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Rückgabe an das Land : Ärger um Radweg in den Kögen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde Reußenköge will den Fahrradweg an der Landesstraße an das Land zurückgeben. Doch fordert der Landesbetrieb eine vorherige Reparatur der Mängel in Höhe von mindestens 32.000 Euro.

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erstellt am 01.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Immer diese Radwege. Die Gemeinde Reußenköge setzt sich seit Jahren für ein besseres Radwegenetz in den Kögen ein. Derzeit entsteht auch eine Verbindung nach Bredstedt (wir berichteten). Allerdings kostet Bürgermeister Dirk Albrecht die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in der Gemeinde derzeit eine Menge Energie. In der jüngsten Gemeinderats-Sitzung monierte er, dass der Radweg vom Struckumer Café Deichshörn in die Köge entlang der Landesstraße 278 bereits erhebliche Mängel aufweist. Die Strecke ist aber erst vor sechs Jahren erbaut worden. Nun sollte sie an das Land zurückgegeben werden. „Jetzt ist der Radweg aber nicht mängelfrei, sodass die Gemeinde nachbessern muss“, erklärt Albrecht. Mindestens 32.000 Euro müssen investiert werden, rechnet der Bürgermeister vor.

Hintergrund für die Beanstandung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) ist, dass genau diese Unebenheiten im Bodenbelag eine Überfahrt erschweren, und dass auch Unkraut durch vereinzelte Risse hindurch wächst.

Der Niederlassungsleiter Karl-Heinz Roos vom LBV in Flensburg bestätigt, dass die Gemeinde Reußenköge beantragt hat, den Radweg in die Baulast des Landes zu übergeben. Dieses sei möglich, wenn der Radweg mängelfrei übergeben wird.

Als in der damaligen Bauphase jedoch von den Gemeinderatsmitgliedern vorsorglich auf mögliche Probleme durch wucherndes Unkraut hingewiesen wurde, sperrten sich Mitarbeiter des LBV laut Albrecht gegen Verbesserungsvorschläge. „Das ärgert mich nun maßlos“, sagt der Bürgermeister. Seinerzeit habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass eine Folie hätte verwendet werden müssen – was aber nicht in der Bauleitplanung stand. Roos entgegnet nun, dass der Bauherr des Radweges die Gemeinde Reußenköge war. „Ein Verbot, eine Folie einzubauen, gab es durch die Niederlassung Flensburg nicht“, betont der Niederlassungsleiter. Vielmehr wies der Erläuterungsbericht des Bauentwurfs einen Hinweis auf eine Folie auf, rechtfertigt er sich: „Letztlich war es eine Entscheidung des Bauherrn, ob eine Folie eingebaut werden sollte oder nicht.“

Albrecht hingegen wisse noch heute ganz genau um den Umstand, obwohl seinerzeit Johannes Volquardsen Bürgermeister der Reußenköge war. „Auf 500 Meter durften wir eine Folie verbauen – mehr nicht“, erinnert sich Dirk Albrecht. Ohne eine Genehmigung des LBV ginge nichts. „Daher haben die Ingenieure eine weitere Strecke wissentlich abgelehnt“, sagt er. Eine „wissentliche Ablehnung“ sei laut Roos nicht durch den LBV erfolgt. „Die Schäden am Radweg wurden nun gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Ivers GmbH aufgenommen. Es wurde ein Konzept zur Beseitigung der Mängel abgestimmt, damit das Land den Radweg übernehmen kann“, erklärt der Flensburger LBV-Chef.

Aber nun soll laut Albrecht für die Übergabe „geflickschustert“ werden, um dann in fünf Jahren vor dem gleichen Problem zu stehen: Die Gemeinde muss Asphalt in einer Dicke von dreieinhalb Zentimetern neu auftragen lassen. Der Niederlassungsleiter hält allerdings keine weiteren Reparaturen für notwendig. Eine Erneuerung der Deckschicht des Radweges in voller Breite von zwei Metern auf sechs Teilabschnitten von jeweils etwa 100 Metern, auf der der Asphalt bis zu vier Zentimeter abgefräst wird, um dann eine neue Deckschicht zu erstellen, genüge, um einen Durchwuchs des Unkrauts zu vermeiden und Wurzelaufbrüche an den Rändern durch Strandgras und Schilf vorzubeugen.

Daher will sich die Gemeinde bei der Übergabe an den LBV schriftlich bestätigen lassen, dass es so gewollt war, um sich nicht später mit weiteren Beanstandungen auseinandersetzen zu müssen, die an sie herangetragen werden könnten, und dann kostenpflichtig behoben werden müssten. „Wenn der Radweg in die Baulast des Landes übernommen wird, ist es künftig auch Aufgabe des Landes, ihn verkehrssicher zu erhalten“, entkräftet abschließend Klaus Roos die Sorgen der Gemeinde. Dirk Albrecht bestätigt den Eingang entsprechenden Schreibens. In Kürze werden die Bauarbeiten beginnen. Und dann wird der Radweg in die Baulast des Landes übergeben.

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