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Letzter Bürgermeisterabend in Seeth : Abschieds-Treffen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Flottillenarzt Dr. Tim Fiedler, Kommandeur des Lazarettregiments 11, beklagte im Rahmen des letzten Bürgermeisterabends die Auflösung eines der traditionsreichsten Verbände des Sanitätsdienstes.

Das goldene Jubiläum wird diese Veranstaltung nicht mehr erreichen. Mit der 48. Neuauflage des Bürgermeisterabends in der Stapelholmkaserne fand diese jährliche Zusammenkunft ihren Abschluss. Seit 1965 trafen sich bei dieser Gelegenheit die Soldaten der jeweils dort stationierten Verbände und Einheiten mit den Repräsentanten der umliegenden Dörfer und Städte, Ämter und Kreise. Vertreter der Feuerwehren und der Polizei, des Handwerks, des Handels und der Dienstleister konnte man ebenso antreffen wie Angehörige benachbarter Bundeswehrverbände und Dienststellen.

Nach einem freundlich aufgenommenen Beginn seiner Ansprache auf Plattdeutsch wechselte der seit Juni dieses Jahres amtierende Kommandeur des Lazarettregiments 11, Flottillenarzt Dr. Tim Fiedler, aber schnell ins Hochdeutsche und sprach Klartext: „Einer der traditionsreichsten Verbände des Sanitätsdienstes, immer vorne dabei, in allen Einsätzen stets auf Ballhöhe, mit motivierten und engagierten Soldaten, eingebettet in das örtliche Leben und verankert im kommunale Umfeld wird aus politischen Gründen aufgelöst.“ Er verwies auf die einmalige Infrastruktur und ergänzte: „Was viel wichtiger ist: Wir sind hier als Bundeswehr willkommen. Das sieht anderswo deutlich anders aus.“ Er forderte aber zugleich auf, nicht zu klagen sondern zu feiern und das Gespräch zu suchen.

Der Amtsvorsteher des Amtes Nordsee-Treene, Ralf Heßmann, betrachtete die Situation aus kommunalpolitischer Sicht: „Es ist so ein Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, vielleicht auch der Wut und ein bisschen der Trauer.“ Seeth und der umliegende ländliche Raum würden durch die Schließung erheblich getroffen. „Man muss Standortentscheidungen nach militärischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten treffen. Ob das hier der Fall war, mag ich bezweifeln.“ In Bezug auf die Nachnutzung der Anlage komme es jetzt darauf an „auf Bundesebene die Bundesregierung und auf Landesebene die Landesregierung für die Unterstützung zu mobilisieren.“ Er erwarte, dass Bund und Land den Standortgemeinden helfe, die Jahrzehnte lang gute Gastgeber der Bundeswehr waren. Heßmann schloss mit dem Dank an den Verband für seinen Einsatz im In- und Ausland.

Der Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, Dr. Wolfgang Buschmann, stellte fest, dass auch aus seiner Sicht der Verbleib des Regiments und der Erhalt des Standortes die wünschenswerteste Lösung gewesen wäre. Er bot zugleich die Unterstützung bei der Konversion an, um ein akzeptables Ergebnis für alle zu erreichen.
Trotz oder vielleicht wegen der leichten Wehmut über diesen letzten Bürgermeisterabend in den Liegenschaften der Stapelholmkaserne, hielt es ein harter Kern nach einem schmackhaften Essen bis in die frühen Morgenstunden aus.

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