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Husumer Nachrichten

15. Dezember 2017 | 17:42 Uhr

St. Peter-Ording : Abgerechnet wird zum Schluss

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das gute Wetter im zweiten Halbjahr beschert der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording ein unerwartet positives Ergebnis – nach den ausgesprochen kühlen ersten sechs Monaten des Jahres.

von
erstellt am 15.Dez.2015 | 19:08 Uhr

Die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording (TZ) wird dieses Jahr voraussichtlich wieder mit einer schwarzen Null abschließen. Diese frohe Botschaft verkündete Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier den Gemeindevertretern in deren letzter Sitzung des Jahres. Das Jahresergebnis wird von ihnen immer mit besonderer Aufmerksamkeit beachtet, denn schließlich ist die TZ ein gemeindeeigener Betrieb. Und bei roten Zahlen muss die Kommune die finanzielle Lücke schließen. Angesichts der ausgesprochen kühlen Witterung bis weit in den Juni hinein hatte auch der Tourismusdirektor nicht mit diesem Ergebnis gerechnet, wie er sagte. Zumal im Wirtschaftsplan für 2015 noch von einem Minus von 1,187 Millionen Euro ausgegangen worden war.

Unter dem Tageordnungspunkt Halbjahresbilanz ging er dabei nicht auf diese ein, sondern nannte die wichtigsten Einnahmen der TZ zum Stichtag 30. November. Denn der Halbjahresbericht sei nicht aussagekräftig für das ganze Jahr, wie er sagte, aber der Gesetzgeber schreibe ihn vor. Bei der Kurabgabe sind bis Ende November 3,2 Millionen Euro eingenommen worden, eingeplant für das ganze Jahre waren 3,6 Millionen. Bei der Tageskurabgabe flossen bislang 1,203 Millionen Euro, im Plan waren 1,77 Millionen vorgesehen. Die Dünen-Therme liegt mit 1,862 Millionen Euro deutlich über Plan (1,146 Millionen). Bei der Parkpalette, der Strandkorbvermietung und dem Wellnesszentrum seien die Einnahmen etwa gleich denen des Vorjahrs, bei den Kuranwendungen leicht rückläufig.

Bereits amtlich ist das Jahresergebnis der TZ für 2014. Auch das ist erfreulich: Es gab einen Überschuss von 57.313 Euro. So muss die Gemeinde einmal mehr nicht finanziell einspringen. „Die TZ ist ja kein Betrieb, um Geld zu verdienen“, sagte Bürgervorsteher Boy Jöns. „Aber umso schöner ist es, wenn ein wenig übrigbleibt.“

Auf ein Privileg müssen etliche Gäste von St. Peter-Ording künftig verzichten: nämlich den einmaligen kurabgabefreien Besuch im Nordseebad, sofern sie Inhaber einer Kurkarte aus bestimmten Orten in Schleswig-Holstein sind. Die Gemeindevertreter sprachen sich dafür aus, ab 2016 nicht mehr an der Aktion der Gegenseitigen Anerkennung teilzunehmen. Es sei zu viel Missbrauch in der Vergangenheit getrieben worden, so Richard-Flohrs Richardsen (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses. Die Umland-Einwohner-Karte soll nun künftig den Einwohnern von Tönning zugänglich sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war der Nachwuchs. So gab das Gremium einstimmig grünes Licht für die Erweiterung der evangelischen Kindertagesstätte, die im September ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Der Anbau wird dringend für die bereits bestehende dritte Krippengruppe und für weitere Plätze für die ganz Kleinen benötigt. Zudem gibt es derzeit vom Land erneut Förderangebote für die Schaffung von Krippenplätzen. Die Kosten werden mit 735.000 Euro angesetzt, zuzüglich Kosten für das Grundstück. 95 Prozent übernehmen die beteiligten Gemeinden St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer-Koog, den Rest der Träger, das Kindertagesstättenwerk Nordfriesland. Die Kita ist die größte im Kreisgebiet. Neben der Kinderkrippe gibt es drei Ganztagsgruppen, eine Vormittagsgruppe und den Dünen-Kindergarten sowie einen Schüler-Hort, den 72 Kinder nutzen. Es sei eine wichtige Investition in die Attraktivität der Gemeinde und in die Zukunft der Schulen, warben die Jugendausschuss-Vorsitzende Wiltrud Kraas (FDP) und Bürgermeister Balsmeier für das Projekt und stießen damit auf offene Ohren.

Positiv stand das Gremium auch der Zusammenlegung von Offener Ganztagsschule (OGTS) und Jugendzentrum (Juze) gegenüber. Dadurch würden mehr Betreuungsangebote möglich, es wären zwei Betreuer vor Ort, nämlich Juze-Leiter Daniel Schädler und Sandra Philippsen von der OGTS, und es würde mehr Platz geschaffen. Denn das gemeinsame Dach muss erst noch errichtet werden, und zwar am Nordseegymnasium. Dafür soll die ehemalige Hausmeister-Wohnung abgerissen werden, in der jetzt die OGTS etwas beengt untergebracht ist. Das Juze würde dann seine Räume im Obergeschoss des evangelischen Gemeindezentrums am Marktplatz verlassen. Die Kosten werden auf rund eine Million Euro geschätzt, an denen sich der Schulverband Eiderstedt als Träger der OGTS beteiligen würde. Einstimmig fassten die Gemeindevertreter den Grundsatzbeschluss. Endgültig entschieden wird erst, wenn genaue Zahlen vorliegen. Denn, wenn es keine nennenswerten Zuschüsse gäbe, wäre das Projekt nicht durchführbar, so Balsmeier.

Außerdem beschlossen die Gemeindevertreter die Einführung der allerersten Gebührensatzung überhaupt in der über 100-jährigen Geschichte der Feuerwehr. Damit müssen nun bestimmte Einsätze bezahlt werden, wie Feuersicherheitswachen und Fehlalarme einer Brandmeldeanlage, in diesem Jahr verursachten diese allein 32 Einsätze, wie Peter Hansen, als Vorsitzender des zuständigen Hauptausschusses erklärte.

Abgesegnet wurden ferner die Änderungen der Bebauungspläne Nr. 20 (südlich Badallee, Deichstraße, Düneneck, Südallee und Zum Südstrand),
Nr. 36 (nordöstlich der Straße Im Bad zwischen Kieferneck und Alter Badweg) und Nr. 72 (vorhabenbezogen) für Seniorenwohnen in der Badallee 21 bis 23. Ferner gab es Zustimmung für den Bau von 78 Mietwohnungen, davon 30 öffentlich geförderte Sozialwohnungen, westlich des Neuwegs und nördlich der Eiderstedter Straße (wir berichteten).

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