Husum : Abgebranntes Nordsee-Hotel: Viele Fragen sind noch offen

Das oberste Stockwerk des Nordsee-Hotels wurde bei dem Brand völlig zerstört.
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Das oberste Stockwerk des Nordsee-Hotels wurde bei dem Brand völlig zerstört.

Die Zukunft des Gebäudes am Husumer Dockkoog bleibt unklar. Die Kripo ist weiter auf der Suche nach der Brandursache.

shz.de von
06. Februar 2018, 13:16 Uhr

Husum | Der Brand des Nordsee-Hotels am Dockkoog vor drei Wochen bewegt nach wie vor die Gemüter, zumal einige Punkte rund ums Feuer immer noch ungeklärt sind. So ermittelt die Kripo weiterhin, ob möglicherweise Brandstiftung vorliegt, und wertet derzeit die gewonnenen Daten aus.

Zumindest die schlechte Versorgung der Einsatzkräfte vor Ort mit Löschwasser, die einigen Husumern zu denken gab, hat einen simplen Grund: „Wir haben zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine zweite Drehleiter angefordert“, erläutert Wehrführer Jürgen Jensen. „Die sind mit Wenderohren ausgestattet, deren Wasserverbrauch relativ hoch ist.“ Ein Unterflur-Hydrant, wie es ihn auch am Nordsee-Hotel gibt, könne etwa 1000 Liter Wasser pro Minute bereit stellen. „Wenn das nicht mehr ausreicht, müssen wir Wasser hinzuführen.“ Eine Seewasser-Entnahme sei aber nicht möglich gewesen, da zur Zeit des Brandes ablaufendes Wasser war. „So haben wir mit einem Spezialfahrzeug aus Hattstedt, das im Fahren Schlauchleitungen verlegen kann, eine Verbindung zum Hafen geschaffen, um die Löschwasserversorgung zu sichern – ein ganz normales Verfahren.“

Explizite gesetzliche Vorgaben, wie leistungsfähig die Löschwasserversorgung an einem Hotel sein muss, gebe es nicht, sagt Jürgen Rost von der Brandschutzdienststelle des Kreises Nordfriesland, selber Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Husum. „Das ist nur für Gewerbe- und Industriebetriebe geregelt.“ Natürlich sei aber vorgeschrieben, dass eine solche grundsätzlich vorhanden sein müsse. Ansonsten greifen die Vorschriften für die Löschwasserversorgung innerhalb zusammenhängender Bebauung. „Das ist in Husum aber kein Problem, alle 80 bis 100 Meter gibt es Hydranten und das Leitungssystem der Stadtwerke ist gut dimensioniert.“ Das Nordsee-Hotel, so schränkt er aber ein, stehe allerdings im Außenbereich.

 

Ein anderer Leser fragt an, ob denn die Kamera, die auf dem Dach des Nordsee-Hotels montiert war, nicht Aufklärung liefern könnte, warum und wie es zu dem Feuer kam. Auf Nachfrage heißt es allerdings aus der Stadtverwaltung, dass die Webcam, die pro Minute ein Foto vom Dockkoog ins Netz schickt, im Winter ab 22 Uhr keine Bilder mehr macht. Außerdem sei sie beim Brand zerstört worden. Und: Gespeichert würden die Fotos ohnehin nicht, die Minuten-Aufnahmen hätten sich immer gegenseitig überschrieben.

Was mit dem Hotel nun passiert, ist unklar. „Ich habe noch keinerlei Planungen“, sagt Besitzer Manfred Clormann. Zumindest Johannes Oelerich, Leiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, hat da genauere Vorstellungen: „Wir haben aufgrund der geplanten Deichverstärkung am Dockkoog natürlich ein Interesse daran, dass das Hotel an dieser Stelle nicht wieder entsteht.“

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