Kommunalpolitik in Husum : Abschied von der Stadtvertretung

Kaffee und Kuchen im Rathaus: v. l. Ira Rössel, Konrad Görsch, Uwe Ehrich, Martin Kindl, Uwe Schmitz, Hans-Christian Hinrichs, Markus Rogge, Ralf Fandrey und Günter Weinreich.
Kaffee und Kuchen im Rathaus: v. l. Ira Rössel, Konrad Görsch, Uwe Ehrich, Martin Kindl, Uwe Schmitz, Hans-Christian Hinrichs, Markus Rogge, Ralf Fandrey und Günter Weinreich.

Bürgermeister und Bürgervorsteher danken den Kommunalpolitikern, die dem neuen Kollegium nicht mehr angehören.

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04. September 2018, 14:58 Uhr

„Wenn Politiker aus dem Amt scheiden, ist das ja oft nicht freiwillig, sondern dem Wahlergebnis geschuldet“, sagte Bürgermeister Uwe Schmitz. Bei der Runde der Ex-Stadtvertreter, die sich bei Kaffee und Kuchen im Rathaus eingefunden hatten, war der Grund für den Abschied allerdings unterschiedlich und in manchen Fällen durchaus freiwillig. Wie bei Uwe Ehrich (SSW) und Konrad Görsch (WGH), zwei Urgesteinen der Husumer Stadtpolitik, die aus Altersgründen aufhörten.

Seit April 1994 war Ehrich dabei – und damals so „reingerutscht“, wie er sich ausdrückte. Dabei habe er zunächst mit „dem Haufen gar nichts zu tun haben wollen, wegen des Umgangstons, der damals da herrschte“. Er sei dann aber gebeten worden, bürgerliches Mitglied zu werden, und das habe sich dann weiterentwickelt. „Obwohl Politik eigentlich nie mein Hauptlebensinteresse war.“ Jetzt freue er sich auf die „Freiheit, wann immer ich will, zu reisen“, werde aber noch gesellschaftspolitisch aktiv bleiben. Und was den Umgangston betreffe: „Der ist sehr viel besser geworden, da hat sich gewaltig was geändert.“

Das betonte auch Bürgervorsteher Martin Kindl, der sich über die „gute Atmosphäre“ freute, die in der Stadtvertretung herrsche. „Auch wenn man in den verschiedenen Fraktionen unterschiedliche Meinungen vertritt – am Ende wollen wir doch alle gemeinsam Husum voranbringen.“

Das hat „Konny“ Görsch immerhin seit Juni 2002 gemacht. „Ich habe die Wählergemeinschaft Husum mit gegründet“, erinnert sich der Ex-Soldat. „In der ersten Zeit haben wir unsere Sitzungen auch in der Kaserne abgehalten.“ Die WGH habe sich dann gut entwickelt, sagte er im Rückblick. Und er habe immer „viel Spaß mit der Entwicklung der Kitas gehabt“. Auf die werde er auch als politischer Ruheständler ein Auge haben.

Hans-Christian Hinrichs (SPD) bezeichnete sich selbst „als wohl dienstältesten Kommunalpolitiker in der Runde“, hatte er doch bereits 1978 in Mildstedt mit der politischen Arbeit begonnen. Nach dem Umzug nach Husum sei er zunächst als bürgerliches Mitglied und dann als Nachrücker in die Stadtvertretung gekommen. Ihm gefiel die Form der Verabschiedung: „Viel schöner als in der Sitzungsrunde.“

Über die Nachrückerliste war auch Ralf Fandrey (CDU) in das Gremium gelangt, der nach Querelen in seiner Fraktion sein Amt niedergelegt hatte. „Eingestiegen bin ich schon 1993, aber damals noch als bürgerliches Mitglied, weil ich als Sparkassen-Mitarbeiter nicht als Stadtvertreter kandidieren durfte. Da wurde eine Unvereinbarkeit von Amt und Mandat gesehen.“ Gegen die er dann erfolgreich zu Felde gezogen sei. „Da war die Wahl aber schon gelaufen.“

„Deine Expertise wird uns fehlen“, gab der Bürgermeister Fandrey, der vor 14 Jahren den Vorsitz des Finanzausschusses übernommen und ihn lange Zeit als bürgerliches Mitglied geleitet hatte, mit auf den Weg. Er selber sei seit 1983 dabei, so Schmitz: „Aber das ist etwas anderes, ich werde dafür bezahlt, während die Stadtvertreter als Ehrenamtler nur eine Aufwandsentschädigung bekommen, die in keinerlei Verhältnis zum Aufwand steht.“

Schmitz bedankte sich auch bei Günter Weinreich (CDU, seit Juni 2013) und Markus Rogge (SPD, seit Januar 2016) und hob hervor, dass jeder Stadtvertreter seinen Schwerpunkt habe und damit auch Kontakt zu unterschiedlichen Stellen der Verwaltung. „Aber alle sind bei uns immer gern gesehen.“ Und er vergaß auch nicht, die beiden zu würdigen, die nicht dabei sein konnten: Antje Damschen (SPD, seit Januar 2014) und Hauke Hinrichs (SSW, seit Juni 2015).

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