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Haushaltsdebatte in Süderhöft : Acht Einwohner bei der Sitzung im Privathaus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeindeversammlung Süderhöft beriet den Haushalt. Im Haus des Bürgermeisters kamen diesmal nur acht von 19 stimmberechtigten Einwohnern zusammen. Die Zwerg-Gemeinde zahlt anteilig für die Diakoniestation jährlich 62 Euro.

Die kleinste Gemeinde, aber der größte Gemeinderat - darauf waren die Süderhöfter schon immer stolz. Mildstedt mit seinen 3866 Einwohnern verfügt über einen 17-köpfigen Gemeinderat. In Süderhöft mit seinen 21 Einwohnern könnten es theoretisch sogar 19 sein. Denn kraft Wohnsitzes ist jeder volljährige Einwohner gleichzeitig auch Gemeindevertreter. „Urdemokratie“ nennen das die Süderhöfter – und sie sind stolz darauf. Allerdings tagte die Gemeindeversammlung diesmal in abgespeckter Form mit lediglich acht Stimmberechtigten. An Platz mangelte es nicht im Haus von Bürgermeister Tewes Vogelsang, dessen Ehefrau Simone die Tische liebevoll gedeckt hatte, schließlich ist das gemeinsame Essen nach der Zusammenkunft längst fester Bestandteil. Einwohnerfragen gab es nicht – auch keine Einwände am Protokoll der letzten Sitzung.

Der Bürgermeister hatte allerlei aus dem Kirchspiel und von der neuen Tagespflegestation in Winnert zu berichten. Mit einem Anteil von 0,33 Prozent und 62 Euro jährlich ist die kleine Gemeinde 30 Jahre lang an der Abzahlung des 420. 000 Euro teuren Tagepflege-Anbaues mit zwölf Betten beteiligt. Ausdrücklich wünschen sich die Süderhöfter Einwohner, dass die Personaleinstellungen unabhängig von einer Konfessionszugehörigkeit vorgenommen werden. Eine längere Diskussion gab es wegen der Tempo-70-Schilder an den Ortseingängen, die versetzt werden sollten. Dies sei nicht möglich, hätte eine Verkehrsschau ergeben. Wenn sich aber jährlich mindestens zwölf Unfälle mit Rehwild ereignen würden – dann sei sogar ein Tempo-60-Schild angemessen – Süderhöft blieb davon aber verschont. Zufrieden sind die Einwohner aber nicht, denn durch die Gemeinde verläuft das Radwegenetz, und es gibt keinen Fußweg trotz geschlossener Bebauung.

20 Euro für die Entfernung von Graffiti-Sprayereien an den Verkehrsschildern hat Bürgermeister Vogelsang aus eigener Tasche bezahlt. Die Haupt- und Entschädigungssatzung wurde ebenso einstimmig genehmigt wie die Resolution gegen Fracking. Der Haushalt 2014 sieht im Ergebnisplan Erträge von 20.800 Euro und Aufwendungen von 20.500 Euro vor und schließt mit einem Jahresüberschuss von 300 Euro. Steuersätze: Grundsteuer A und Gewerbesteuer je 360 Prozent, Grundsteuer B 380 Prozent. In der 260 Hektar großen Gemeinde bewirtschaften vier landwirtschaftliche Betriebe 136 Hektar. Einige Einnahmen: Grundsteuer A 3300 Euro, B 2300 Euro, Anteil Einkommensteuer 5600 Euro, Schlüsselzuweisungen 5100 Euro. Lebten 1950 noch 62 Einwohner in Süderhöft, sind es aktuell 21 – darunter 19 volljährig. Die Gemeinde legt großen Wert darauf, auch weiterhin selbstständig zu bleiben.

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