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Husumer Nachrichten

25. Juli 2017 | 18:47 Uhr

Eiderstedt : Ärger um Notfallversorgung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die medizinische Versorgung auf Eiderstedt sorgt weiter für Zündstoff: Die BG-Klinik St. Peter-Ording ist abgesprungen.

Das ist harter Tobak: „Die Notfallversorgung auf Eiderstedt ist immer noch nicht sichergestellt“, monierte Mery Ebsen, Abgeordnete der Wählergemeinschaft Nordfriesland/Die Unabhängigen (WGNF), im Kreistag. Dabei hatte der Kreis – nach der Schließung der Klinik in Tönning und im Vorfeld des erfolgreichen Bürgerentscheids zur Klinikums-Zukunft – Anfang Mai in einer Wurfsendung an alle stimmberechtigten Nordfriesen klare Zusagen gegeben: In Tönning werde weiterhin ein tagsüber geöffnetes Medizinisches Versorgungszentrum betrieben. Und: „Um die Versorgung dringender Notfälle abends, nachts und am Wochenende kümmert sich demnächst zusätzlich die BG-Klinik in St. Peter-Ording, und bei größeren Notfällen kommt der Rettungsdienst.“

Dumm nur, dass der Verwaltungsdirektor der Klinik-Gruppe, Dr. Axel Busch, Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen vor zwei Tagen in einer E-Mail – ihr Wortlaut liegt unserer Zeitung vor – „final“ mitgeteilt hatte, als Einrichtung von einem Versorgungsangebot abzusehen. Der Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sieht keinen Versorgungsbedarf in der „BG Nordsee Reha-Klinik“. Anders wäre die BG-Entscheidung demnach ausgefallen, wenn die KV auf eigene Kosten einen Arztsitz in der Klinik installiert hätte: „Dies hätten wir dann selbstverständlich mit der Zurverfügungstellung entsprechender Räumlichkeiten unterstützt.“ Ansonsten habe die Klinik selbst derzeit ohnehin keine Ressourcen im Arztdienst zur Verfügung, um ein entsprechendes Versorgungsangebot zu gewährleisten.

Bevor im Kreistag Emotionen hochkochen konnten, versicherte Landrat Harrsen mit Blick auf Eiderstedt: „Die Notfallversorgung ist nach wie vor durch den Rettungsdienst sichergestellt.“ Auch gebe es noch die Chance, in neuen Gesprächen mit allen Beteiligten zu erreichen, dass sich die KV auf irgendeine Art beteilige. Die Zurückhaltung der BG-Klinik erklärte er mit deren Sorge, mit schweren Notfällen konfrontiert zu werden, auf die man nicht vorbereitet sei – „ein schmaler Grat“, so Harrsen. Denn in St. Peter-Ording gehe es im Grunde nur um eine „verlängerte Sprechstunde“. Eine Erklärung, die den Fraktions-Chef der Linken, Manfred Thomas, nicht zufrieden stellte: „Die Menschen haben ein Recht darauf, aufgeklärt zu werden“, sagte er mit Hinweis auf die in Aussicht gestellte 24-Stunden-Versorgung.

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erstellt am 15.Jul.2017 | 12:00 Uhr

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