Katinger Watt : Ärger über Hundehalter

Im Wald am Katinger Watt leben auch Rehe. Von Hunden aufgeschreckt, flüchten sie sogar über brüchiges Eis.
Im Wald am Katinger Watt leben auch Rehe. Von Hunden aufgeschreckt, flüchten sie sogar über brüchiges Eis.

Im Katinger Watt halten sich einige Hundebesitzer nicht an die Anleinpflicht. Die Stadt Tönning will nun schärfer dagegen vorgehen.

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15. März 2018, 12:00 Uhr

Für Verdruss sorgt das Verhalten mancher Hundehalter im Katinger Watt. Um dem Einhalt zu gebieten, will die Stadt nun eine Hundesatzung erlassen. Darüber wurde in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Kleingartenausschusses der Stadt diskutiert. Viele Hundehalter, so informierte Büroleiter Matthias Hasse, lassen ihre Vierbeiner im Bereich der Naturschutzflächen frei laufen. Das sei grundsätzlich verboten. „Da die Stadt allerdings noch keine entsprechende Satzung hat, können Ordnungswidrigkeiten über das Amt Eiderstedt nicht geahndet werden“, so Hasse. Lediglich die Naturschutzbehörden oder die Jagdaufsicht könnten derzeit Sanktionen verhängen. Das sei aber ein langwieriges Verfahren. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) habe zu einer Hundesatzung geraten.

Im vergangenen Jahr, so bestätigte Steffen Gaehme vom Landesamt, habe es einen extremen Vorfall gegeben, nach dem sich alle Behörden einig gewesen seien, dass eine Satzung her sollte. Schilder, die auf die Leinenpflicht hinwiesen, gebe es ja genug im Katinger Watt. Ein Hundebesitzer sei mit größeren Tieren öfter am Speicherbecken beobachtet worden. Er habe die Tiere frei herumlaufen lassen und den Kot nicht entfernt. Im Winter seien seine Vierbeiner auf dem zugefrorenen Wasser eingebrochen und hätten eine groß angelegte Rettungsaktion ausgelöst. Im übrigen würden ja nicht nur Wildtiere oder auch Schafe von frei herumlaufenden Hunden bedrängt, sondern der Hundekot bleibe ebenfalls überall liegen. Das gesamte Katinger Watt sei ein geschütztes FFH-Gebiet im Rahmen Natura 2000.

Jürgen Ziegert (CDU) meldete sich zugleich als Hundebesitzer zu Wort: „Ich finde es traurig, dass wir darüber reden müssen. Für mich ist es selbstverständlich, dass man seinen Hund anleint und den Mist entsorgt. Natürlich muss im Zweifel ein Riegel davorgeschoben werden und wenn es durch eine Satzung sein muss.“ Helge Harder (SSW) fand das unglücklich. Eigentlich sollten Schilder reichen. „Ich kann mich mit einer Satzung nicht anfreunden. Wenn, dann sollten wir den Hundebesitzern auch genügend Freiflächen zur Verfügung stellen“, so seine Anregung. Ziegert wies auf eine bestehende städtische Fläche hinter dem Packhaus an der Eiderkaje hin. Dort treffe er sich regelmäßig mit anderen Hundebesitzern, und man störe dort niemand. Zudem werde Hundekot von jedem Nutzer entfernt. „Ich finde das nicht genug. Geht das nicht im Wald hinter der katholischen Kirche?“, so Helge Harders Einwand. Steffen Gaehme kündigte an, mit seinen Amtskollegen von der Forstverwaltung Kontakt aufnehmen zu wollen, um zu klären, ob das grundsätzlich möglich ist. Ansonsten gebe es vielleicht, so der Büroleiter, noch andere Möglichkeiten.

Sascha Halupka (bürgerliches Mitglied SPD) schloss sich der Meinung seines SSW-Kollegen an, nicht immer nur zu reglementieren, sondern den Hundehaltern lieber Freilaufflächen als Alternative anzubieten. Einstimmig votierte das Gremium dafür, dass die Verwaltung eine Hundesatzung für das Katinger Watt vorbereitet mit der gleichzeitigen Auflage, alternative Freiflächen anzubieten.















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