunden gleich mitgebracht, die in das Geschehen eingebunden wurden. Besonders beim Singen von Gospels, gemeinsam mit der Senioren-Runde, hatten sie ihren Spaß. Der Einsatz von Trommeln und Rasseln war ein Muss.

Selbst der Tod war kein Tabuthema. Im Frühjahr, so erzählte Roselin Obilor, sei ihr in Nigeria lebender Vater gestorben. Im mitgebrachten Videofilm beeindruckten Ausschnitte von einer ungewohnt fröhlichen Zeremonie. „Die Menschen ziehen singend und tanzend hinter dem Sarg her, weil Tod neues Leben bedeutet. Das Leben geht woanders weiter“, erläuterte sie. Übrigens, aus Dankbarkeit für eine interessante 14-tägige Praktikumszeit für den Beruf Betreuungskraft im Hause, und weil ihr alle ans Herz gewachsen seien, habe sie die Veranstaltung organisiert. Wenn sie das Berufsbild definieren sollte, würde sie sagen, dass es hier um eine Alltagsbegleitung, speziell für demente Menschen, gehe. „Das ist genau meine Sache. Das Praktikum hat mir Spaß gemacht und mich in meiner Entscheidung bestärkt, in eine neue berufliche Phase einzutreten. Ich mache nun eine dreimonatige Ausbildung“, so die 41-jährige Roselin Obilor.

Zwölf Jahre lang lebte sie mit Ehemann und Sohn auf der Insel Sylt, bevor sie vor drei Jahren nach Langenhorn zog. Sie habe bisher in der Gastronomie gearbeitet, und nun die familiäre Atmosphäre im kleinen 29-Betten-Haus genossen. „Wir lassen Roselin ungern gehen. Sie hat sich toll eingefügt und war bei allen beliebt. Ihre Herzlichkeit hat uns berührt“, sagte Mitarbeiterin Claudia Schlichte. Sie selbst habe für sich auch noch einmal festgestellt, dass sie den schönsten Beruf der Welt habe, in dem sie für die Menschen da sein könne. „Vielleicht sehen wir Roselin bald wieder, zumindest als Gast“, so Claudia Schlichte augenzwinkernd. „Das wäre schön. Roselin hat sich rührend um mich gekümmert. Ich habe ihre sanfte Art gemocht und ihr gutes Deutsch“, so die erblindete 94-jährige Emilie Hansen. Für sie war es ein besonderer Abschied. Sie durfte eine in nigerianische Trommel erfühlen, die ihr die Praktikantin in die Hand legte – natürlich zum Mittrommeln beim Schlusslied. Danach hieß es viele Hände schütteln, gute Wünsche mitnehmen und alte Menschen in den Arm nehmen. Die bunten Kleider für die ehrenamtliche Helferin Dorle Hansen und Claudia Schlichte hatte aus Anlass des Premierentages Roselin Obilors Schwester Stella genäht.

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