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Schleusen-Sanierung : Ab Montag ruht der Schiffsverkehr

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rund eine Million Euro steckt der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Küstenschutz in die Sanierung der Friedrichstädter Schleuse. Vom kommenden Montag an bis Anfang Dezember wird sie für den Schiffsverkehr gesperrt.

Sie hat zwar längst nicht mehr den Stellenwert wie noch im vergangenen Jahrhundert, als noch regelmäßig Frachtschiffe in den Friedrichstädter Hafen einliefen, doch für die Sport- und Ausflugs-Schifffahrt ist sie nach wie vor von großer Bedeutung, die Schleuse in Friedrichstadt. Diese müssen nämlich notgedrungen alle Schiffe passieren, die von der Treene in die Eider schwenken und damit auf große Fahrt gehen wollen. Und Skipper, die planen Friedrichstadt anzulaufen, kommen an einer Passage auch nicht vorbei. In ihrer jetzigen Form wurde sie 1953 gebaut.

Ab Montag, 2. September, bleibt Friedrichstadt bis spätestens Anfang Dezember von der Außenwelt abgeschlossen, zumindest auf dem Wasserweg, denn am Montag startet die Sanierung der Schleuse, wie Stefan Möller, Baubetriebsleiter vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in Meldorf, mitteilt. Für die vielen Sportbooteigner in Friedrichstadt heißt dies, dass die Saison in diesem Jahr fast zwei Monate früher als üblich beendet sein wird, denn sonst ist das Winterquartier im Holländerstädtchen nicht mehr zu erreichen, schließlich ist eine Passage nach dem 2. September nicht mehr möglich. „Wir wissen, dass die Wassersportler ärgerlich sind, aber wir sind dennoch auf sehr viel Verständnis gestoßen“, sagt Möller. „Schließlich wissen alle Leute, die irgendwie etwas mit Wasser zu tun haben, dass solche Bauwerke auch gewartet werden müssen.“ Aber nicht nur die Freizeitskipper aus Friedrichstadt sind betroffen, sondern auch von anderen Vereinen entlang der Eider, denn viele kommen im Herbst in den Hafen, um dort ihre Boote aus dem Wasser kranen zu lassen. Aber auch die Friedrichstädter Grachtenschiffer stoßen immer mal wieder gern auf die Eider vor, schließlich genießen die Passagiere den Ausflug auf den größten Fluss des Landes. Doch auch für die Berufsschifffahrt kann keine Ausnahme gemacht werden, die Schleuse bleibt gesperrt. In diesem Jahr gab es übrigens bislang rund 1000 Schleusungen in Friedrichstadt.

Rund eine Million Euro kostet die Sanierung. Vorgesehen ist der Ausbau der sechs Schleusentore. Damit dann nicht ununterbrochen Wasser zwischen Treene und Eider strömt, wird die 59 Meter lange Kammer mit Not-Toren verschlossen. Danach wird die Kammer leergepumpt und vier 30 Tonnen schwere sowie zwei 15 Tonnen schwere Schleusentore werden ausgehängt und in der Kammer abgelegt. Die vier zehn mal sechs Meter großen und die zwei sieben mal fünf Meter großen Tore werden dann „eingehaust“, damit sie Witterungsunabhängig gründlich gereinigt und konserviert werden können. Gleichzeitig, erläutert Möller, solle auch der Beton genau unter die Lupe genommen werden. „Es können sich immer mal kleine Risse bilden, die sich dann zu größeren Schäden auswachsen. Wenn wir schon mal dabei sind, dann machen wir auch gleich die Betonsanierung mit.“ Die eigentliche Konservierung der Tore wird laut Ausschreibung, die ein schleswig-holsteinisches Unternehmen gewonnen hat, rund 800 000 Euro kosten. Zusätzlich plant der Landesbetrieb noch mit 200 000 Euro als Reserve für die Betonsanierung.

„Wir können diese Arbeiten nur verrichten, wenn die Witterung es erlaubt“, erläutert der Baubetriebsleiter, da nur bei höheren Temperaturen optimale Ergebnisse zu erzielen seien. Hinzu komme, dass bei Frost zusätzlich der „Bauplatz“ beheizt werden müsste, was die Kosten enorm in die Höhe treiben würde.

Sorgen um den Hochwasserschutz der Stadt brauche sich niemand zu machen, unterstreicht Möller. Die Schleuse selbst sei nämlich nicht für die Regulierung der Wasserstände da. Direkt neben der Schleuse befinden sich drei Kammern, die der Wasserstands-Regulierung dienen. „Zudem ist die Abdichtung der Schleusenkammer während der Bauphase so hoch und stabil, dass sie auch extremen Wasserständen standhalten wird“, unterstreicht der Fachmann aus Meldorf.

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erstellt am 28.Aug.2013 | 17:48 Uhr

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